Samstag, 25. Januar 2020 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (0)

Am Ende gilt doch nur, was wir getan und gelebt –
und nicht, was wir ersehnt haben.

(Arthur Schnitzler)

Freitag, 24. Januar 2020 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (2)

Holzaugen seid wachsam ;)

Donnerstag, 23. Januar 2020 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (2)

Nebel: Nur Wolken, die zu faul sind, zu fliegen. Aussage eines Meteologen heute im WDR 5.

Mittwoch, 22. Januar 2020 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (2)

Nach dem Nebel – gefrierende Nässe

Wir müssen es aussprechen,
dass das Wesen der Schönheit
nicht im Wirken liegt,
sondern im Sein.

(Rainer Maria Rilke)

Dienstag, 21. Januar 2020 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (0)

Einen Pinn im Kopf haben

Dienstag, 21. Januar 2020 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (2)

Natürlicher „Farbanstrich“

Es gibt solche und solche Fassaden.

Montag, 20. Januar 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
Drängt die Welt nach innen.
(Christian Morgenstern)
Sie hat‘s heute echt schwer.

Montag, 20. Januar 2020 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)


Über die “drei großen Themen Figur, Ernährung und Sexualität” führt Katrin Jonas die Leserin an Möglichkeiten heran, sich mit ihrem Körper zu versöhnen, indem sie lernt, sich ihre fremdbestimmten gesellschaftlichen Maßstäbe, Ideale und Normen bewusst zu machen und durch individuelle, dem eigenen Körper gemäße und angemessene zu ersetzten.

Dabei ist es bei allen drei Themen wichtig “der Natur des eigenen Körpers” näher zu kommen, dessen wahre Bedürfnisse kennenzulernen und ihn in seinen Reaktionen besser zu verstehen” mit dem Ziel, sich im eigenen Körper zu Hause zu fühlen und sein eigenes Spiegelbild nicht mehr mit einem “feindseligen, kritikbereiten, kontrollierenden” , sondern mit einem “liebevollen, herzlichen Blick” anzusehen.

Jedes Kapitel dieses Buches enthält aufklärende, darstellende Ausführungen mit Fragen zum persönlichen Umgang mit den Themen Figur, Ernährung und Sexualität und anschließend verschiedene Versöhn-Übungen, insgesamt sind des 13, die die Leserin zur aktiven Teilnahme animieren wollen. Es sind Atem-, Meditations-, Bewusstseinsübungen etc., die die Nähe zum Körper und die Sensibilität für ihn fördern sollen. Es ist also kein reines Lese-Buch.
Mit einem zeitaufwändiges Körper-Versöhnritual am Ende des Buches soll ein vorläufiger Abschluss dieses Versöhnungsprozesses gefeiert werden. Danach sollte der Körper in der Lage sein, seine natürliche Regulation möglichst selbst zu übernehmen und sich nur zu melden und gezielte Aufmerksamkeit zu beanspruchen, wenn er eine Störung meldet.

Damit die Versöhnung zu einer anhaltenden werden kann, die Sensibilität für den eigenen Körper nicht nachlässt, empfiehlt Katrin Jonas, sich aus ihren Vorschlägen passende tägliche Übungseinheiten zusammenzustellen und möglichst mit geschlossenen Augen zu praktizieren.

In der Hinsicht hätte ich mir allerdings eine detaillierte Übersicht der Übungen mit Seitenangaben am Ende des Versöhnungsbuches gewünscht. Selbst angebrachte Markierungen sind bei der Anzahl der Übungen auch nicht wirklich übersichtlich. So blättert man und sucht oder setzt sich selbst hin und fertigt ein solches Verzeichnis an. Etwas mühsam und m.E. nicht notwendig. Soviel Service dürfte dann schon sein.
Dennoch ein für viele Frauen sicher wichtiges Buch für einen heilsamen Umgang mit sich.

Katrin Jonas, nackt, Das Körper-Versöhnbuch für Frauen, Innenwelt Verlag, Köln 2019, 277 S., ISBN 978-3-947508-39-6

Sonntag, 19. Januar 2020 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (2)

Samstag, 18. Januar 2020 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)


Meine Zeit verlangte meinen Pass und meine Fingerabdrücke
Ich aber hatte eine verborgene Identität.
Meine Zeit unterzog mich einer Leibesvisitation.
Doch meine Schmerzen entdeckte sie nicht.
Wird die zukünftige Jugend die Erde bestellen?
Wie sind nicht vereint in der Sehnsucht nach toten Planeten.
Wie sind vereint in der Sehnsucht nach der Innenfläche der Hände.

So beginnt der vielschichtige Roman Agnar Mykle. Der Autor empfiehlt dann auch:
Dieses Buch sollte zweimal gelesen werden.
Es einhält eine Botschaft, unter anderem.

Beim zweiten Lesen, Hören, Anschauen von Kunst(werken) ist dies immer ratsam, entdeckt man doch immer etwas, was man beim ersten Lesen, Hören und Anschauen übersehen hat.

“Das Lied vom roten Rubin” ist bereits 1956 in Norwegen erschienen und kurz darauf wegen seiner freizügig beschriebenen Sexszenen – eingeordnet als Pornografie – verboten worden, eine Entscheidung, die heute sicher nicht mehr gefällt würde.

