Durchsuchen nach
Kategorie: Rezensionen

Charlotte Salomon: Der Tod und das Mädchen

Charlotte Salomon: Der Tod und das Mädchen

„Dass ich das Leben liebe und dreifach bejahe. Um das Leben ganz zu lieben, dazu muss man auch seine andere Seite, den Tod, umfassen und begreifen. Mögest du nie vergessen, dass ich an dich glaube.“ „Ich halte Sie für berufen, über den Durchschnitt etwas schaffen zu können.“ Das sind Zitate aus dem Programmheft der Ballettaufführung „Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin (UA)“ im MIR. Eine sehr beeindruckende Aufführung, die die Lebensgeschichte von Charlotte Salomon anhand ihrer Bilder, untermalt mit…

Weiterlesen Weiterlesen

Mercè Rodoreda, Der Garten über dem Meer

Mercè Rodoreda, Der Garten über dem Meer

„Der Garten über dem Meer“ ist ein in jeder Hinsicht zauberhafter Roman, der den Leser in die längst vergangenen Tage der feinen Gesellschaft aus Bohemiens und Neureichen in der Zeit vor dem Spanischen Bürgerkrieg führt. Zauberhaft ist die Ausstattung mit Schuber, Leineneinband und Lesebändchen, ergänzt durch das lesenswerte, äußerst fundierte Nachwort von Roger Willemsen, der diesen Roman auch herausgegeben hat. Vordergründig ist es ein “ Sommerroman“, erzählt aus der Perspektive des Gärtners, der das Anwesen von Francese und seiner jungen…

Weiterlesen Weiterlesen

Judith W. Taschler, Roman ohne U

Judith W. Taschler, Roman ohne U

„Roman ohne U“ erzählt zwei dramatische Liebesgeschichten, die ineinander verwoben sind, also nicht chronologisch erzählt werden, und sich letztendlich als verzwickte und teilweise verwirrende Familiengeschichte herausstellt, die 1945 beginnt und 2013 endet. Es ist die Liebesgeschichte von Thomas und Ludovica, die sich auf dem Weg in ihre sibirische Gefangenschaft kennenlernen und dort furchtbaren Grausamkeiten ausgesetzt sind, besonders weil sie zweimal – letztendlich erfolglos – geflohen sind. Thomas überlebt den Gulag, redet nicht über seine dortigen Erlebnisse, sondern schreibt sie auf….

Weiterlesen Weiterlesen

Verstand regiert Gefühle!?

Verstand regiert Gefühle!?

In der letzten Sendung Lebenszeichen „Mit schwierigen Gefühlen leben. Vom Sinn des Ärgers und der Wut“ konnte man hören und nachlesen, welche Wirkmächtigkeit Gefühle haben:„Gefühle haben bei der Handlungssteuerung das erste und das letzte Wort“, schreibt der Bremer Hirnforscher Gerhardt Roth. „Die Letztentscheidung wird emotional getroffen; Vernunft und Verstand allein entscheiden nichts“. Wenn man aber erst einmal weiß und erlebt hat, welche Energie in Gefühlen stecken, kann man sich überlegen, wie man sinnvoll (auch für Veränderungen) damit umgehen kann: Verena…

Weiterlesen Weiterlesen

Thomas Sautner, Die Älteste

Thomas Sautner, Die Älteste

„Die Älteste“ ist die Geschichte einer Heilerin, erzählt am Beispiel der Heilung von Sophie, einer jungen Frau, die nach Aussagen ihrer Ärzte an einem unheilbaren Gehirntumor erkrankt ist. Von einer Freundin hat Sophie von Lisbeth, der Heilerin gehört. Als sie von ihr dann auch noch träumt, macht sie sich auf den Weg zu dieser Einsiedlerin. Bedingungen für die Chance, überhaupt behandelt zu werden, sind: eine Dose Tabak, eine Flasche Schnaps und Kaffee. Sophie hat nichts mehr zu verlieren und überlässt…

