Sonntag, 7. März 2010 13:40

Ja, sie wärmt wieder, die Sonne. Eingemummelt in einer windgeschützten Ecke habe ich sie gespürt. Es tut soooo gut. Sie regt Lebensgeister an,  nicht nur im Garten. Möge es so bleiben - zumindest noch ein paar Tage lang.
Einen sonnigen Sonntag, wo auch immer ihr seid!

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Sonntag, 7. März 2010 13:39

Vorfrühling

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,

greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

(Rainer Maria Rilke)

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Samstag, 6. März 2010 18:38

Wer  kann da schon “Nein” sagen, wenn die Königin bitten lässt? Ich nicht!
Jeden ersten Samstag im Monat gibt es in der Kirche St.Peter in Recklinghausen eine Orgelmatinée, z.T. mit renommierten Organisten und interessanten, oft ausgefallenen Musikstücken. So hat einmal eine Brasilianerin Tangos auf der Orgel gespielt. So etwas hatte ich bis dahin noch nicht gehört.
Heute lag dort ein 118 S. (!!!) starkes Programmheft, das mit dem Titel “Die Königin lässt bitten” auf das besondere Veranstaltungsprojekt die “ORGELLANDSCHAFT RUHR - EIN JAHR MIT DER KÖNIGIN” hinweist. Es ist ein Projekt im Rahmen der europäischen Kulturhauptstadt 2010. Ich habe es gleich mitgenommen und werde mich auf Entdeckungsreise begeben. Denn die Orgel ist für mich wirklich ein majestätisches Instrument, das ich am besten in einer Kirche genießen kann. Ich habe zwar auch einige CDs, doch mein Wohnzimmer ist halt keine Kirche. Vor allem in der Hitze eines Sommers ist es für mich ein Hochgenuss, in den einzutauchen ich mir gönne, wann immer es möglich ist.
Verbunden sind diese Orgelmatinées auch mit Erinnerungen an meinen jüngsten Sohn, der mich im Kleinkinderalter in Marburg samstags am frühen Abend beleitet hat, still sitzen geblieben ist und wirklich andächtig der Musik gelauscht hat - zum Teil sehr zur Freude anderer Besucher, die sich zusätzlich an dem Kind erfreut haben.

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Samstag, 6. März 2010 10:07

“Beherzt ist nicht,
wer keine Angst kennt,
beherzt ist,
wer die Angst kennt
und sie überwindet.”

(Khalil Gibran)

Beherzt hat lt. Duden die Bedeutung: mutig und entschlossen.
Ist jemand be-herzt, wenn er sich seines Herzens bewusst ist und/ oder davon Gebrauch macht?

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Freitag, 5. März 2010 11:22

“Die Summe unserer Erkenntnis
besteht aus dem, was wir gelernt
und aus dem, was wir vergessen haben.”

(Marie Ebner-Eschenbach)

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Freitag, 5. März 2010 11:00

Soll ich oder soll ich nicht? Mein Versuch, jemanden mitzunehmen, scheiterte, doch dann sagte ich mir: nix wie hin - trotz angekündigten Schnees. Wer weiß, ob sich die Gelegenheit noch einmal bietet, Harry Rowohlt live zu erleben.
Und ich bin froh, mich aufgerafft zu haben. Völlig unbedarft und uninformiert habe in der Kaue in Gelsenkirchen gesessen und der Dinge geharrt, die da kamen.
Und Harry Rowohlt kam, in seinem typischen Outfit mit Mütze, Zweireiherjacke, bebeugt, mit einer Stofftasche an der Hand mit dem blauen Logo der “Lindenstraße”, legte los und war nicht mehr zu bremsen. Jedenfalls hatte er mehr Energien als viele Zuschauer, die dann vereinzelt vor Schluss aufbrachen - vielleicht aber auch nur, weil sie den letzten Bus noch kriegen wollten. Erst nach 23.00 hörte Harry Rowohlt auf, mit einer freiwilligen Zugabe, vor dem Klatschen der Zuschauer und dem “obligatorischen Verschwinden hinter dem Vorhang”.
Er las aus (un-)veröffentlichten eigenen Werken, aus Übersetzungen, erzählte von seinen Wurzeln im Ruhrgebiet, gespickt mit Witzen, nicht immer politisch korrekt, von Begegnungen mit Menschen (auf seinen Lesereisen), von Zuschriften, die ihn erreichen etc. Das, was er erzählte war schon interessant, doch wie er erzählte ist kaum zu beschreiben - ein Hochgenuss für Liebhaber von Sprachwitz, -ironie, Dialekten aller Arten. Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten und beinahe Tränen gelacht, vor allem wenn er sich  ”auf die Schüppe” nahm.
Danke für diesen Abend!

