Charles Simmons, Salzwasser

Charles Simmons, Salzwasser

„Im Sommer 1963 verliebte ich mich und mein Vater ertrank.“
So beginnt der Roman Simmons, dem der erste Satz aus Iwan Turgenjews „Erste Liebe“ vorangestellt ist und somit die Anlehnung an dessen Novelle aus dem Jahr 1860 deutlich macht. Es ist ein Roman über die erste noch kindliche, aber darum auch so romantische, ernste Liebe des fünfzehnjährigen Michael zur zwanzigjährigen Zina, der Tochter eines Sommergastes auf Bone Point. In Gesprächen versucht Michael herauszubekommen, was Liebe ist. Doch je mehr Menschen er fragt, umso vielfältiger, widersprüchlicher sind die Antworten und er ist verwirrt vom ihrem Verhalten, besonders dem der Erwachsenen, das er sich oft nicht erklären kann und aus Andeutungen und Beobachtungen heraus zu verstehen versucht .
Sein Fazit nach Jahrzehnten lautet: „ich stand auf der einen Seite der Liebe, da, wo es wehtut. Vater … auf der anderen Seite. Zina dachte wahrscheinlich, sie gehöre auch auf diese Seite, aber da irrte sie sich. Jetzt bin ich älter als Vater bei seinem Tod. Warum ich immer noch so fühle wie ein Kind, weiß ich nicht.“

Charles Simmons, Salzwasser. Roman. aus dem Amerikanischen v. Susanne Hornfeck, München 1999, 136 S. ISBN 3-406-45291-4

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