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Kategorie: Gedichte

Herzlich willkommen

Herzlich willkommen

Das GasthausDas menschliche Dasein ist ein Gasthaus.Jeden Morgen ein neuer Gast.Freude, Depression und Niedertracht –auch ein kurzer Moment von Achtsamkeitkommt als unverhoffter Besucher.Begrüße und bewirte sie alle!Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist,die gewaltsam Dein Haus seiner Möbel entledigt.Selbst dann behandle jeden Gast ehrenvollvielleicht reinigt er Dich ja für neue Wonnen.Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit –begegne ihnen lachend an der Tür und lade sie zu dir ein.Sei dankbar für jeden, der kommt, denn alle sind zu Deiner Führung…

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Komm Schwester

Komm Schwester

1 Komm Schwester, gib mir Deine HandWir wolln gemeinsam ein Stück Weges ziehnIm Schatten, wo die grauen Blumen blühnUnd abseits schreitend, alle Laute fliehnKomm Schwester – 2 Die Schatten kühlen… SchwesterleinSie kühlen jedes Leid so zart und lindWie Kinderkuss, wie weicher weisser WindDie Schatten kühlen und die Nacht ist blindKomm Schwester 3 Hüll deine Trauer in sie einDu kleine liebe KummerköniginKomm Gute – – Zielirr, ohne Zweck und SinnUnd schweigend schreiten wir still für uns hinDurchs Dunkel – – (Alfred…

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Lösch mir die Augen aus

Lösch mir die Augen aus

Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn, wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören, und ohne Füße kann ich zu dir gehn, und ohne Mund noch kann ich dich beschwören. Brich mir die Arme ab, ich fasse dich mit meinem Herzen wie mit einer Hand, halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen, und wirfst du in mein Hirn den Brand, so werd ich dich auf meinem Blute tragen. (Rainer Maria Rilke)

Stimmen des Meeres

Stimmen des Meeres

Schillernde, lachende, tosende WellenSingen und klingen wie silberne Schellen,Wiegen ein Lied auf den Fluten daher;      Ich, ich, ich bin das Meer! Grau, wie geschmolzenes Blei, müde kauernWasser und Wogen; sie warten, sie lauern – –Wälzen wohl Töne, geheimnisvoll, schwer:      Ich – – Ich – – Ich bin das Meer! Wolken und Wogen in wirbelnden WetternBrüllen gen Himmel.  Sie dröhnen, sie schmetternLandwärts den Siegesgesang, trotzig und hehr:      Ich!   Ich!   Ich!      Bin…

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Abend am Meere

Abend am Meere

O Meer im Abendstrahl,An deiner stillen FlutFühl’ ich nach langer QualMich wieder fromm und gut. Das heiße Herz vergisst,Woran sich’s müd’ gekämpft,Und jeder Wehruf istZu Melodie gedämpft. Kaum dass ein leises WehDurchgleitet das Gemüt,Wie durch die stumme SeeEin weißes Segel zieht! (Alfred Meißner)

Es waltet rings des Frühlings

Es waltet rings des Frühlings

Es waltet rings des Frühlings erster Gruss –Ein leises Knospen, halb entfaltet Grün –Ein Schleier deckt die Sonne, zart GewölkStieg Nachts empor; doch dringt des Himmels Blau,Verheissung naher Seligkeit, hindurch –Es kos’t die Luft – wie eine liebe Hand,Die mehr nicht wagt, mit deinen Locken spielt. (Frieda Port)

Das Spiegelbild

Das Spiegelbild

Schaust du mich an aus dem Kristall,Mit deiner Augen Nebelball,Kometen gleich die im Verbleichen;Mit Zügen, worin wunderlichZwei Seelen wie Spione sichUmschleichen, ja, dann flüstre ich:Phantom, du bist nicht meines Gleichen! Bist nur entschlüpft der Träume Hut,Zu eisen mir das warme Blut,Die dunkle Locke mir zu blassen;Und dennoch, dämmerndes Gesicht,Drin seltsam spielt ein Doppellicht,Trätest du vor, ich weiß es nicht,Würd‘ ich dich lieben oder hassen? Zu deiner Stirne Herrscherthron,Wo die Gedanken leisten FrohnWie Knechte, würd ich schüchtern blicken;Doch von des Auges…

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