Mittwoch, 27. August 2014 | Kategorie: Fotos | Kommentare (0)

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Mittwoch, 27. August 2014 | Kategorie: Zitate | Kommentare (0)

Hast du dich selbst lieb, dann hast du alle Menschen lieb wie dich selbst. Solange du einen einzigen Menschen weniger lieb hast als dich selber, hast du dich selbst noch nie liebgewonnen.

(Meister Eckhart)

Dienstag, 26. August 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Gerade an den Sonntagen
wenn es nichts mehr zu tun gibt
oder ich die Kraft noch mehr zu tun
nicht mehr aufbringen kann oder will

ist da Raum, viel Raum
deine Abwesenheit zu spüren
die Leere
die fehlende Wärme und Weichheit deines Körpers
die Erinnerungen an deinen Humor, deine Großzügigkeit
deine spezielle Art der Fürsorge

diese Leere ist
manchmal
schwer zu ertragen
trotz aller Fort-Schritte in meinem eigenen Leben

(© mona lisa)

Montag, 25. August 2014 | Kategorie: Allgemein, Aufgeschnappt | Kommentare (2)

“Kannst du ohne Brille nichts mehr lesen?”

“Doch das geht schon noch.”

“Warum hast du denn dann eine Brille auf?”

(Die Antwort der Großmutter aus “Rotkäppchen und der böse Wolf” habe ich dann doch nicht gegeben.)

Sonntag, 24. August 2014 | Kategorie: Aufgelesen, Fotos | Kommentare (2)

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Sonntag, 24. August 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

“Opas Reise zu den Sternen” ist ein “Kinderbuch zu Tod und Trauer”, so der Untertitel.

Jakob liebt seinen Opa. Die beiden verbringen regelmäßig die Samstage miteinander, liebevoll die Opa-Tage genannt. Sie spielen mit der Holzeisenbahn oder Opa liest Jakob Geschichten vor. Jakob sitzt dann auf Opas schoß, eng an ihn gekuschelt. Er hört zu und spürt Opas Wärme und seinen weichen Körper.

Doch Opa stirbt – ganz plötzlich.

“Gestorben”, das Wort kennt Jakob, hat es schon mehrfach gehört. Er weiß, dass Menschen dann tot sind. Aber was es genau bedeutet, das weiß Jakob noch nicht.

Jakobs Vater kümmert sich intensiv um Jakob und erklärt ihm, was der Tod ist:
“Der Tod ist keine Person. Tod ist nur ein Wort. Es bedeutet das Ende unserer Zeit auf der Erde”, sagt Papa. “Wir suchen uns nicht aus, wann wir sterben. Der Tod kommt von alleine.”

Ob Kinder, die noch mit Holzeisenbahnen (gibt es die überhaupt noch?) spielen, diese Erklärung verstehen?

Wo Opa denn nun ist? “Auf seiner Reise zu den Sternen”!
Und Jakobs Vater erzählt die Geschichte von den Sternen, die irgendwann einmal unbedingt auf die Erde wollen, dort als Menschen geboren werden und nach dem Tod – so wie Opa – ihre Reise zurück zu den Sternen antreten – ohne Körper, der beerdigt werde.
“Opas Körper bleibt in der Kiste. Aber das ist nicht mehr der Opa. Es ist nur der Körper. Ohne Gefühle. Ohne Opa.”

Nun hat Jakob zwei Orte, an denen er den Opa weiß: Der Körper ist auf dem Friedhof, und das, was den Opa ausmacht, ist zum Stern geworden, also am Himmel zu finden.

Und dennoch sind da der Schmerz, die Traurigkeit um Opa, die nicht weggehen wollen.
“Jetzt ist das noch so, weil der Opa noch nicht lange tot ist. Das ist wie eine Verletzung, die heilen muss. Das dauert eine Weile. Aber dann, irgendwann, bleiben uns die schönen Erinnerungen.” So macht ihn seine Mutter darauf aufmerksam, dass der Opa in seinem Herzen weiterlebe, er ihn also immer bei sich habe.

