Durchsuchen nach
Kategorie: Rezensionen

Andreas Izquierdo, Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

Andreas Izquierdo, Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

„Gegen drei Uhr in der Früh erwachte Fräulein Hedy aus einem herrlichen Traum und verlor den Verstand.“ Mit diesem schlichten Satz beginnt ein höchst amüsanter, rasanter, facettenreicher, bis zur letzten Seite spannender Roman. Zu lesen als eine amüsante Komödie, wenngleich er viele tragische Momente und Lebensereignisse erzählt, die Fräulein Hedy dennoch nicht davon abgehalten haben, nach ihrer Façon zu leben, zum Entsetzen ihrer einzigen, in Münster lebenden Tochter Hannah. Sie versucht mit allen Mitteln von ihrer Mutter den Vorsitz ihrer…

Weiterlesen Weiterlesen

Prem Rawat, Der Papagei, der alles wusste und nichts konnte

Prem Rawat, Der Papagei, der alles wusste und nichts konnte

Das Gütersloher Verlagshaus will mit seinen Büchern die „Vision einer neuen Welt“ entstehen lassen, so das Motto des Verlages und in jedem Buch zu lesen. Prem Rawat, Redner und Friedensbotschafter, ausgezeichnet mit zahlreichen Friedenspreisen, bringt in diesem Büchlein seine Lebensweisheiten und Erkenntnisse in kleinen Geschichten, meist Fabeln, zum Ausdruck, einfach und fein illustriert von der japanischen Künstlerin Aya Shiroi. Sie könnten Anlass sein, darüber nachzudenken, welchen Stellenwert denn in meinem Leben „Dankbarkeit“, „Frieden“ … haben, und was ich dafür tue,…

Weiterlesen Weiterlesen

Luca d’Andrea, Das Böse, es bleibt

Luca d’Andrea, Das Böse, es bleibt

„Der Tod so kalt“ wie auch der neue Krimi „Das Böse, es bleibt“ sind in Südtirol angesiedelt. Beide sind sie spannend von der ersten bis zur letzten Seite. 1. „Süße Lissy, kleine Lissy.“ 2. Zweimal Klopfen und die Worte „Knusper, knusper,knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?“ Marlene, zweiundzwanzig Jahre alt, gut einen Meter sechzig groß, melancholische blaue Augen, ein Leberfleck über den geschwungenen Lippen, zweifellos hübsch und zweifellos in Panik, betrachtete in dem metallenen Gehäuse des Tresors ihr Spiegelbild und…

Weiterlesen Weiterlesen

Eric Nil, Abifeier

Eric Nil, Abifeier

Bald ist es an deutschen Schulen wieder so weit: Abiturfeiern stehen vor der Tür, meist sorgfältig vorbereitet, soll es doch etwas ganz Besonderes werden. Auch der Ich-Erzähler dieses Romans meint: „Ich fand es eine schöne Idee, dass die Schüler, die so viele Jahre miteinander verbracht hatten, zum Abschied, bevor sie sich in alle Winde zerstreuten, noch einmal ein Fest feierten und dass sie in diesen Moment der Freude, aber auch des Abschiedsschmerzes und der Bangigkeit vor der Zukunft mit ihren…

Weiterlesen Weiterlesen

Angelika Klüssendorf, Jahre später

Angelika Klüssendorf, Jahre später

Den Roman „April“ von Angelika Klüssendorf kenne ich (noch) nicht, ist aber auch nicht Voraussetzung, um „Jahre später“ zu verstehen, wenngleich Anspielungen an Aprils Kindheit, ihre Eltern gemacht und teilweise als Erklärung für die Gegenwart herangezogen werden. April lebt in Berlin. Sie ist Schriftstellerin, kann davon aber nicht leben und hat daher diverse Jobs, um sich und ihren Sohn Julius zu ernähren. Sie, die sich ihr Leben lang als Außenseiterin gefühlt hat, lernt Ludwig, einen literarisch ambitionierten Mediziner, bei einer…