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Donnerstag, 4. März 2010 11:29

“Zart gegen die Zarten und hart gegen die Harten!”

Motto des heute vor zehn Jahren verstorbenen Gründers von terre des hommes Edmond Kaiser.

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Mittwoch, 3. März 2010 10:23

“Ins Sichere willst du dich betten!
Ich liebe mir den inneren Streit:
denn wenn wir Zweifel nicht hätten,
wo wäre denn frohe Gewißheit?”

(J.W. Goethe)

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Mittwoch, 3. März 2010 9:11

Eins vorweg: Ich finde die Figur des Tabor Süden nach wie vor interessant, seine verschiedenen Arten zu schweigen, seine Gedanken über Gott und die Welt, seine Art zu ermitteln und seine Vermisstenfälle ebenfalls. Aber die schmaleren Bände “Tabor Süden und…” haben mir insgesamt besser gefallen.
In diesem Roman geht es um Lucy, Tochter von Christoph Arano -  vor über dreißig Jahren aus Nigeria nach Deutschland gekommen -  die nach dem Tod ihrer Mutter ständig auf äußerst brutale Art und Weise Straftaten begeht, dafür zwar noch nicht belangt werden kann, aber deshalb stadtbekannt ist. Viele bei der Polizei warten nur darauf, dass sie 14 und damit strafmündig wird, und einige überschreiten unerlaubt ihre Befugnisse, indem sie Straftätern aus dem rechtsradikalen Spektrum Informationen über die Ermittlungen im Fall Lucys und der entführten Natalia Horn zukommen lassen. Die Entführung von Natalia Horn, der Verlobten Christoph Aranos, soll die sofortige Abschiebung von Vater und Tochter erzwingen. Um dieses Ziel zu erreichen ist den Tätern wirklich jedes Mittel recht: Mord, Erpressung, Entführung und die Instrumentalisierung der Medien, die auf ihre Quoten schielend beinahe alle journalistischen Grundsätze über Bord werfen. Und mittendrin Tabor Süden, der nahezu als Einziger Interesse an dem Mädchen und ihrem Werdegang zeigt, der wissen will, warum sie so aggressiv auf ihre Umwelt, ihre Mitmenschen reagiert, scheinbar ohne jegliches Mitleid, ohne jeden Respekt vor niemandem, der als Einziger Kontakt zu ihr aufnehmen kann: ” ‘Sie fürchten sich, … weil es ihrer Natur entspricht. Es ist praktisch für sie, dass du schwarz bist, so haben sie eine Rechtfertigung für ihr Verhalten. Ein schwarzes Kind, das wahllos Menschen angreift, ist ein Glücksfall für sie, du bist ein Angstmagnet. Sie denken, je mehr sie sich fürchten müssen, desto weniger wird ihre Furcht, sie denken, du saugst die Furcht aus ihnen heraus und wenn sie dich dann verjagt und verbannt haben, … freuen sie sich wie Kinder. Und dann fürchten sie sich wieder und suchen sich eine neue Lucy.’ ”
Dieser Roman ist mehr als nur ein Krimi, er ist Abbild unserer Gesellschaft, die an vielen Stellen vergessen zu haben scheint, dass jemand nicht als Verbrecher geboren wird. Er entlarvt, wie moralische, gesellschaftliche Werte verraten werden, bis dahin hochgehalten, nun aber nicht mehr opportun zu sein scheinen, bzw. einfach nicht karriereförderlich.
Auch wenn der (Kriminal-)Roman grundsätzlich interessant ist, finde ich manche Passagen zu lang geraten. Eine Kürzung und Konzentration aufs Wesentliche hätte ich besser gefunden.

Friedrich Ani, German Angst, Roman, München 2002, 557 S., ISBN 978-3-426-62054-0

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Montag, 1. März 2010 8:56

Wohnung zu vermieten.
Nachfrage im Juwelier.

Immer wieder laufe ich in der Stadt an diesem Schild vorbei. Ob sich keiner traut “im Juwelier” nachzufragen?

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