Im Nachwort wird darauf hingewiesen, dass Jakobs Trauer ihn noch lange begleitet, aber auch, was ihm geholfen hat:
über die Trauer reden,
seine Eltern, also Menschen, die zuhören und ehrlich mit ihm umgehen und
die “Erlaubnis”, traurig sein zu dürfen.

Ich finde es gut, dass Menschen sich Gedanken über Sterben und Tod machen und dabei berücksichtigen, dass auch Kinder davon betroffen sind, wenn Menschen sterben, mit denen sie sich eng verbunden gefühlt haben, und nicht davon ausgehen, man müsse Kinder von diesen Themen fern halten. Meist sind es nämlich die eigenen Ängste und Schwierigkeiten, die Erwachsene so denken und handeln lassen.

Die Autorin und auch die Illustratorin haben dieses Thema in Wort und Bild umgesetzt. Aber kindgerecht? Das bezweifle ich ein wenig. Es wird meines Erachtens zuviel, zu kompakt auf einigen Seiten angesprochen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder in ihrem eigenen Tempo zu diesem Thema Fragen stellen, die man dann offen und ehrlich beantworten sollte.

Dabei aber könnte das Kinderbuch gute Anregungen geben, diese Fragen kindgerecht zu beantworten bzw. sich überhaupt erst einmal in Kinderseelen einzufühlen. So werden Schuldgefühle angesprochen, die Kinder sehr schnell entwicken können, wenn etwas passiert, was sie sich nicht erklären können. Und ihr Entsetzen über das Verhalten von Erwachsenen bei und nach Beerdigungen, etwa wenn Erwachsene meinen, trauernden Kindern ungefragt über den Kopf streichen zu müssen oder – für Kinder völlig unverständlich – die meist heitere Stimmung, die dann nach einiger Zeit während des Beerdigungessens entsteht.

So wie das Buch geschrieben ist, würde ich es Kindern in einer Trauersituation sicher nicht vorlesen, wohl aber vorher, wenn sie noch nicht unmittelbar davon betroffen sind. Dann wäre es eine sinnvolle Vorbereitung auf Trauer-Situationen, von denen ja auch Kinder nicht verschont bleiben so wie Jakob in diesem Buch.

Anja Kieffer, Katja Pagel, Opas Reise zu den Sternen. Ein Kinderbuch zu Tod und Trauer. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2014, ISBN 978-3-579-07306-4

Samstag, 23. August 2014 | Kategorie: Aufgelesen | Kommentare (2)

Schulterschluss
Abstiegsduell
Kampf um Platz zwei im Revierderby
Neuanfang mit alten Köpfen
Erst Fußbruch, dann Platz acht
Citybasket stürzt die Titanen
Abstiegskampf pur – Löwen biegen Spiel um
Die Schlinge zieht sich zu
Aus dem Ferrari wird ein alter Käfer.
locker boxen
locker schlagen
dann kommt der KO von selbst!

Na dann: ganz schön gefährliches Pflaster!

Freitag, 22. August 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

Gestern ist nicht heute mehr: Es ist weg, es ist dahin.
Es verspührt, empfindet, fühlet, sieht und höret unser Sinn
Nichts von seiner Gegenwart. Gestern ist, wie ein Geschrey,
Das im Augenblick verschwindet, auch verschwunden und vorbey.
Alles gestrige Vergnügen, Lachen, Fröhlichkeit und Schertz
Ist nunmehr ein leeres Nichts. Aber auch ein bittrer Schmertz,
Der uns gestern drückt′ und fraß, der uns Marck uns Bein durchwühlet,
Hat mit gestern aufgehört, und wird heute nicht gefühlet.
Eines Reichen fröhlichs Gestern ist mit allem seinen Prangen,
Und des Armen elend Gestern auch mit aller Noth vergangen.
Beydes bringt besondern Trost. Denn die kurtze Daur der Freuden
Tröstet alle, die nicht glücklich: Und, die Pein und Schmertzen leiden,
Werden ungemein gestärckt, wenn sie dieses überlegen,
Und die unleugbare Wahrheit dieser Lehre wohl erwegen:

Indem du gestern keine Plagen
Mehr fühlen kannst, noch darfst ertragen;
So mind′re Kummer und Verdruß,
Und kräncke dich nicht mehr so sehr auf Erden.
Es wird, mit ungehemmtem Fluß,
Ein jedes Heute Gestern werden.