Weiterlesen Weiterlesen

Juli Zeh, Leere Herzen

Juli Zeh, Leere Herzen

„Leere Herzen“ ist nach „UNTERLEUTEN“, der aktuelle Roman Juli Zehs. Der Roman spielt in der Nähe von Braunschweig in den zwanziger Jahren des 21. Jahrhunderts, also in der Zukunft Deutschlands, in der es mit der Demokratie nicht zum Besten steht, da „demokratieverdrossene Nicht-Wähler Wahlen gewinnen, während engagierte Demokraten mit dem Wählen aufhören“, es kaum noch Zeitungen gibt und wenig Menschen, die sich (politisch) noch für irgendetwas engagieren. Angela Merkel ist – nach erzwungenen Neuwahlen – zurückgetreten: „Der Augenblick, als Angela…

Weiterlesen Weiterlesen

Irvin D. Yalom, Wie man wird, was man ist

Irvin D. Yalom, Wie man wird, was man ist

Dieses Buch sind die „Memoiren eines Psychotherapeuten“ – so auch der Untertitel dieser durchgängig gut lesbaren Autobiografie von Irving D. Yalom. Es sind sehr persönliche Erinnerungen – ergänzt mit einigen Bildern – die mit denen an die Kindheit beginnen und seine gesamte berufliche Laufbahn umfassen, aber auch Einblicke in seine Ehe mit seiner Frau Marilyn geben, die stets eine wichtige Stütze für ihn gewesen ist und dennoch ihre eigene berufliche Karriere verfolgt hat. In dem Maße, in dem Yalom seine…

Weiterlesen Weiterlesen

Ferdinand von Schirach, Carl Tohrberg

Ferdinand von Schirach, Carl Tohrberg

Drei Kurzgeschichten über drei eher unscheinbare Menschen, allesamt Männer – den namenlosen Bäcker, der die beste Torte seines Lebens kreiert, Richter Seybold, der die andere Seite des Gesetztes kennenlernt und den Mathematiker bei einer Versicherungsgesellschaft Carl Tohrberg, der Weihnachten feiert – und das auf nur 63 Seiten. So schlicht das Cover, so schlicht und scheinbar einfach und alltäglich sind auch die Geschichten. Die des Bäckers beginnt völlig unaufgeregt, eher langweilig, das, was eine Spiegelung der Alltagsroutine des Bäckers, eigentlich Konditor…

Weiterlesen Weiterlesen

Dana Grigorcea, Die Dame mit dem maghrebinischen Hündchen

Dana Grigorcea, Die Dame mit dem maghrebinischen Hündchen

Nach ihrem Roman „Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit“ hat nun der Dörlemann Verlag in gewohnt handlichem Format Dana Grigorceas Novelle, „Die Dame mit dem maghrebinischen Hündchen“ herausgegeben. Titelbild und Covertext geben die ersten Hinweise auf den Inhalt dieser Novelle. Anna, Ballerina in Zürich, verheiratet mit einem viel beschäftigen Arzt, geht mit ihrem maghrebinischen Hündchen im Zürcher Frühling spazieren und lernt dabei den Gärtner Gürkan kennen, der versucht, ihren Hund mit einem Keks anzulocken. Die gemeinsam verbrachten Stunden erinnern an ein…

Weiterlesen Weiterlesen

Juli Zeh, UNTERLEUTEN

Juli Zeh, UNTERLEUTEN

Ich habe zunächst gedacht, der Titel laute „Unter Leuten“, die Gestaltung des Covers lässt diese Variante auf jeden Fall zu: Doch „Unterleuten“ ist einfach nur der Name eines Dorfes, um das es in diesem Gesellschaftsroman geht. Dennoch sind damit natürlich auch die Menschen, die Leute, gemeint, die in diesem Dorf wohnen: Alteingesessene und Neubürger, Aussteiger aus Berlin, die seit einiger Zeit dort wohnen und versuchen, im Dorf Fuß zu fassen und mitreden und -agieren zu können. Die bei der Monatszeitschrift…

Weiterlesen Weiterlesen