Schneelandschaft mit Bodennebel und Vollmond

Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wundervoll beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins weite Feld,
hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

(Joseph von Eichendorff)

An dieses Gedicht aus Kindertagen und an Caspar David Friedrich musste ich gestern denken, als ich mit meinem Hund der untergehenden Sonne entgegenging, eingehüllt in den Weichzeichner der Natur: Bodennebel genannt. Zu Hause angekommen waberte der Nebel dann höher und höher, durch “Festtagsbeleuchtung” im Garten gut zu beobachten. Spät abends habe ich dann noch dick eingehüllt in Decken, mit einer Wärmflasche auf der überdachten Terrasse gesessen und die stille Vollmondschneelandschaft auf mich wirken lassen. (Was mit links so alles möglich ist!!)

Datum: 21. Dezember 2010
Themengebiet: Alltägliches Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0

Kommentar abgeben