Annette Hess, Deutsches Haus

Annette Hess, Deutsches Haus

„Weißensee“, „Ku’damm 56“ und „Ku’damm 59“ sind bekannte Serien dieser Autorin, die mit „Deutsches Haus“ ihren ersten Roman geschrieben hat. Die Handlung spielt 1963/64 in Frankfurt zur Zeit des Auschwitz-Prozesses. Eva arbeitet als Dolmetscherin und ist jüngste Tochter der Wirtsleute Ludwig und Edith Bruhns, die das „Deutsche Haus“ führen. Sie steht kurz vor ihrer Verlobung mit Jürgen Schoormann, dem Sohn eines wohlhabenden Versandhandelskaufmanns. Für Eva wäre das ein – von den Eltern für sie sehr ersehnter – gesellschaftlicher Aufstieg. Dafür…

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Mit Rilke ins neue Jahr

Mit Rilke ins neue Jahr

NeujahrsgedichtUnd nun wollen wir glauben an ein langes Jahr, das uns gegeben ist, neu, unberührt, voll nie gewesener Dinge, voll nie getaner Arbeit, voll Aufgabe, Anspruch und Zumutung; und wollen sehen, dass wirs nehmen lernen, ohne allzuviel fallen zu lassen von dem, was es zu vergeben hat, an die, die Notwendiges, Ernstes und Grosses von ihm verlangen. . . . Guten Neujahrsmorgen . . . (Rainer Maria Rilke)

Silvesternacht

Silvesternacht

Die letzte Nacht im alten JahrSteigt auf so licht und sternenklar.Ihr Sterne, wenn ihr niedergeht,Die neue Zeit am Himmel steht. Ihr wandert droben heiter fortUnd findet den bestimmten Ort.Hier unten lebt sich’s sehnsuchtsvoll;Wir wissen nicht, was werden soll. Ihr tragt mit unverwandtem SinnDen Glanz durch Ewigkeiten hin.Wir tun mit bangem AngesichtViel schneller aus das kurze Licht. Ihr hört nicht auf den Stundenschlag;Wir haben einen kurzen Tag,Und was wir glauben, was wir tun,Wird bald mit uns im Grabe ruhn. Drum, Sterne, webt aus…

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Wunder in unsicheren Zeiten

Wunder in unsicheren Zeiten

Heute Morgen habe ich beim Aufräumen meiner „Pröddelschublade“ Radio gehört. – Ein Vorher- und Nachher-Bild der Schublade wäre sinnvoll gewesen, ich habe leider einfach nicht daran gedacht – Es war eine Sendung darüber, wie Menschen mit den seit Pandemiezeiten greifbar und offensichtlich gewordenen Unsicherheiten umgehen, was ihnen hilft. Die Bandbreite war enorm. In diesem Zusammenhang wurde der folgende Satz von Hannah Arendt zitiert: „Wenn Menschen zusammenkommen, muss man mit Wundern rechnen.“ Dass eine Menge passieren kann, wenn Menschen zusammenkommen, das…

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Bernhard Schlink, Die Enkelin

Bernhard Schlink, Die Enkelin

Dieser Roman beginnt in der Gegenwart Kaspers, eines Berliner Buchhändlers, der eines Abends, als er spät von seiner Buchhandlung nach Hause kommt, Birgit, seine Frau, tot in der Badewanne findet. Ob es ein Unfall oder eher ein Suizid war, bleibt unklar. Bei der Sichtung des Nachlasses findet er in Birgits Unterlagen autobiografische Aufzeichnungen, Romanskizzen, die mit ihrer ersten Begegnung 1964, während eines FDJ Treffens in Ostberlin, zu dem auch Westberliner Zugang hatte, beginnen. Die beiden verlieben sich und werden ein…

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Ein klangvolles Fest

Ein klangvolles Fest

Klänge können entspannen, verzaubern. Klangschalenmassagen sind immer wieder ein Erlebnis, für die Gebenden und für die Empfangenden –und das nicht nur zur Weihnachtszeit. Auch Hermann Hesse ist dies offensichtlich bewusst gewesen, wenn er schreibt:„Wie Tropfen goldenen Lichts, fallen die Töne in die Stille.“Wohl dem der sie genießen kann.

Häkeldeckchen

Häkeldeckchen

Spontan musste ich an die Häkeldeckchen bzw. Häkeluntersetzer in meiner Kindheit denken. Da, wo heute bei mir Filzuntersetzer liegen, gab’s bei uns Häkeluntersetzer. Wehe, wenn die gewaschen werden mussten. Erst waschen, dann auseinanderziehen und mit Stecknadeln auf Stuhl und Sesselsitzen aufspannen und mit dem Fön trocknen. Anschließend noch bügeln, damit sie wieder im alten Glanz hingelegt werden konnten. Ob sie auch noch gestärkt wurden, weiß ich nicht mehr so ganz – unwahrscheinlich ist es jedenfalls nicht. Wie einfach sind da…

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Rauhreif

Rauhreif

Heut‘ ist ein Glanz auf Erden,Wie ich ihn nimmer sah.In blitzender SilberseideStehn Busch und Bäume da. Der Tag hat tausend SterneGestreut in den weißen Schnee.Wo ich geh‘ und steh‘,Glitzert es, nah und ferne. Auf allen Wegen und GassenFließt goldner Sonnenschein:Hat wohl ein EngeleinDie Himmelstür offen gelassen! (Frieda Jung)