Samstag, 13. März 2010 15:50

“Die Normalität
ist wie eine gepflasterte Straße.
Man kann gut auf ihr gehen,
doch es wachsen keine Blumen auf ihr.”

(Vincent van Gogh)

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Samstag, 13. März 2010 15:47

Die letzten Holzbestände ins Haus holen, Blätter wegfegen, die sich in Ecken, in der Garage und wo auch immer angehäuft haben, Bucheckern entferenen, die die Herbst- und Winterstürme auf den Rasen haben fallen lassen, Maulwurfshügel abtragen und Erde auf Beete verteilen, offensichtlich erfrorene Äste abschneiden, Blumenkübel inspizieren - einige haben es samt Inhalt nicht geschafft, heil über den Winter zu kommen.
Ergebnis:
- Die erst diese Woche geleerte Biotonne ist bereits voll.
- Meinen Daumen ziert eine dicke Blase.
- Der Rücken signalisiert: genug für heute.
- Ich bin ko., aber zufrieden und froh, dass ich bald wieder regelmäßig im Garten sein kann.
Doch bis der Garten wieder einem Garten ähnelt und nicht einem Friedhof, gibt’s noch alle Hände voll zu tun, demnächst dann mit dickeren Handschuhen geschützt.

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Freitag, 12. März 2010 12:08

“Eine Angewohnheit
kann man nicht aus dem Fenster werfen,
man muss sie die Treppe hinunterprügeln
Stufe für Stufe.”

(Mark Twain)

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Freitag, 12. März 2010 12:01

Jasmin Reisig, Mutter von zwei Kindern wird erdrosselt. Mit einem Seil aus Strohseide. Im Münchner Kommissariat gibt es zwei weitere ungelöste Fälle, die aber außer dem Mordwerkzeug und der Tatsache, dass die beiden anderen Erdrosselten Eltern waren, keine weiteren Parallelen aufzeigen. Alle Ermittlungsergebnisse werden miteinander verglichen: Nichts.
Die verschiedenen Familienangehörigen von Jasmin Reisig verstricken sich immer stärker in Widersprüche, was zu immer mehr Verdächtigen mit unterschiedlichen Motiven führt und Familienverhältnisse aufdeckt, bei denen sich einem die Haare sträuben. Doch wirklich weiter kommen die Ermittler nicht, bis Endres, der Nachfolger des blinden Jonas Vogel, diesen - sehr zum Verdruss seines in der Kommission arbeitenden Sohnes Max Vogel - um Hilfe bittet, da er als “Seher”, wie er von allen vor seiner Erblindung genannt worden ist, über besondere Fähigkeiten verfügt, Dinge wahrnimmt, hört, gesehen hat, die andere nicht wahrnehmen, obschon sie die gleichen Tatorte sehen und die gleichen Zeugenaussagen hören. Er ist bei der Ortsbesichtigung dabei, als es darum geht, die Aussagen eines Zeugen zu überprüfen. Und Jonas Vogel hört, dass der Zeuge lügt. Endlich ergibt sich eine heiße, aber äußerst gefährliche Phase der Ermittlung.
Der Täter bezeichnet sich  als “der Tuer”: “Weil ich was tue und nicht nur zusehe. Ich kann das nicht sehen. Terror. Es muss Terror sein.” Das, was er als Terror empfindet und beenden will, sind die beobachteten Schläge der Eltern, die sie als Erziehungsmethoden eingesetzt haben. Die Tatsache, dass Jonas Vogel blind ist, lässt ein weiteres Trauma des Tuers wieder aufleben und Vogels Leben ist wieder einmal in Gefahr. Dieser Kriminalroman ist der dritte, druckfrisch als TB erschienene Roman nach “Wer lebt, stirbt” und “Wer tötet, handelt” mit dem erblindeten ehemaligen Kommissar Jonas Vogel.

