Von Einsamkeit betrunken

Von Einsamkeit betrunken

Ich liege wie von Einsamkeit betrunken,
Die Ufer aller Welt sind rings versunken.
Ich sehe kaum hinaus vor meine Tür,
Das Draußen ich noch kaum am Leibe spür‘.

Ich höre nur die Sehnsucht suchend streichen
Und auf den Zehen durch die Zimmer schleichen,
Sie kann durchs Ferne und durchs Nahe gehen
Und lässt nicht einen Augenblick still stehen.

Sie muss mit Raubtiernüstern unstet wittern
Und reibt sich ruhelos an harten Gittern.
Ich seh‘ ihr Auge um mich mordend funkeln
Und spür‘ noch ihren Hungergang im Dunkeln.

(Max Dauthendey)

2 Gedanken zu „Von Einsamkeit betrunken

  1. Tja, die Einsamkeit kann bedrücken und offensichtlich auch betrunken machen.
    Da kann man nur hoffen, dass die Sehnsucht hinausfindet aus diesem dunklen Seelenraum.
    Einen lieben Gruss in den hellen Tag, Brigitte

  2. oh whow – ein tolles foto, die sonne scheint, aber hinter langen dingern. und ich glaube, ich muss diesen dichter noch mal mehr kennenlernen, las ich doch – hier und anderswo – schon ganz wunderbare texte!
    lieber gruß
    Sylvia

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