Barthold Hinrich Brockes
(* 22.09.1680 , † 16.01.1747)

Donnerstag, 21. August 2014 | Kategorie: Fotos | Kommentare (0)

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Donnerstag, 21. August 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Nach “Rabenliebe” nun “Schluckspecht”. Hier wie dort geht es um Liebe, um fehlende Liebe bzw. fehlgeleitete Liebe, hier ist es die “Liebe” zum Alkohol. Dieser Roman erzählt anschaulich, auf die Wawerzineks eigene sprachliche Weise, die Karriere eines Trinkers, eines Säufers, einer Schnapsdrossel, eines Schluckspechtes und was der Bezeichnungen mehr sind.

Deutlich wird, wie allgegenwärtig Alkohol sich nicht nur im täglichen Leben vieler Menschen, sondern folgerichtig auch in der Sprache eingenistet hat. Trinksprüche, Lieder, Redensarten zuhauf. Man kann ihm kaum entgehen, kommt er doch so nett daher als “Schwarze Johanna”, als “Eierlikörchen”, “Rumtopf” als Zugabe im Essen, im Dessert und das alles gesellschaftlich anerkannt und doch irgendwie heimlich.

Onkelonkel und Tante Luci, bei denen der Erzähler aufwächst, weil seine Eltern sich nicht um ihn kümmern, trinken auf ihre je eigene Art. Der Onkel macht eine “Wissenschaft” daraus. Die Tante trinkt quasi heimlich, stellt für andere Eierlikör und vieles mehr her: Vieles davon landet aber in ihrem Keller und rinnt später durch ihre Kehle.

Alkohol als Kompensation für fast alles im Leben, was scheinbar schief läuft. Und was kann nicht alles schief laufen. Mit Alkohol hast du immer Menschen um dich herum, wenn man so trinkt wie der Erzähler, nämlich öffentlich in Kneipen, solange bis der Wirt ihn rausschmeißt, immer wieder, immer wieder, ihm aber beim nächsten Mal wieder und wieder Alkohol ausschenkt, denn schließlich lebt er ja davon. Es geht stetig bergab: Verletzungen sind an der Tagesordnung, Filmrisse ständiger Begleiter. Die Sucht hat ihn im Griff.

Irgendwann taucht Tante Luci, nach dem Tod von Onkelonkel selbst auf dem Weg ein Alkohol-Messi zu werden, beim Erzähler auf, verfrachtet ihn in ein Auto und bringt ihn in eine Einrichtung, dessen Leiter sie kennt. Der Arzt nimmt den Ich-Erzähler auf und begleitet ihn auf sehr ungewöhnliche, aber erfolgreiche Weise aus der Sucht, weckt dessen Verantwortung für das eigene Leben, fördert dessen Talente, indem er ihn immer wieder ermuntert zu schreiben. Und: Er konfrontiert Tante Luci mit ihrer Trinksucht.

Der Roman weist wenig Handlung auf, was aber nur folgerichtig ist. Dennoch lesenswert für die, die Interesse an Sprache haben, an Wortwitzen, am Sezieren von Worten in ihre Bestandteile. Für die, die sich für menschliche Schicksale interessieren, deren Abgründen und Entwicklungsmöglichkeiten, die immer noch vorhanden sind, wenn denn da Menschen sind, die einen unterstützen und einem doch nicht die eigene Entwicklung und Verantwortung nehmen. Die vor allem da sind, wenn man nach Rückschlägen wieder meint, es nicht zu schaffen.

Peter Wawerzinek, Schluckspecht, Roman, Berlin 2014, 457 S., ISBN 978-3-86971-084-6