Freitag, 20. September 2019 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (3)

War in den letzten Tagen – nach einer langen Lesephase – viel im Garten und habe herumgewerkelt.

Schön ist es, wenn das Gesamtbild stimmig ist, dazu tragen auch die vielen Details bei, die im Laufe der Zeit zusammengetragenen Dinge. Bei mir meist mit angenehmen Erinnerungen verbunden, langen Spaziergängen – hier in der Umgebung, im Urlaub – mit Streifzügen durch schöne Geschäfte. Ich finde meist, wenn ich nicht suche.

Die nun angenehm warme Sonne macht mir den Übergang zum nahenden Herbst erträglicher. Ich genieße, was es zu genießen gibt, bald auch wieder die auf mich wartenden Bücher, die sich jetzt im Bücherherbst zu stapeln beginnen.

Donnerstag, 19. September 2019 | Kategorie: Allgemein, Aufgelesen, Fotos, Zitate | Kommentare (6)

Wenn irgendwo Pilze schmoren,
wird der Kriminalist hellhörig.

Soll Agatha Christie mal gesagt haben.

Bei mir schmoren sie nur, wenn ich sie auf dem Markt gekauft habe, denen in meinem Garten ist nicht zu trauen. Ich habe keine Ahnung von Pilzen, obschon ich sie gern esse.
Vor Jahrzehnten bin ich mit einem Pilzkenner in den Wäldern nahe Marburgs unterwegs gewesen. Die Ausbeute war reichlich und vielfältig. Ich konnte noch nie so viele unterschiedliche frische Pilze schmoren und mit Genuss essen. Eine Delikatesse.

Mittwoch, 18. September 2019 | Kategorie: Allgemein, Alltägliches, Fotos | Kommentare (4)

Es ist ein Rosenkäfer, der da krabbelt.
Nicht mein Rosenkavalier, der steht zweimal die Woche auf dem Marktplatz. – aber beide schillernde Figuren ;)

Dienstag, 17. September 2019 | Kategorie: Allgemein, Fotos, Zitate | Kommentare (4)

Diese Regentropfen erschlagen keinen …
Klopfen auch an kein Fenster …

Montag, 16. September 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

“Was passiert … , wenn das Band, das zwei Menschen verbindet, mehr und mehr zerfasert? Wenn eine Seite sich vor Einsamkeit krank fühlt, traurig und leer, resigniert und fast ohne Hoffnung ist?”

“Ich habe mir die Aufgabe gestellt, die Ausbrechenden in Ruhe zu Wort kommen zu lassen. Das bedeutet, ihrem Empfindungen Glauben zu schenken und zu versuchen, sie aus ihrem Inneren heraus und unabhängig von der Situation der verlassenen Personen zu verstehen. “

Sissel Gran ist langjährige Psychologin und erfahrene Paartherapeutin in Norwegen. Sie hat erlebt, dass diejenigen, die aus einer Beziehung ausbrechen, warum auch immer, meist diejenigen sind, die mit Unverständnis, Verurteilungen etc. konfrontiert sind, weil die Sympathien der Umgebung meist bei den Verlassenen, den (vermeintlichen) Opfern sind.

Ihrer Meinung nach, wird den Verlassenden und ihren Problemen und Themen sowohl in der Fachliteratur als auch in der alltagspsychologischen Literatur zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Dass auch “Ausbrechende” mit Trauer und Verlustgefühlen zu tun haben, wird ihnen oft nicht zugestanden, sie werden als “kalt und unsensibel” betrachtet, abgestempelt.

Ihrer Meinung nach ist es immer schmerzhaft, Abschied zu nehmen. Sie bezeichnet die Zeit nach einer Trennung als “stille Trauer … Es handelt sich um eine Verlustsituation ohne Ritual, ohne Blumen und Grabstätte.”

Sie gibt in diesem – auch für interessierte Laien – gut lesbaren Buch den Ausbrechenden eine Stimme, indem sie sie die Geschichte ihrer Beziehung erzählen lässt, von den Anfängen über die Wendepunkte und das vollzogene Ende.

