Li/ Krautwald, Der Weg der Kaiserin

Auf der stets lesenswerten Seite von “seelenruhig” bin ich auf das Buch “Der Weg der Kaiserin” gestoßen. Was ich gelesen habe, hat mich neugierig gemacht.
Leicht ist es zu lesen, weniger leicht sicher, die Anregungen umzusetzen und in den eigenen Alltag zu integrieren. Die Autorinnen wollen aufzeigen, dass jede Frau Kaiserin sein kann- “wenn sie sich mit allen Konsequenzen dafür entscheidet und bereit ist, ihr Leben selbst zu bestimmen. … Hat sie sich erst von herkömmlichen Ansichten, wie eine Frau zu sein hat, befreit, liegen Lust und Macht, Schönheit und Weisheit allein in ihren Händen. Es liegt an jeder Frau selbst, sich für den kaiserlichen Weg zu entscheiden.” Diesem verlockenden Angebot ist eine Warnung an die Seite gestellt: “Das Leben einer Kaiserin ist nicht leicht. Statt sich an vorgegebenen Mustern zu orientieren, lebt eine Kaiserin selbstbestimmt und frei. Es gibt keine Konventionen und ausgetretenen Pfade, an die sie sich halten kann. Jede Lebensphase stellt sie vor neue Aufgaben und Fragen. Die Antworten muss sie selbst finden.” Das Buch versucht am Beispiel von Wu Zhao aufzuzeigen, dass Kaiserinnen ihren Weg suchen, finden und gehen – auch gegen die widrigsten Umstände. Kaiserinnen brauchen keine Ratgeber. Denoch kann ihnen (tradiertes chinesisches) Wissen über die Entwicklung des Menschen, über Yin und Yan etc. nach Ansicht der Autorinnen dabei helfen ebenso wie Meditationen, chinesische Tees, deren Rezepturen angegeben werden.
Letzendlich ist es doch ein Ratgeber – geordnet nach den Lebensphasen einer Frau – der aber stets betont, dass und wie selbstbestimmt eine Kaiserin ist, selbst in Situationen, wo auch sie ihren Weg nicht (mehr) kennt. “Sie weiß, sie steht vor dem Nichts. Daher weiß sie: Es ist Zeit, nach innen zu gehen, Zeit zu meditieren und anzunehmen, was ist.” Diese Phase wird poetisch als “spirituelle Winterphase” bezeichnet.
Ein Buch, das man, sicher wegen der z.T. nachdenkenswerten Anregungen immer mal wieder zur Hand nehmen kann, daher am besten griffbereit liegen lassen. Denn nach dem Lesen ist man z.T. schlauer, aber jede weiß: Nur durchs Beachten, durchs Umsetzen gibt es Veränderungen. Aber bereits mit dem Lesen und Denken beginnt sich Wirklichkeit zu verändern.

Christine Li, Ulja Krautwald, Der Weg der Kaiserin, München 2003, 256 S., ISBN978-3-426-77611-7

Datum: 27. Dezember 2007
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Ein Kommentar

  1. Wahre Liebe | monalisablog | Samstag, 29. Dezember 2007 23:45
    1

    […] Ein vorzeitiges Ende findet sie in der Frage, wer das Klo putzt.” Diese Sätze aus “Der Weg der Kaiserin” kann man in dem Abschnitt “Exkurs: die wahre Liebe” lesen. Also, wenn wahre […]

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