Helwig Brunner, Gummibärchenkampagne

Die „Gummibärchenkampagne“ von Helwig Brunner ist ein wunderbares Büchlein mit vielen – kaum eine Seite langen – „Minutennovellen“, mit denen man auf unterschiedliche Art und Weise in Resonanz gehen kann. Ein Büchlein, so leicht, dass man es gut bei sich haben kann an Tagen, an denen man voraussichtlich Wartezeit füllen muss. Ein fantastische Alternative zu den veralteten, verblödenden Zeitschriften, die manchmal ausgelegt sind.
Der Bücherstapel neben dem Bett ist ebenfalls ein passender Ort, wenn man zu müde ist, den Roman, den Krimi weiterzulesen, dann sind die Mininovellen immer noch möglich, etwa:

Rechtschreibung
Die Zungenspitze zwischen den Lippen, zog Timo den Bleistiftstrich immer weiter hinunter bis an den Seitenrand. Dann malte er ganz oben einen Punkt darüber. Die Lehrerin, die er so heiß verehrte
, würde stolz auf ihn sein, dass er schon Bescheid wusste über das lange i im Wort Libe.

Da gibt es vier Kategorien von Mininovellen:
– Eigenbrötler
– Paare
– Schreibende, Lesende
– Herden

Allesamt schildern sie ungewöhnliche Alltagsaspekte, denen man vielleicht sonst wenig bis gar keine Aufmerksamkeit schenkt: Was etwa passiert, wenn ein Mann im Supermarkt an der Kasse einen Knopf aufhebt, der ihm vor die Füße gefallen ist, und mit nach Hause nimmt.

Alle Mininovellen haben ihren eigenen Charme. Mir haben sie gute Laune gemacht, meist ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert, auch wenn’s um Aspekte des Alterns in Würde geht. Auf intelligente Art und Weise herzerfrischend unterhaltsam.

Helwig Brunner, Gummibärchenkampagne, Minutennovellen, Droschl Verlag, Graz-Wien 2020, 144 S., ISBN 978-3-99059-049-2

Datum: 22. Februar 2020
Themengebiet: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen Trackback: Trackback-URL
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4 Gedanken zu „Helwig Brunner, Gummibärchenkampagne

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