Sie arbeitet dabei systematisch negative Grundmuster in Beziehungen aus, verdeutlicht die diversen Knack- und Wendepunkte, geht auf Beziehungstraumata und die langen, inneren Abschiede ein und auf das Ausweichen, das letztlich den stillen Tod einer Beziehung zur Folge hat.

Sie vernachlässigt auch Folgen für die Kinder dieser zerbrechenden Beziehungen nicht, weist darauf hin, dass “der Abdruck eines Paares ewig bleibt” und versucht zu verdeutlichen, welche Herausforderung es bedeutet, sich auch nach einer Trennung auf einen meist sehr schwierigen Prozess der Versöhnung einzulassen, der das verletzte Ich beider Partner heilen und zu einem wieder freundlichen, freundschaftlichen Kontakt führen könnte.

Es ist ein Buch, das “Ausbrechern” unterstützen könnte, Verständnis und Klarheit für die eigene Situation zu finden, und sicher auch hilfreich ist für die Umgebung eines Paares, um allzu schnelle Vorverurteilungen zu vermeiden. Wenn man es “richtig” liest, ist es allerdings auch eine warmherzige “Anleitung” für Beziehungen, in der jeder Partner darauf achten sollte, den anderen zu sehen, zu (be-) achten, Verständnis für ihn zu haben und vor allem: da zu sein.

In einem ausführlichen Anhang finden interessierte LeserInnen des weiteren Hinweise zu weiterführender Fachliteratur und Sachbüchern sowie zu Belletristik, Lyrik, Musik und Filmen.

Sissel Gran, Ich verlasse dich, weil ich leben will, Herder Verlag, Freiburg i.Breisgau 2019, 335 S., ISBN 978-3-451-60070-8

Sonntag, 15. September 2019 | Kategorie: Allgemein, Fotos, Zitate | Kommentare (5)

Es gibt eine Stille des Herbstes
bis in die Farben hinein.

(Hugo von Hofmannsthal)

Samstag, 14. September 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

“Herrn Arnes Schatz” ist eine der Neuerscheinungen des Kunstanstifter Verlages in diesem Herbst. Es ist eine von Roberta Bergmann bebilderte Ausgabe der bereits 1904 erschienen Erzählung von Selma Lagerlöf, der schwedischen Schriftstellerin, die als erste Frau den “Nobelpreis für Literatur” bekommen hat.

“Herrn Arnes Schatz” erzählt die Geschichte eines mörderischen Raubüberfalls im 16. Jahrhundert in Bohusland, bei dem der Schatz Herrn Arnes, Pfarrer von Solberga, geraubt, sämtliche Bewohner und Gäste des Pfarrhofes ermordet und das Gebäude in Flammen gesetzt werden. Die Mörder können fliehen, werden erfolglos verfolgt und jeder im Dorf glaubt, dass sie entkommen konnten.

Nur ein “armes, elternloses Kind, das Herr Arne bei sich auf dem Pfarrhof aufgenommen hatte” überlebt. Elsalill, so der Name der Überlebenden, wird die Aufgabe zuteil, die Mörder zu überführen. Sie begegnet ihnen das erste Mal auf den Landungsbrücken, wo sie als Waise für ihren Unterhalt mit den Fischfrauen arbeiten muss.

(© Roberta Bergmann, Kunstanstifter Verlag)

Sie erzählt den Unbekannten vom Überfall auf den Pfarrhof, ohne die drei als schottische Edelmänner auftretenden Räuber als die gesuchten Mörder zu erkennen. Einem der Drei, Sir Archie, ist sie sehr zugeneigt, weil er ihr ausgesprochen höflich begegnet. Sie verliebt sich sogar in ihn. Und genau der ist der Mörder ihrer Pflegeschwester. Für sie in jeder Hinsicht eine Katastrophe.

