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Kategorie: Rezensionen

Barbara Bleisch, Warum wir unseren Eltern nichts schulden

Barbara Bleisch, Warum wir unseren Eltern nichts schulden

Dass Kinder ihren Eltern per se verpflichtet sind, ist eine immer noch weit verbreitete Ansicht, wie auch Eltern oft glauben, für ihre bereits erwachsenen Kinder noch zuständig zu sein und vieles besser zu wissen bzw. das Beste für ihre Kinder zu wollen und auch erreichen zu können. Dieses tradierte Denken nimmt die Philosophin Barbara Bleisch in ihrem Buch „Warum wir unseren Eltern nichts schulden“ unter die Lupe. Ihre Intention macht sie in ihrer Einleitung mit einem Russell-Zitat deutlich: „Die Philosophie…

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Molly Keane, Das gute Benehmen

Molly Keane, Das gute Benehmen

„Vornehm geht die Welt zugrunde.“ In meiner Kindheit und Jugend habe ich diesen Satz des Öfteren gehört. An ihn musste ich während und nach der Lektüre dieses Romans von Molly Kane immer mal wieder denken. Dieser Roman, den Molly Kane 1981 zum ersten Mal unter ihrem bürgerlichen Namen und nicht wie sonst unter einem Pseudonym veröffentlichte – da war sie schon 77 Jahre alt -, ist ein Abgesang auf die irische Familie St. Charles, die auf Temple Alice residiert, schon…

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Monika Helfer (Text), Kat Menschik (Illustrationen), Wer bist du?

Monika Helfer (Text), Kat Menschik (Illustrationen), Wer bist du?

Und wieder ist ein Band in der Galiani-Reihe „Lieblingsbücher“ erschienen, in der Kat Menschik zeigt, wie durch ihre Illustrationen von ausgesuchten Texten lebender oder bereits verstorbener AutorInnen eine wunderbare, sich ergänzende Symbiose von Text und Illustration entstehen kann, die sich gegenseitig so ergänzen, dass etwas zauberhaft Neues entstehen kann. Dieses Mal ist es die Erzählung „Wer bist du?“ von Monika Helfer. „Diese Geschichte erzählte eine Frau und erlaubte mir, sie aufzuschreiben. Ich lasse sie hier sprechen …“ Und die Geschichte…

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Natascha Wodin, Die späten Tage

Natascha Wodin, Die späten Tage

„Mein Schreibtisch ist der einzige Ort, an dem ich mein Alter, meine Schmerzen, die Angst vergesse, obwohl ich darüber schreibe. Ich schreibe darüber, um nicht sang- und klanglos zu sterben.“ „Die späten Tage“ ist ein autobiografischer Text der Autorin, die als Kind russischer Zwangsarbeiter in Deutschland geboren wurde. Er erzählt z.T. in Rückblenden, vorwegnehmenden Gedanken über die Zukunft von ihrem (schriftstellerischen) Leben, ihrem Alltag mit ihrer späten Liebe zu Friedrich: „Mehrmals in der Nacht kommt Friedrich zu mir ins Zimmer…

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Ulrike Edschmid, Die Liebhaber meiner Mutter

Ulrike Edschmid, Die Liebhaber meiner Mutter

„Damals war er der Liebhaber von Claire gewesen. Ich weiß nicht, ob sie mit der Absicht, ihren Liebhaber an meine Mutter weiterzugeben, an jenem Winterabend gekommen war. Ich habe vergessen, meine Mutter danach zu fragen, und jetzt ist es zu spät.“ Die Ich-Erzählerin dieses kurzen Romans erzählt durchgehend lapidar, aber nicht simpel – die Un-Tiefen des Erzählten immer erahnbar – von den diversen Liebhabern ihrer Mutter, einer Kriegswitwe. Der Mann, Vater der Erzählerin, ist im Zweiten Weltkrieg gefallen, sie hat…

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Jon Fosse, Vaim

Jon Fosse, Vaim

„Vaim“ ist Jon Fosses – Literaturnobelpreisträger von 2023 – neuer Roman, der in drei Abschnitten – aus der Perspektive dreier männlicher Ich-Erzähler – von ungewöhnlich passiven, alleinstehenden, nicht mehr ganz jungen Männern – „ein Jungspund war ich absolut nicht mehr“ – erzählt, deren Leben von einem Moment zum anderen eine völlig neue (Aus-) Richtung bekommt, als Eline in ihr Leben tritt, eine Frau, die mehr oder weniger in Imperativen redet, denen man/Mann sich besser nicht widersetzt: Pack das Nötigste ein,…

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Anja Kampmann, Die Wut ist ein heller Stern

Anja Kampmann, Die Wut ist ein heller Stern

„Manchmal, wenn ich aufwache, denke ich, es ist alles gar nicht wahr.“ Doch Hedda ist immer wieder in der Lage, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Sie hat es geschafft, sich ihren Traum, Artistin im „Alkazar“, einem Varieté auf der Reeperbahn, zu werden. Doch in den Dreißigern des letzen Jahrhunderts tauchen dort immer mehr graue Uniformen auf, machen sich breit, mit ihren „Ritas“ im Schlepptau, so dass für Hedda und die anderen Mädchen die Freiräume immer enger werden. Das Naziregime geht…

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Verena Lueken, Alte Frauen

Verena Lueken, Alte Frauen

„Wenn wir sechzig und als Frauen schließlich völlig nutzlos für die Natur geworden sind, … sind wir endlich frei. Sechzig ist die Schwelle zur Freiheit.“ So zitiert Verena Lueken Isabella Ducrot, die in diesem Alter Kunst zur Kunst kam. Es geht in diesem Buch nicht um alte Frauen allgemein – wie ich zunächst gedacht habe – sondern um Frauen, die im Alter begonnen haben, sich zu zeigen, mit dem was sie auszeichnet: mit ihrer Kunst, ihrer Art zu leben und…

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Sarah Knausenberger, Kerstin Marie Backes, Nie wieder Frühling

Sarah Knausenberger, Kerstin Marie Backes, Nie wieder Frühling

„Grandma wird immer weniger.Ich sehe es an ihren Wangen, da bilden sich Täler.Heute warte ich lange, lange. Da öffnet sie ein Auge und ihr Lächeln kommt zurück. Es hängt schief anihrem Mundwinkel. Aber es ist ihr Lächeln.“ Und es gilt ihm, ihrem Enkel, und den Pflanzen auf dem Fensterbrett. Durch’s geöffnete Fenster sieht man, wohin man auch schaut, nur Tristesse und Trostlosigkeit, obwohl es Mai ist. Nur im Zimmer der Großmutter gibt es zarte Knospen an einem Kaktus und die…

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Karin Michaëlis, Das gefährliche Alter

Karin Michaëlis, Das gefährliche Alter

„Das gefährliche Alter“ hat bei Erschienen 1910 Stürme der Entrüstung provoziert – eigentlich von allen Seiten: Ehemänner, Kritiker und auch Frauenrechtlerinnen echauffierten sich über das Buch, so dass sich die Autorin einmal bitter beklagte: “ ‚Ich werde gebissen und zerrissen, wir sind hier gegeneinander wie Wölfe, bald bin ich ganz gestorben.‘ Sie habe doch nur zeigen wollen, dass die meisten Frauen in den Wechseljahren leiden und dass sie mit der gleichen Rücksicht behandelt werden sollten wie Männer mit Zahnschmerzen.“ Das…

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