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Kategorie: Gedichte

Dort wucherte Mohn

Dort wucherte Mohn

Wir gingen in helle Kornfelder hinein.Dort wucherte Mohn rotfleckig am Rain,Fein klingen dort Ähren dem Ohr MelodeinUnd wiegen die Köpfe leise und träge,Und heiße Dinge liegen am Wege.Nicht Körner allein im Kornfeld gedeihn,Mohnrote Flecken, die lecken am Blut,Die können im Feld ein Brennen anstecken;Wir haben geküßt und nicht ausgeruht. (Max Dauthendey)

Soldatenlied

Soldatenlied

Es steigen aus den SaatenDie Lerchen fromm und kühn,Indessen die GranatenWie riesengroße Mohnköpf blühn. Kornblumen stehen vieleUm uns, so frisch und rein,Die sind wie wir nur ZieleUnd werden bald zerschossen sein. Es steht ein Haus am WegeUm das die Kugeln wehn,Wenn ich mein Haupt hinlegeWill ich in seine Fenster sehn. Dann ist mir so, als würdeDraus winken Mutters HandUnd meines Lebens BürdeSchläft besser in dem fremden Land. (Alfons Petzold) Ein Gedicht aus alten Zeiten, hätte es nicht für möglich gehalten,…

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Roter Mohn

Roter Mohn

Aus urheberrechtlichen Gründen wage ich es nicht, das Gedicht „Roter Mohn“ von Johannes Brobowski hier abzudrucken, sondern verweise daher auf folgenden Link: http://www.planetlyrik.de/eva-demski-zu-johannes-bobrowskis-gedicht-roter-mohn/2020/02/

Lauschen und Staunen

Lauschen und Staunen

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,du mein tieftiefes Leben;dass du weisst, was der Wind dir will,eh noch die Birken beben. Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,lass deine Sinne besiegen.Jedem Hauche gieb dich, gieb nach,er wird dich lieben und wiegen. Und dann meine Seele sei weit, sei weit,dass dir das Leben gelinge,breite dich wie ein Feierkleidüber die sinnenden Dinge. (Rainer Maria Rilke)

Zum Licht

Zum Licht

1.Nur nicht im DunkelSchmählich erschlaffen!Im LichtgefunkelLeben und schaffen.Nur im VersteckeNicht müd’ versiechen,Kränkeln und kriechen —Nur das nicht!Richte und reckeAuf dich zum Licht! 2.Siegende SonneHellt dir die Brust,Wogende WonneWird dir bewußt,Unter der DeckeÄngstlicher KleinheitWärmt sich — Gemeinheit;Nur das nicht!Richte und reckeAuf dich zum Licht! 3.Sowie des LichtesFunken sich heben,Sieh’, des GedichtesRhythmisches Schweben,Daß es dich weckeAus deinen Träumen . . . .Zaudern und säumen?Nur das nicht!Richte und reckeAuf dich zum Licht! (Rainer Maria Rilke)

Pfingstrose

Pfingstrose

Verhaucht sein stärkstes DüftenHat rings der bunte Flor,Und leiser in den LüftenErschallt der Vögel Chor. Des Frühlings reichstes PrangenFast ist es schon verblüht –Die zeitig aufgegangen,Die Rosen sind verblüht. Doch leuchtend will entfaltenPäonie ihre Pracht,Von hehren PfingstgewaltenIm tiefsten angefacht. Gleich einer späten Liebe,Die lang in sich geruht,Bricht sie mit mächtgem TriebeJetzt aus in Purpurglut. (Ferdinand von Saar)

Wasserlilie

Wasserlilie

Es schwankt und wankt der Lilie KelchAuf sturmbewegter Flut,Doch bangt ihm nicht, weil tief und festIm Grund die Wurzel ruht. Und möchtest du in Sturm und FlutDer Lilie ähnlich sein,So treibe, Herz, die Wurzel tiefIn Gottes Wort hinein. (Julius Sturm)

Zum Gedenken

Zum Gedenken

ICH habe Tote, und ich ließ sie hinund war erstaunt, sie so getrost zu sehn,so rasch zu Haus im Totsein, so gerecht,so anders als ihr Ruf. Nur du, du kehrstzurück; du streifst mich, du gehst um, du willstan etwas stoßen, daß es klingt von dirund dich verrät. O nimm mir nicht, was ichlangsam erlern. Ich habe recht; du irrst,wenn du gerührt zu irgendeinem Dingein Heimweh hast. Wir wandeln dieses um;es ist nicht hier, wir spiegeln es hereinaus unserm Sein, sobald…

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Blütenmeer

Blütenmeer

Geht ein Windhauch durch den weißen Flieder,Hundert Blütensterne regnen nieder.Einer schwebt und fällt auf meine Hand . . .Bist du eines nahen Glückes Pfand?Oder bringst du eine leise Mahnung,Dass des viel zu trüben Todes AhnungDiese Stunde mich wie dich gestreift? –  –  – (Ernst Goll)

Nix: Vogel im Busch

Nix: Vogel im Busch

Heute in einem hiesigen Baumarkt auf der Suche nach Haushaltskerzen. Ich lese das folgende Schild und denke: Ein verspäteter Aprilscherz. Von Wegen. ein Mitarbeiter bestätigte, dass hinter dem Schild, an der hinteren Stelle, an der keine Kerzen mehr stehen, ein Rotkehlchenpaar brütet, sorgsam beschützt von den Mitarbeitern, die auch für das Anbringen des Schildes gesorgt haben. Vogel im Busch Kleiner Vogel in den Zweigen,Bleib hübsch sitzen, singe weiter,Keine Pfeile führ‘ ich bei mir,Singe fort, das ist gescheiter. Bange nicht, ich…

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