Es ist eine traditionell, linear erzählte, nach dramaturgischen Aspekten aufgebaute Geschichte, in der die Mörder – mit Gottes Hilfe und Unterstützung, wie die Bewohner des Landstriches meinen – auf sehr mysteriöse Art und Weise verfolgt werden. Denn die ermordete Enkelin des Pfarrers findet in ihrem Grab keine Ruhe und tritt als unsichtbarer, aber zu erlebender Geist auf und lenkt die Geschicke auf Erden, so ist z.B. sie immer in der Nähe ihres Mörders:

Elsalill sah Sir Archie zu einer der Säulen starren, die das Gewölbedach stützten. Und nun sah sie, was sie bis dahin nicht bemerkt hatte, dass an ebendieser Säule ihre Pflegeschwester stand und Sir Archie ansah. Sie stand reglos an die graue Säule gepresst da und war in ihrem grauen Gewand davor kaum zu erkennen. … ‘Ich sehe sie immerzu. Sie folgt mir auf Schritt und Tritt’, sagte er.
Er saß der Säule zugewandt und starrte an die Stelle, wo die Tote stand. Aber Elsalill begriff, dass er die Tote nicht sah. Er sprach nicht von dem Schatten an der Säule, sondern von einem Schatten, der sich in seinen Gedanken eingenistet hatte.”

Roberta Bergmann bebildert diese dramatische Geschichte und fängt vor allem die seelischen Nöte der Betroffenen und die hinter einer harmlosen Gesichtsfassade steckende Brutalität der drei “schottischen Edelmänner” ein. Sie können letzten Endes überführt werden, weil ihr Schiff das einzige ist, das noch im Eise feststeckt.

(© Roberta Bergmann, Kunstanstifter Verlag)

Selma Lagerlöf, Roberta Bergmann, Herrn Arnes Schatz, a.d. Schwedischen v. Maike Dörries, Kunstantifter Verlag, Mannheim 2019, 131 S., ISBN 978-3-942795-81-4

Freitag, 13. September 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (8)

Es ist schwer aushaltbar
für andere unaushaltbar zu sein

Da bleibt nur eins:
sich selbst auszuhalten

Vielleicht die größte Herausforderung

(© mona lisa)

Donnerstag, 12. September 2019 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (3)

Die Ausgabe dieser norwegischen Märchen ist etwas ganz Besonderes. Denn es ist eine von Kat Menschik illustrierte Ausgabe, erschienen in ihrer Reihe der Lieblingsbücher. In ihrer unnachahmlichen Art hat sie zu jedem Märchen eine Illustration entworfen, die das Wesentliche des jeweiligen Märchens einfängt.

Bereits Cover und der Inneneinband vorn und hinten entführen den Leser bildhaft in die geheimnisvolle Welt der norwegischen Märchen, die sich aus mehr oder weniger exotischen Tieren, Blumen, Bäumen zusammensetzt. Farblich wie immer gut reduziert hat Kat Menschik sich dieses Mal für die Farben Blau in diversen Schattierungen, Weiß und ein kräftiges Rot entschieden.

Inhaltsverzeichnis und Märchenüberschriften nehmen diese Farben wieder auf, so dass ein stimmiges Ganzes entstanden ist, eine Märchenschatztruhe.

Die norwegischen Märchen ähneln in Thematik und Handlungsverlauf in vielerlei Hinsicht den Märchen der Gebrüder Grimm. Meist müssen drei junge Männer eine Prüfung bestehen, die derjenige erfolgreich absolvieren kann, denen es niemand zugetraut hat. Es sind immer die mit Herz und Verstand. In den norwegischen Märchen sind sie die männlichen “Aschenputtel”, die dann auch folgerichtig die Prinzessin heiraten, mit der sie glücklich und zufrieden leben.

Aber es gibt da auch Prinzessinnen, die besser lügen als alle anderen und nur einen Mann akzeptieren, der noch besser lügen kann als sie selbst, und ein redseliges Huhn, das geradeso dem Backofen entkommt.

Ein schönes Buch für Märchen-, Buchliebhaber und Fans der Illustratorin Kat Menschik.

Peter Christen Asbjørnsen u. Jørgen Moe, die PUPPE im GRASE, illustriert von Kat Menschik, a.d. Norwegischen übersetzt v. Friedrich Bresemann, Galiani Verlag, Berlin 2019, 75 S., ISBN 978-3-86971-195-9

Mittwoch, 11. September 2019 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (4)

Es war einmal …