Kaltes Herz

Kaltes Herz

Schwarzes Eisen, kalt und spröde,
Schelten möchte ich dich nicht,
Weil es dir an Lebenswärme
Und an Biegsamkeit gebricht.

Bist du doch in Feuersgluthen
Zischend einst emporgewallt,
Eh‘ du unter Hammerschlägen
Mußtest werden starr und kalt.

Und, so sollt auch ihr nicht schelten,
Wenn ihr seht ein kaltes Herz,
Sollt ihm heißes Mitleid zollen,
Weil es gleicht dem todten Erz.

Wißt ihr denn, ob es nicht glühend,
Zischend einst emporgewallt,
Bis es unter Schicksalsschlägen
Ward wie Eisen starr und kalt?

(Luise Büchner)


5 Gedanken zu „Kaltes Herz

    1. Ich denke nur, dass das Erstarren und Erkalten kein Muss ist, wie im Gedicht behauptet wird.
      Doch Liebe, Zuneigung und Mitgefühl können es wieder warm werden lassen. Davon bin ich überzeugt.
      Herzliche Morgengrüße

  1. In dem kleinen Gedicht geht es darum, dass man Menschen, die kalt und starr sind/wirken, nicht verurteilt. Ihnen mit einer Art „Vorschuss-Verständnis“ zu begegen, das wird als wünschenswert gezeigt.
    Schön auch das Herz, das du uns zeigst!

    Liebe Grüße, Andrea

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