Durchsuchen nach
Kategorie: Gedichte

Vergänglichkeit

Vergänglichkeit

(Industrieruine vor dem Theater in Marl, einem Aufführungsort der Ruhrfestspiele in Recklinghausen) Die Jahrhunderte gesehen Werden, wachsen und vergehen, Wird vergehen so wie sie; Keine Spur wird übrigbleiben; Was die Väter auch getan, Wie gerungen, wie gestrebt, Kaum daß fünfzig Jahr‘ verfließen Wird kein Enkel mehr es wissen … (Franz Grillparzer, Zeilen aus seinem Gedicht „Vergänglichkeit“)

Am Hängetau

Am Hängetau

Das Hängetau ist lang und steil.Jedoch die Übung an dem SeilIst heilsam und veredelt.Dieweil du kletterst, wächst das TauDir hintenraus und wedeltÀ la Wauwau. Marie, die unten nach dir blickt,Kommt mit der Quaste in Konflikt. Ich wette um ein Faß Gelee:Drei Meter über der ErdenErfaßt dich plötzlich die Idee,Du möchtest Seemann werden. … (Joachim Ringelnatz) Heute käme vielleicht Basketballer als möglicher Beruf hinzu ;)

Staunen

Staunen

Staunend und freudvoll dem Wachsen eines Regenbogens zuschauen zu können, das war heute möglich. Leider entspricht die Qualität der Bilder nicht meinen Ansprüchen. Ich zeige sie dennoch ;) Freudig war vor vielen Jahren, Eifrig so der Geist bestrebt, Zu erforschen, zu erfahren, Wie Natur im Schaffen lebt. Und es ist das ewig Eine, Das sich vielfach offenbart; Klein das Große, groß das Kleine, Alles nach der eignen Art, Immer wechselnd, fest sich haltend; So gestaltend, umgestaltend – Zum Erstaunen bin…

Weiterlesen Weiterlesen

Knospe

Knospe

Mein Herz ist eine Knospe, Die still verborgen keimt Und in dem Sturm des Winters Von schön’ren Lenzen träumt. Mein Herz ist eine Knospe, Durchwallt von süßem Duft Sie kann ja nicht erblühenIn eisig kalter Luft. Mein Herz ist eine Knospe, Und wenn es liebend bricht,Entfaltet sich die Blüthe Dem ew’gen Sonnenlicht. (Eduard Ferrand)

Veränderung

Veränderung

Wo Schönheit ist, da ist auch Hässlichkeit. Wenn etwas richtig ist, ist etwas anderes falsch. Wissen und Unwissenheit hängen voneinander ab. Verblendung und Erleuchtung bedingen einander. So war es schon immer. Wie könnte es jetzt anders sein? Das eine loswerden, das andere halten wollen – das muss ein lächerliches Schauspiel abgeben. Auch wenn du sagst, alles sei wunderbar, du musst dich doch mit dem sich stets Wandelnden abgeben. (Daigu Ryôkan)

Mayblümchen

Mayblümchen

Bei’m ersten Hauch der rauhen LüfteDie zarte Mayenblum‘ ersprießt,Und mit dem Balsam ihre DüfteSie den ersehnten May begrüßt.Im fleckenlosen Weiß, dem KleideDer Unschuld, hüllet sie sich ein,Und mahnet, nur der Unschuld FreudeIm May des Lebens sich weihn. (Charlotte de Latour)

Der Ästhet

Der Ästhet

(Geflecht kann ich nicht bieten ;) ) Wenn ich sitze, will ich nichtsitzen, wie mein Sitz-Fleisch möchte,sondern wie mein Sitz-Geist sich,säße er, den Stuhl sich flöchte. Der jedoch bedarf nicht viel,schätzt am Stuhl allein den Stil,überläßt den Zweck des Möbelsohne Grimm der Gier des Pöbels. (Christian Morgenstern)

Vergissmeinnicht

Vergissmeinnicht

Die kleinen schwachblauen VergissmeinnichtSind die Blumen vom wachsenden Vertrauen.Sie sehen dir offenherzig ins AngesichtWie Gedanken, die im Denken aufschauen; Gedanken, die Pläne ins Grüne bauen,Von denen der Mund nicht laut spricht;Gleich den Augen der stillen verschwiegenen Frauen,Die unter dem Maienhimmel auftauenUnd legen Geständnisse ab, die ihnen längst aus den Wimpern schauen. ( Max Dauthendey) Manchmal sind sie dann auch einfach weiß.