Weiterlesen Weiterlesen

Sadie Jones, Jahre wie diese

Sadie Jones, Jahre wie diese

Luke wächst in ziemlich kaputten Lebensverhältnissen auf, die ihn innerlich zerreißen; er schreibt „sich in linierten Kladden aus sich selbst heraus„. Seine Mutter lebt schon immer in einer Anstalt, sein Vater – ehemaliger Jagdbomberpilot – ist Alkoholiker, der mit seinem Leben nicht klar kommt. Luke glaubt fest daran, dass seine Mutter, „wenn er irgendetwas richtig machte – absolut richtig machte – vielleicht wieder gesund würde.“ So schmuggelt er sie einmal aus der Anstalt, um mit ihr in London in ein…

Weiterlesen Weiterlesen

Petra Hofmann, Nie mehr Frühling

Petra Hofmann, Nie mehr Frühling

„Nie mehr Frühling“ ist der beeindruckende Erstlingsroman von Petra Hofmann, in dem das Leben der Hermine Stoll erzählt wird, gleichzeitig aber auch die Geschichte ihres Dorfes, beginnend mit der „neuen Zeit“ in den 30igern des letzen Jahrhunderts bis in die 90iger Jahre. Dabei stehen überwiegend die Frauen im Focus, was nicht weiter verwunderlich ist, sind doch die meisten Männer zunächst im Krieg. „Auf dem Küchenboden liegt sie, vor dem Herd, zusammengekrümmt. Sie regt sich nicht. Mutter?, sagt Paul. In den…

Weiterlesen Weiterlesen

Arno Geiger, Selbstportrait mit Flusspferd

Arno Geiger, Selbstportrait mit Flusspferd

Julian arbeitet als Tierarzt in einer Notfallambulanz, als er nach zehn Jahren Judith, seine erste große Liebe, wiedertrifft und sie kaum wiedererkennt. Sie bringt ihm einen Uhu, den er einschläfern muss. „Du, Judith, da ist nichts zu machen.“ „Ich habe es fast befürchtet“, sagte sie. Diese Sätze beziehen sich vordergründig auf den Uhu, sind letztendlich aber auch das Fazit ihrer langjährigen Freundschaft, die vor zehn Jahren zu Ende gegangen ist. Da war Julian 22 Jahre, Student und damit beschäftigt, erwachsen…

Weiterlesen Weiterlesen

Ernest van der Kwast, Fünf Viertelstunden bis zum Meer

Ernest van der Kwast, Fünf Viertelstunden bis zum Meer

Schlank und schön – mit rotem Innenfutter und passendem Lesebändchen – ist dieser Roman. Schlank sind auch die langen Beine und Fesseln auf dem Cover. Schon der Anblick des Buches ein Genuss. Das Lesen ist dann ebenfalls Genuss pur, das Lesebändchen ist fast überflüssig, da man diese faszinierend geschriebende Liebesgeschichte nahezu in einem Rutsch liest. Und die beginnt so: „Es war der schönste Tag im Leben des Postboten. Sein Telefon begann in dem Moment zu klingeln und zu vibrieren, als…

Weiterlesen Weiterlesen

Anna Qindlen, Ein Jahr auf dem Land

Anna Qindlen, Ein Jahr auf dem Land

Die Fotografin Rebecca Winter hat Geldsorgen. Lange hatte sie von den Einnahmen eines ihrer Fotos leben können. Doch sie hat den Zenit ihrer Karriere als Fotografin offensichtlich überschritten. Ihr Name ist nicht mehr in aller Munde. Sie mietet sich in einem kleinen, preiswerten Haus auf dem Lande ein, um ihr teures Appartement in New York zu vermieten, von der Differenz zu leben und noch ihre alten Eltern zu unterstützen. Täglich überprüft sie sorgenvoll ihr Konto, unternimmt Wanderungen – die Kamera…

Weiterlesen Weiterlesen