Samstag, 22. September 2018 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (2)


Ich frage nicht,
Wie ich die Welt erfülle.
Die Welt bedarf nicht meiner.
Und was ich
In das Zeichen
Setzte,
War mir
Geschenk vor Allem.
Nur: wie beglück ich,
Fragt ich jede Stunde.

(Arno Nadel 1878-1943, Musikwissenschaftler, Schriftsteller)

Freitag, 21. September 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Poesie ist Widerstand. Widerstand gegen was, wen?

Wecker ist der Ansicht, dass in unserer durchökonomisierten, stets auf Profit ausgerichteten (Gedanken-) Welt schon eine „Wunderwaffe“ not-wendig ist, um Wichtiges von Unwichtigem, Essenzielles von Nicht-Essenziellem unterscheiden zu können.

„Sie heißt Kreativität und sie entfaltet sich immer dann, wenn wir zweckfrei zu spielen beginnen. Wir können das auch mit Gedanken, Worten und Begriffen machen. Dann nennen wir das Spiel Poesie. Aber nicht jedes Wortspiel ist Poesie. Um Poesie zu einer kreativen Kraft werden zu lassen, reicht es nicht, schöne Worte aneinanderzureihen.
Zu einer Waffe wird Poesie erst dann, wenn sie unter die Haut geht und die Menschen tief in ihrem Inneren berührt. Sie wieder mit sich selbst, mit ihren ganz unten im Gehirn abgelegten Hoffnungen und Sehnsüchten verbindet. Dann kann es passieren, dass eine solche Person aufwacht und bemerkt, dass sie ihr Leben auf eine Weise eingerichtet hat, wie sie gar nicht Leben (!) wollte.“

So schreibt es Gerald Hüther in seinem Vorwort zu Konstantin Weckers neuem Buch.

„Auf der Suche nach dem Wunderbaren“ ein leicht daherkommender, poetisch lyrischer Text mit viel Tiefgang, wenn man sich auf die Texte wirklich einlässt. Das Lesen wird zu einem Bad in Poesie, aus dem man erfrischt, entspannt und mit neuen Einsichten, Ideen aussteigt, mindest aber mit vielen Fragen nach dem Sinn des eigenen Lebens.

Wecker erzählt von seinen eigenen Leseerfahrungen mit Poesie, die zu einer „Lebensweise“ für ihn geworden ist:
„Die Heimat der Poesie ist eine geistige
sie kommt aus der Welt der Namenlosen,
Unbennenbaren,
aus der Welt der Numinosen.“

Aber wieso ist Poesie Widerstand?
Gute Poesie hilft
„den Hinweis auf das Wesentliche
zu erahnen.
Ein Hinweis,
der in uns das zum Klingen bringt,
was wir oft allzu wortgewaltig
in uns erstickt haben.“

Poesie kann so widerstandsfähig gegen Gehorsam, gegen Denken im Mainstream, gegen Techniken und Strategien der Mächtigen machen in dieser so korrupten Welt.

Wecker weiß selbst, dass er damit „Träumer, Utopist und Fantast“, damit aber Sprecher nicht nur für sich selbst ist:
„Und ich gebe hier Laut,
nicht weil ich mich für unfehlbar halte,
sondern weil auch die Verlierer,
die seitlich Umgeknickten
die nicht immer obenauf Schwimmenden
ein Recht haben auf ihre Sicht der Welt.“

Ich hoffe, dass er noch lange auf seine so unnachahmliche Art und Weise „Laut gibt“, menschlichen Widerstand leistet und damit Bestrebungen für eine Welt mit menschlichem Antlitz unterstützt – heute, angesichts der inzwischen wieder öffentlich rasstistischen und rechtsextremen auftretenden Horden wichtiger denn je.

Konstantin Wecker, Auf der Suche nach dem Wunderbaren, Poesie ist Widerstand, mit einem Vorwort v. Gerald Hüther, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2018, 143 S., ISBN 987-3-579-08726-9

Freitag, 14. September 2018 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (4)


Der Mensch muß lernen, den Lichtstrahl aufzufangen und zu verfolgen, der in seinem Inneren aufblitzt.

(Ralph Waldo Emerson)

Donnerstag, 13. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)


Wolken seh ich abendwärts
Ganz in reinste Glut getaucht,
Wolken ganz in Licht zerhaucht,
Die so schwül gedunkelt hatten.
Ja! mir sagt mein ahnend Herz:
Einst noch werden, ob auch spät,
Wann die Sonne niedergeht,
Mir verklärt der Seele Schatten.

(Ludwig Uhland)

Mittwoch, 12. September 2018 | Kategorie: Allgemein, Fotos | Kommentare (2)


Eindeutig!

Dienstag, 11. September 2018 | Kategorie: Allgemein, Fotos | Kommentare (2)

Geschafft! Das Weihnachtsgeschenk 2017 für einen Sohn und dessen Freundin konnten wir endlich einlösen:

Montag, 10. September 2018 | Kategorie: Allgemein, Fotos | Kommentare (2)


Es liegen nur ca. zehn Minuten zwischen diesen Aufnahmen.

Sonntag, 9. September 2018 | Kategorie: Allgemein, Fotos | Kommentare (2)


Ein wenig verrückt ist allemal liebens-wert.

Samstag, 8. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)


Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden,
in welchen meine Sinne sich vertiefen;
in ihnen hab ich, wie in alten Briefen,
mein täglich Leben schon gelebt gefunden
und wie Legende weit und überwunden.

Aus ihnen kommt mir Wissen, daß ich Raum
zu einem zweiten zeitlos breiten Leben habe.

Und manchmal bin ich wie der Baum,
der, reif und rauschend, über einem Grabe
den Traum erfüllt, den der vergangne Knabe
(um den sich seine warmen Wurzeln drängen)
verlor in Traurigkeiten und Gesängen.

(Rilke, aus: Das Buch vom mönchischen Leben)

Freitag, 7. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)


Dieses feine Exemplar hat gestern bei mir vorbeigeschaut, mit den Händen gefasst habe ich es nicht, aber immerhin fotografiert ;)

Spinnen waren mir auch zuwider
All meine jungen Jahre,
Ließen sich von der Decke nieder
In die Scheitelhaare,
Saßen verdächtig in den Ecken
Oder rannten, mich zu erschrecken,
Über Tischgefild und Hände,
Und das Töten nahm kein Ende.
Erst als schon die Haare grauten,
Begann ich sie zu schonen
Mit den ruhiger Angeschauten
Brüderlich zu wohnen;
Jetzt mit ihren kleinen Sorgen
Halten sie sich still geborgen,
Lässt sich einmal eine sehen,
Lassen wir uns weislich gehen.

Hätt’ ich nun ein Kind, ein kleines,
In väterlichen Ehren,
Recht ein liebliches und feines,
Würd’ ich’s mutig lehren,
Spinnen mit den Händen fassen
Und sie freundlich zu entlassen;
Früher lernt’ es Friede halten
Als es mir gelang, dem Alten.

(Gottfried-Keller)