Längst fälliger Abschied von der Kindheit

Längst fälliger Abschied von der Kindheit

Ich brauche keine Mutterliebe mehr.Ich bin erwachsen und sorge für mich.Ich gebe mir die Aufmerksamkeit und Liebe, die ich brauche. Ich danke dir,dass du mich unter (Lebens-)Gefahr geboren,dass du mich nach deinen Kräften behütet und versorgt hast,dass ich lernen und studieren durfte – obwohl ich ein Mädchen war. Gewünscht hätte ich mir Anerkennung auch da,wo ich deinen Vorstellungen und Erwartungen nicht entspreche,weil ich anders bin als duoder vielleicht auch nur den Mut habe,anders zu leben,andere Wege zu gehen,als die,die du…

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Der Mohn

Der Mohn

Wie dort, gewiegt von Westen, Des Mohnes Blüte glänzt! Die Blume, die am besten Des Traumgotts Schläfe kränzt; Bald purpurhell, als spiele Der Abendröte Schein, Bald weiß und bleich, als fiele Des Mondes Schimmer ein.  Zur Warnung hört ich sagen, Dass, der im Mohne schlief, Hinunter ward getragen In Träume schwer und tief; Dem Wachen selbst geblieben Sei irren Wahnes Spur, Die Nahen und die Lieben Hält‘ er für Schemen nur.  In meiner Tage Morgen, Da lag auch ich einmal, Von Blumen ganz verborgen, In einem schönen Tal. Sie dufteten so milde! Da ward, ich fühlt es kaum, Das Leben…

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Gewonnene Einsicht

Gewonnene Einsicht

Wähne nicht, daß in dem Weltgewühle,Je ein Herz so wie das Deine fühle,Daß ein andres folge Deiner Spur.Wähne nicht, in sehnendem Umschlingen,Andrer Herzen also durchzudringen,Daß sie mit dem Deinen eines nur. Einsam bist du, ob die bunte Menge,Lobend oder tadelnd Dich umdränge,Einsam in dem Kampf wie in der Ruh!Einsam, bei der Freunde Scheinerbarmen,Einsam selbst in Deines Liebsten Armen,Denn sie alle sind nur sie, nicht Du. Lerne drum, aus ihrem Kreis verschwinden,Dich in Deiner eigenen Brust zurechtzufinden,Lerne Du, Dein eigener Freund…

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Nicolas Lunabba, Bist du traurig, wenn ich sterbe

Nicolas Lunabba, Bist du traurig, wenn ich sterbe

“ ‚Wir müssen die ganze Geschichte erzählen! Dass du dich um mich gekümmert hast, wie wir gestruggelt haben, von Mama. Ich will, dass wir hundert Prozent real sind. Nick, dass wir es genauso erzählen, wie es war.‘‚Das wirst du eines Tages bereuen‘, sagte ich. ‚Aber gut, wenn wir ein bisschen von uns und unseren Träumen erzählen, soll das klargehen.‘‚Okay‘, sagtes du. ‚Wie du willst. Hauptsache, wir sind hundert Prozent real.‘ “ Als LeserIn kann man sicherlich nicht beurteilen, ob dieser…

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Liebe

Liebe

Auch ist das vielleicht nicht eigentlich Liebe,wenn ich sage, dass du mir das Liebste bist;Liebe ist, dass du mir das Messer bist,mit dem ich in mir wühle. (Franz Kafka) Ist das Liebe? Vielleicht die kafkaeske Variante ;)

Ordnung? – Ja, bitte oder: Nein, danke

Ordnung? – Ja, bitte oder: Nein, danke

“Ordnung ist das halbe Leben.“(Deutsches Sprichwort)Die Ergänzung als Jugendliche war: Und es geht auch ohne ihr. Als ich dann im Beruf war und Kinder hatte, habe ich gemerkt: Eine gewisse, nämlich meine Ordnung ist entschieden zeitsparend. Ich konnte und wollte es mir nicht mehr leisten, so wichtige Dinge wie Portemonnaie, Schlüssel etc. zu suchen. Und so wurde ich notgedrungen oder doch eher freiwillig? recht ordentlich. Aber Ordnung um der Ordnung willen – das ist nicht mein Ding. So stapeln sich…

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Der Schmetterling ist in die Rose verliebt

Der Schmetterling ist in die Rose verliebt

Der Schmetterling ist in die Rose verliebt,Umflattert sie tausendmal,Ihn selber aber, goldig zart,Umflattert der liebende Sonnenstrahl. Jedoch, in wen ist die Rose verliebt?Das wüßt ich gar zu gern.Ist es die singende Nachtigall?Ist es der schweigende Abendstern? Ich weiß nicht, in wen die Rose verliebt;Ich aber lieb euch all:Rose, Schmetterling, Sonnenstrahl,Abendstern und Nachtigall. (Heinrich Heine)

Anna Job, Corinna Pourian, Salzige Milch

Anna Job, Corinna Pourian, Salzige Milch

„Salzige Milch“ ist wie der Untertitel bereits anzeigt, eine Erzählung in Schnipseln. Sie erzählt – manchmal in Ein-Wort-Sätzen – von einer jungen Frau, die zwischen ihrem Bedürfnis nach Freiheit und individueller Gestaltung ihres Lebens und dem nach Nähe schwankt, bis dann der „Richtige“ kommt, mit dem sie zusammenbleibt und ein Kind bekommt. Soweit wenig spektakulär, nichts Ungewöhnliches. Doch die Erzählweise ist anders, eher unkonventionell, oft indirekt und immer ergänzt durch eine dazu gehörende und passende Illustration. „Ich hör mich: ‚Lass…

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Auf dem Dorf

Auf dem Dorf

läuten morgens um 6:00 die Glocken, die Turmuhr schlägt jede Viertelstunde und dann – nach langer Zeit – höre ich wieder mal einen Kuckuck. Dazu gesellt sich natürlich auch der Hahnenschrei. Der neue Tag beginnt. Hier sehr früh. Nichts für Langschläfer: Informiert wir hier auch. Auf sehr verschiedene Arten: