Blatt im Wind

Blatt im Wind

Das „Blatt im Wind“ ist eine in Gedichten des öfteren anzutreffende Metapher, etwa bei Mascha Kaleko „Blatt im Wind“ für die Einsamkeit einer Liebenden, die zu ihrem Geliebten nicht die gewünschte Resonanz erleben kann und sich als zu früh vom Baum gefallenes Blatt erlebt.

Oder bei Rilke, dessen Gedicht „Es weht der Wind ein Blatt vom Baum“ in vielen Traueranzeigen zu finden ist.

Hesse bzw. das lyrische Ich in seinem Gedicht „Welkes Blatt“ fordert das Blatt gar auf, geduldig still zu halten, wenn der Wind es entführen will – so als hätte ein Blatt diese Möglichkeit.

Und für das lyrische Ich in Rose Ausländers Gedicht „Buchenblatt“ hat es gar die Fähigkeit zu trösten. Ob ein Eichenblatt diese Fähigkeiten auch hat?

Ich fand es jedenfalls beeindruckend, dieses Blatt zu fotografieren, wie es im Wind hin- und hergewendet wurde und trotzdem hängen blieb, zerrissen, allein, dem Verfall anheim gegeben und dennoch „standhaft“, zäh und verletzbar gleichzeitig.

Ob’s die heutige Sturmnacht überlebt hat?

4 Gedanken zu „Blatt im Wind

  1. Deine Liste von Gedichten zu einem einzelnen Blatt im Wind ist imposant.
    Darf ich sie noch etwas erweitern mit folgenden Vorschlägen:
    „An ein fallendes Blatt“ Novalis
    „Schicke mir ein Blatt“ Bertolt Brecht
    oder „Ich werde gegangen“ von Kurt Schwitters:

    „Ich taumeltürme
    Welkes windes Blatt
    Häuser augen Menschen Klippen
    Schmiege Taumel Wind
    Menschen steinen Häuser Klippen
    Taumeltürme blutes Blatt.“

    In diesem Sinne einen schönen Tag!
    Gruss,
    Brigitte

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