Zsuzsa Bánk, Heißester Sommer

Zsuzsa Bánk, Heißester Sommer

Zum heißesten Tag im Sommer die passende Lektüre? Am besten gelesen im Schatten, genug Flüssigkeit in Reichweite, vom Wind umweht: In „Heißester Sommer“ erzählt Zsuzsa Bánk von Lisa, die für einige Stunden in das italienische Dorf zurückkehrt, das ihre Mutter einst als junge Frau verlassen hat und in das sie nie wieder zurückgekehrt ist. Wir lesen von der Begegnung zwischen Anna und Zsóka, die sich erst nach Jahren wieder sehen, lange nachdem Anna die Stadt verlassen hat. Es schließt sich…

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Sigrid Constantin, Wenn der Partner stirbt

Sigrid Constantin, Wenn der Partner stirbt

Sigrid Constantin ist relativ jung, vor allem aber plötzlich Witwe geworden. Ihr Mann ist während eines Spazierganges auf der Straße tödlich zusammengebrochen. Ihr Buch ist ein individueller Erfahrungsbericht, über das, was im Innen und Außen nach dem Tod ihres Mannes auf sie eingestürzt ist. Relativ schnell hat sie gemerkt, dass Schreiben für sie eine sinnvolle Möglichkeit der Verarbeitung ist: „Ich schrieb alles auf, da kein Mensch da war, der mir zuhörte. Meine Kinder durfte und wollte ich damit nicht belasten. Die Kinder fühlten ja ähnlich. Doch sie waren zu meiner…

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Zsuzsa Bánk, Die hellen Tage

Zsuzsa Bánk, Die hellen Tage

„Ich kenne Aja, seit ich denken kann.“ So beginnt Bánks wunderbarer, warmherziger, heller Roman über die drei befreundeten Kinder Aja, die Ich-Erzählerin Siri und Karl, die in und um Kirchblüt ihre Kindheit und Jugend verleben, ziemlich frei, ungezwungen und unkonventionell. „Das Seltsamste an Aja war ihre Mutter. … Aja lebte mit ihrer Mutter in einem Haus, das kein Haus war, nur ein Häuschen, gehalten von Brettern und Drähten, eine Hütte, an die neue Teile geschraubt wurden, wenn der Platz nicht mehr reichte, wenn es zu eng…

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Hesse, kein Autor der Eltern!

Hesse, kein Autor der Eltern!

Hesses „Siddhartha“ habe ich als Studentin verschlungen, tagsüber angefangen und gelesen bis zum Schluss. „Narziss und Goldmund“ folgten, „Unterm Rad“ im Untericht besprochen – für einige Schüler eine Art Erweckungserlebnis. „Das Glasperlenspiel“ fehlt mir noch in meiner Sammlung. Werde gleich mal nachsehen, ob es nicht schon lange im Bücherregal auf mich wartet. Dann ist es reif oder ich für das Buch! Vielleicht muss der obige Satz aus einer Sendung über Hesse modifiziert werden: Hesse, kein Autor für heutige Kids. Doch:…

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Joyce Carol Oates, Vergewaltigt

Joyce Carol Oates, Vergewaltigt

Der Titel „Vergewaltigt“, der Untertitel „Eine Liebesgeschichte“ – passt das zusammen? Das war mein Impuls, dies Buch zu lesen. Für mich passt es nicht zusammen, auch nach dem Lesen nicht. Doch: Dieses Mal beginne ich á la Wildgans, die erste und letzte Sätze liebt: „Nachdem sie mehrfach vergewaltigt worden war, getreten, geschlagen und zum Sterben auf dem Boden des dreckigen Bootshauses im Rocky Point Park liegengelassen wurde.“ und “ ‚ Du hast mit einem Mal so einsam ausgesehen. Als hättest du ganz vergessen, dass ich…

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moderne Hasenjagd?

moderne Hasenjagd?

Die sonntägliche Stille – mit einem Mal zu Ende. Tiere schreckten auf, stoben oder flogen in alle nur möglichen Richtungen. Ein Auto raste im Renntempo, mit Rennlautstärke, ergänzt von lautem Gelächter, über den zum Teil schon abgeernteten Acker hinterm Haus – einem Hasen hinterher. Es wurde immer knapper. Doch letztendlich verschwand der Hase in dem noch vorhandenen Weizen. Ich habe mich für ihn gefreut.

Wildgänse rauschen?

Wildgänse rauschen?

Heute Morgen bin ich vom Geschrei einiger Kanadagänse, die sonst ruhig und friedlich an den nah gelegenen Mollbeckteichen weiden, geweckt worden. Sie flogen in Sichtweite meines Hauses ihre Joggingrunden. Sofort musste ich an das Lied aus der Mundorgel (?) denken: Wildgänse rauschen durch die Nacht, schien mir ruhiger und friedlicher. Doch dann habe ich den Text gesucht und bei Wikipedia auch gefunden und war entsetzt über den Inhalt. So hatte ich dieses Lied, von dem ich nur die erste Strophe kenne, nicht (mehr)in Erinnerung: Wildgänse rauschen durch die Nacht…

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B. Schlink, Der (Film)Vorleser

B. Schlink, Der (Film)Vorleser

Nachdem ich den „Vorleser“ mehrfach in diversen Kursen an verschiedenen Schulen im Unterricht besprochen habe, hatte ich keine Lust mehr, mir auch noch die Kinoverfilmung anzusehen. Heute Abend war nicht die rote, sondern meine schwarze Couch angesagt, weil ich mit Olympia noch nie etwas am Hut hatte, auch heute Abend nicht. Nach den Nachrichten im Ersten, ging’s dann los mit: „Der Vorleser“. Ich habe den Film gesehen. Mitgefühl habe ich mit verschiedenen Personen gehabt – sicher aus meinem Blickwinkel heraus…

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Irving D. Yalom, Die rote Couch

Irving D. Yalom, Die rote Couch

Nach der Lektüre der beiden Romane „Und Nietzsche weinte“ und „Die Schopenhauerkur“ habe ich „Die rote Couch“ in meinem Bücherregal gefunden. Der Originaltitel „Lying on the couch“ passt viel, viel besser, denn es wird auf der Couch liegend viel gelogen mit zum Teil verheerenden Folgen für Klienten und Therapeuten. Es geht um Ausschlüsse aus der Standesorganisation, da ein anerkannter, eigenwilliger Therapeut sexuellen Kontakt zu seiner Klientin als letztes ihr noch helfendes Heilmittel einsetzt – erfolgreich für die Klientin. Die Klientin…

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Lau(t)er Sommerabend

Lau(t)er Sommerabend

Endlich Sommer. Endlich abends mal draußen sitzen. Und dann beginnt der Hund wie verrückt zu bellen. Ein Ungetüm von Mähdrescher dreht auf dem Feld hinterm Haus seine Runden, begleitet von einem Trecker, in dessen Anhänger das Korn fließt. Nix mit Sommerabendidylle. Mähmarathon bis fast Mitternacht und ein Hund, der’s nicht fassen kann.