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Kategorie: Rezensionen

Siegfried Lenz, Die Flut ist pünktlich

Siegfried Lenz, Die Flut ist pünktlich

Dieser schmale Band enthält sieben kurzgeschichtenähnliche, z.T. sogar verfilmte Meistererzählungen von Siegfried Lenz, die Menschen in existenziellen (Entscheidungs-) Situationen zeigen. Und genau das ist es, was Lenz reizt, wie wir im Nachwort von Günter Berg erfahren. „Ich stelle mir vor: Was wäre, wenn? … Wenn du dich noch einmal entscheiden müsstest? Ich habe das in einigen Erzählungen darzustellen versucht. Man weiß: Wozu auch immer du dich entscheidest, ein Ungenügen wird immer zurückbleiben. Und dennoch musst du es tun. Das ist…

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Helen FitzGerald, Ex

Helen FitzGerald, Ex

„‚Sie müssen mir nur sagen, ob er es ist‘, sagte der Mann im weißen Kittel und hob das Laken hoch, das den Klumpen darunter bedeckte.“ Dieser ungewöhnliche Krimi beginnt mit der Identifikation einer Leiche anhand eines Penis, nicht etwa durch die Ehefrau des Getöteten, sondern durch seine Ex-Freundin, die beim Anblick beginnt zu kichern. „Eindeutig nicht die beste Zeit zum Kichern. … Ich bin schon immer anfällig für diese unangemessenen Ausbrüche gewesen.“ Zwei Tage später wird Catrionia, von allen aber…

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Tim Parks, Der ehrgeizige Mr. Duckworth

Tim Parks, Der ehrgeizige Mr. Duckworth

Mr. Morris Duckworth verdient seinen Lebensunterhalt als Englischlehrer in Italien und hat neben seinem Job an einer Schule noch einige Privatschüler aus reichem Hause. Er hasst und verachtet die Reichen aus tiefstem Herzen, versucht aber gleichzeitig mit allen Mitteln „Einlass bei ihnen zu finden“. Dabei schreckt er vor nichts zurück. Diebstahl, Lug, Betrug und Verstellung gehören zu seinem Repertoire, nicht zuletzt auch Morde. Doch Schuld an seinen Taten sind immer die anderen: „Er hatte schließlich nicht töten wollen. Es hatte…

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Bronnie Ware, 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

Bronnie Ware, 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

Dieses Buch habe ich zum Geburtstag bekommen? Passend? Ein Buch übers Sterben zum Geburtstag? Ja es passt. Zwar erzählt Bronnie Ware von ihrer Arbeit und ihren Erfahrungen als Sterbebegleiterin. Doch sie macht deutlich, wie diese Arbeit ihr Leben, ihr Selbstverständnis, ihre Selbstliebe hat wachsen lassen. Es ist im Grunde genommen ein Buch, das Anregungen gibt, wie man sich zu der entwickelt, die man wirklich ist, als die man auf die Welt gekommen ist. Bronnie Ware verschweigt nicht, wie anstrengend, mühsam…

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Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten

Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten

Das Handke-Stück „Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten“, Regie Tiit Ojasoo & Ene-Liis Semper, eine Koproduktion mit dem Thalia Theater Hamburg und den Ruhrfestspielen Recklinghausen, dauerte – ohne Pause – zweieinviertel Stunden, in denen pausenlos Menschen unterschiedlichster Art über die Bühne gingen, schritten, liefen, tanzten, schlichen, mit und ohne Kleidung, verschiedensten Reqisiten und Fortbewegungsmitteln. Eigentlich war die gesamte Menschheit – angefangen bei Adam und Eva – mit ihrer Geschichte vorhanden, mit allen kulturellen, sozialen, religiösen Weltanschauungen, ihren Gemeinsamkeiten und…

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David Foster Wallace, Der Planet Trillaphon im Verhältnis zur Üblen Sache

David Foster Wallace, Der Planet Trillaphon im Verhältnis zur Üblen Sache

„Ich nehme jetzt seit, mal überlegen, rund einem Jahr Antidepressiva, und ich würde mal sagen, da kann ich ganz gut einschätzen, wie die so sind. Sie sind eigentlich ganz okay, aber so, wie es okay wäre, auf einem anderen Planeten zu leben, wo es warm und gemütlich ist und Essen und frisches Wasser gibt: Es wäre okay, aber es wäre natürlich nicht die gute alte Erde. Ich war jetzt fast ein Jahr nicht mehr auf der Erde, weil es mir…

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Kathrin Weßling, Drüberleben

Kathrin Weßling, Drüberleben

„Leben ist sinnlos.“ „Es blieb nur dieser eine Satz, den das Unaussprechliche sich selbst beschreibend einem Mantra gleich wiederholte. Leben ist sinnlos.“ Aber wie geht Leben, wenn Leben sinnlos ist, aber leben will? Ida Schaumann ist depressiv, weiß das auch, denn sie lebt schon länger damit, dass ihr das eigene Leben – sehenden Auges – entgleitet. „Du weißt ja, dass du deine Mitte nicht findest. Du weißt ja, dass, wenn du sie suchst, dir die Dinge entgleiten, die Versuche einer…

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Nino Vetri, Mamas wunderbares Herz

Nino Vetri, Mamas wunderbares Herz

Sie mögen moderne Scheherazaden? Dann lesen Sie Nino Vetris Geschichten, die in Palermo spielen. Es sind grotesk, komisch, ironisch und nicht ganz ernst zu nehmende Alltagsgeschichten, in denen komische Kauze aller Art vorkommen: Das gibt’s das Genie, den Flüchtigen, den Alten, einen Wahrsager mit Computer und einen Priester, der seine Schafe beschimpft, statt ihnen die Absolution zu geben: „Glaubt ihr vielleicht, die Tore des Paradieses würden von Jammerlappen und Herdenvieh aufgerissen werden, nur weil ihr nicht gemordet und geraubt und…

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mitten in mir

mitten in mir

„Mitten in mir geht es gut.“ Diesen Satz habe ich aus der – wie immer hörenswerten – Sendung Lebenszeichen „Miteinandersein. Vom Wirtschaften mit ‚Sozialkapital‘ „mitgenommen, in der es um Humankapital als Grundlage von gesellschaftlichen Veränderungen geht, hin zu einem freudvolleren Leben im empathischen Miteinander. Empathie wird dort in Anlehnung an den Familientherapeuten Jesper Juul und den Schriftsteller Peter Høeg als die härteste und wichtigste Währung von allen bezeichnet, als eine Kostbarkeit, die sich ohne Schwierigkeiten vermehren lässt. Wiederholung: heute Abend…

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Italo Calvino, Marcovaldo oder Die Jahreszeiten in der Stadt

Italo Calvino, Marcovaldo oder Die Jahreszeiten in der Stadt

Sie suchen ein Buch, das schön gestaltet, bebildert ist und auch noch gute Laune macht? Als Geschenk oder einfach für sich selbst? Dann sind die Geschichten von Marcovaldo, erzählt von Italo Calvino das Richtige. Sie begleiten beim Lesen Marcovaldo, einen Hilfsarbeiter mit vielköpfiger Familie, in sehr armen Verhältnissen lebend, auf seinen Streifzügen durch seine Stadt: „Schilder, Verkehrsampeln, Schaufenster, Leuchtreklamen, Plakate, waren sie auch noch so ausgeklügelt, um die Aufmerksamkeit auf sich zulenken, das alles konnte seinen Blick nicht fesseln, der…

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