Protagonist dieses Romans, der in der Zeit zwischen 1935 und 1945 spielt, ist Ask Burlefot, der nach seiner Zeit als Lehrer mit Anfang 20 ein Studium der Betriebswirtschaft in Bergen beginnt. Da ist er schon zweimal ungewollt Vater. Eins seiner Kinder wurde von der Mutter nach der Geburt zur Adoption frei gegeben, die andere Mutter sitzt ihm mit ihren Unterhaltsforderungen ständig im Nacken.
Ask Burlefot ist bildungshungrig, liest nahezu alles, was er in die Finger bekommt, hängt sozialistischen Ideen der Arbeiterbewegung an und engagiert sich in einem sozialistischen Gesprächskreis. Er ist trotz seiner Schüchternheit seinen Dozenten gegenüber sehr kritisch eingestellt, findet ihre Vorlesungen in der Regel langweilig, weil Bücherwissen langatmig ausgebreitet wird, dennoch hat er Angst, den Prüfungen nicht gewachsen zu sein. Er pendelt zwischen Freiräumen, die er sich gestattet und rational begründen kann und einer Art ängstlichem Strebertum, nur ja nichts zu verpassen, die Prüfungen nicht zu schaffen.

Zudem ist er auf der Suche nach der großen Liebe, dem “Roten Rubin” – hat viele Affären, oft one-night-stands, auch mit jungen, aus seiner Sicht dummen Frauen, deren “Credo der Glaube an ein Esszimmer-Buffet aus Mahagoni” bestand. Er sieht und beurteilt sie kritisch, geht er doch davon aus, dass Frauen auch politisch etwas zu sagen haben:

Die Frau als Diskutant? … Es fehlt ihnen bloß an Übung. Ja, Übung, und der Gewissheit, dass es in ihrem späteren Leben nützlich sein könnte, öffentlich zu reden. Das würde ihnen Mut machen. Wenn eine Frau erst einmal öffentlich reden kann, wird sie jedem Mann weit überlegen sein. Wie auf allen Gebieten. Wo gibt’s denn den Mann, der eine Frau auf erotischem Gebiet übertrifft … Sogar für den ausdauerndsten Geschlechtsakrobaten der Welt findet sich eine Frau, die ihn schlägt. Wenn er sich den absolut letzten Tropfen abgewrungen hat, liegt die Frau lächelnd da und ist immer noch bei Kräften. Deshalb wollen die Christen keine weiblichen Pastoren.

Dennoch ist er von ihren weiblichen Reizen fasziniert, kann ihnen kaum widerstehen. Er empfindet sie oft wie reife Äpfel, die ihn lächelnd fragen: “Pflückst du mich?” Und er pflückt gern, ausgiebig, oft und leidenschaftlich, das ein oder andere Mal auch gegen den Widerstand der Frauen, immer wieder begleitet von der Angst vor einer erneuten Vaterschaft und der Frage:
“Warum sollen wir unbedingt jedes Mal lieben, wenn wir lieben?” Er sieht sich mit der Forderung konfrontiert, die “sogenannte freie Liebe” zu unterbinden. “Die Jugend hat die moralische Pflicht, zu warten, bis eine gesetzliche Ehe eingegangen werden kann; die Jugend verschwendet die Kraft ihrer Liebe, indem sie den Liebesakt vorwegnimmt.”

Wenn Ask dann aber sieht, was von der Liebe in den Ehen, die er um sich herum sieht, bleibt, scheint ihm das auf keinen Fall eine Option zu sein. Gleichwohl seht er sich nach der Einen.

Dieser Adoleszensroman erzählt von einem Jugendlichen in den Dreißigern des letzten Jahrhunderts auf der Suche nach seinem Platz im Leben, von seinem sexuellen und politischen Erwachsenwerden, der Suche nach sinnstiftenden Werten und nach Möglichkeit, sie in Handlung umzusetzen. Natürlich gerät Ask dabei mit den Konventionen der damaligen Zeit in Konflikt. Neben seinem Studium ist Ask von der Musik und dem Musikmachen begeistert und von seinem Traum, Musik als Beruf auszuüben und nicht zu wissen, wie er das realisieren kann.

Ask ist trotz seiner vielen Bekanntschaften ein einsamer Mensch, der sich nirgends wirklich zugehörig fühlt. Immer auf der Suche nach Gemeinsamkeit, nach Zusammengehörigkeit ist er oft enttäuscht von den Menschen und ihrem Darstellungs- und Geltungsbedürfnis, die aus seiner Sicht echten Kontakt verhindern. Und immer wieder zieht er sich daher enttäuscht zurück.

Sehr subtil, dennoch sehr deutlich, verweist der Roman auch auf die politischen Gegebenheiten Norwegens zur Zeit des in Deutschland aufkommenden Nationalsozialismus in die “Das Lied vom roten Rubin” eingebettet ist.
Ein wirklich lesenswerter unterhaltsamer Roman, der einen zweiten Lesedurchgang sicher verdient hätte, gäbe es da nicht noch die vielen anderen auf dem Bücherstapel.

Agnar Mykle, Das Lied vom roten Rubin, a.d. Norwegischen v. Ulrich Sonnenberg, Ullstein Verlag, Berlin 2019, 437 S., ISBN 978-3-550-05002-2