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Kategorie: Gedichte

Starre

Starre

Von der Hartnäckigkeitüber die Halsstarre führt der Weg zur Altersstarrsinnigkeit Wenn nicht NeugierOffenheitAchtsamkeit und die Fähigkeit sich zu wundernLeben immer wieder neuerblühen lassen. (© mona lisa)

Das ist der Ast in deinem Holz

Das ist der Ast in deinem Holz

Das ist der Ast in deinem Holz,an dem der Hobel hängt und hängt:dein Stolz –der immer wieder dichin seine steifen Stiefel zwängt. Du möchtest auf den Flügelschuhntiefinnerlichster Freiheit fliehn,doch ihnverdrießt so bitterlichkein ander unabhängig Tun. Er hält dich fest: da stehst du starr:dürrknisternd-widerspenstig Holz:ein Stolz –verstotzter Stock, ein sichselbst widriger Hanswurst und Narr. (Christian Morgenstern)

Weiße Lilie

Weiße Lilie

Da streckt sie ihre leuchtend weiße KroneHinaus in frisch zum Fest geschmückte Hallen,In bunten Kleidern lagern sich Vasallen,Zu beiden Selten ihrem hohen Throne. Glühkäfer kommen durch die Nacht zur Frohne,Und lassen sich im Kelche niederfallen,Des Busens Flammen durch die Blätter wallen,Und glühn die Lilienpracht zum Purpurmohne. Mag Fürstenprunk, mag hohe Schönheit blinken,Soll Dir der Lilie Sang die Brust durchtönen,Der Liebe müssen sie zu Füßen sinken. Mir aber ist sie eine jener Schönen,Die sich, den Tod im Herzen fühlend, schminken,Um noch…

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Friede der Kreatur

Friede der Kreatur

Spinnen waren mir auch zuwiderAll meine jungen Jahre,Ließen sich von der Decke niederIn die Scheitelhaare,Saßen verdächtig in den EckenOder rannten, mich zu erschrecken,Über Tischgefild und Hände,Und das Töten nahm kein Ende.Erst als schon die Haare grauten,Begann ich sie zu schonenMit den ruhiger AngeschautenBrüderlich zu wohnen;Jetzt mit ihren kleinen SorgenHalten sie sich still geborgen,Lässt sich einmal eine sehen,Lassen wir uns weislich gehen. Hätt’ ich nun ein Kind, ein kleines,In väterlichen Ehren,Recht ein liebliches und feines,Würd’ ich’s mutig lehren,Spinnen mit den Händen…

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Sommergrün im Abendlicht

Sommergrün im Abendlicht

Sieh, das Sommergrün steht schon grob und groß,Manche Ranke, derb und kühn, in den Himmel schoß,Zuchtlos brüsten sich Unkraut und Gedanke.Berge Laub sind aufgebaut, Wachstum ohne Schranke,Als bringt nichts sie um, die sich aufgerafft vom Staube;Strotzend gafft der Baum aus der Blätterhaube. (Max Dauthendey, Sommerelegie, 2.Strophe)

Lebensmut

Lebensmut

Fröhlicher LebensmutBraust in dem raschen Blut;Sprudelnd und silberhellRauschet der Lebensquell.Doch eh‘ die Stunde flieht,Ehe der Geist verglüht,Schöpft aus der klaren FlutFröhlichen Lebensmut! … (Ludwig Rellstab)

Der Regenbogen

Der Regenbogen

Sonnengrün blinkt das GebüschUnd das Turmdach rot und frisch.Strahlen dingen, neu erweckte,Durch die blaue Regenschwärze,Wie wenn selig Lust mit SchmerzeOder Leid mit Lust sich neckte.Himmel, Herz und Erde ganzBaden sich im Irisglanz. (Karl Mayer)

Tod im Leben

Tod im Leben

Sieh, so ist Tod im Leben. Beides läuftso durcheinander, wie in einem Teppichdie Fäden laufen; und daraus entstehtfür einen, der vorübergeht, ein Bild.Wenn jemand stirbt, das nicht allein ist Tod.Tod ist, wenn einer lebt und es nicht weiß.Tod ist, wenn einer gar nicht sterben kann.Vieles ist Tod; man kann es nicht begraben.In uns ist täglich Sterben und Geburt,und wir sind rücksichtslos wie die Natur,die über beidem dauert, trauerlosund ohne Anteil. Leid und Freude sindnur Farben für den Fremden, der uns…

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