Friedrich Ani, Die Tat, München 2010, 191 S., ISBN 978-3-423-21198-7

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Mittwoch, 10. März 2010 18:49

“Der Charakter ist ein Fels,
an welchem gestrandete Schiffe landen
und anstürmende scheitern.”

(Immanuel Kant)

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Mittwoch, 10. März 2010 18:35

Dass Männer jüngere Frauen bevorzugen ist die Regel, mittlerweile gibt es aber immer mehr Frauen, die Beziehungen zu jüngeren Männern haben. Warum nicht?
Was man als in Vavriks Roman “Nacktbadestrand” erfährt, gehört m.E. ins Reich erotischer Phantasien, so wie die Geschichten, die sich die Protagonistin, Frau Vavrik, ausdenkt und z.T. auf Bestellung produziert. Wegen Schlafstörungen, die massiv nach der Schließung ihrer Buchhandlung mit 78 Jahren angefangen haben, geht sie zum Arzt, der sie u.a. nach ihrem Geschlechtsverkehr fragt und ihr den Rat gibt, es übergangsweise mit Baldriantropfen vor dem Schlafengehen zu versuchen und eine Kontaktanzeige aufzugeben. Gesagt, getan, die Baldriantropfen werden gekauft, helfen aber nicht. Nun gibt sie eine Kontaktanzeige auf, in der sie sich zehn Jahre jünger macht. Und sie bekommt Antworten, macht ihre ersten Dates aus und wird zunehmend mutiger, sich auf die verschiedenen Männertypen einzulassen. Der Leser erfährt neben detailliert beschriebenen Sexualpraktiken der alten Dame, ihre Gefühle dabei, ihre Erinnerungen an ihre ersten beiden Ehen, den Wunsch, ihre erwachsenen Söhne über ihr verändertes (Liebes-)Leben zu informieren und ihre Scheu und Scham davor. Scham, dieses Leben mit zum Teil vier (!!!) Liebhabern gleichzeitig zu leben, hat sie nicht. Sie holt nach vierzig Jahren Enthaltsamkeit nach, was sie in ihren Ehen nicht erlebt hat: sexuelle Befriedigung und das Glück begehrt zu sein. Mehrere Bilder der Autorin zeigen eine alte, weißhaarige Dame, deren Gesicht Glück, Zufriedenheit ausstrahlt. Inwieweit der Roman ein autobiografischer ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Ob sich tatsächlich Jugendliche im Alter von gerade 20 Jahren auf diese Weise auf sie einlassen?
Das Buch ist literarisch keine Herausforderung, inhaltlich für manche Menschen sicherlich heute noch immer Provokation. Vielleicht aber rückt es Sexualität als eine Form menschlicher Begegnung auch im hohen Alter in den Blickpunkt der Öffentlichkeit und in öffentliches Bewusstsein. Auf jeden Fall aber der mutige Schritt einer 81 Jährigen, ihren ersten Roman zu schreiben, ihn zu veröffentlichen, vielleicht auch mögliches Vorbild zumindest in ihrer neugierigen Art, Kontakt mit Menschen aufzunehmen, sich über Tabus hinwegzusetzen. Gewidmet ist das Buch: Allen, die sich aufgegeben haben. Es kommt immer anders, als man denkt.

Elfriede Vavrik, Nacktbadestrand, Wien 2010, 188 S. ISBN 978-3-99001-009-9

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Sonntag, 7. März 2010 13:40

Ja, sie wärmt wieder, die Sonne. Eingemummelt in einer windgeschützten Ecke habe ich sie gespürt. Es tut soooo gut. Sie regt Lebensgeister an,  nicht nur im Garten. Möge es so bleiben - zumindest noch ein paar Tage lang.
Einen sonnigen Sonntag, wo auch immer ihr seid!

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Sonntag, 7. März 2010 13:39

Vorfrühling

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,

greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

(Rainer Maria Rilke)

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Samstag, 6. März 2010 18:38

Wer  kann da schon “Nein” sagen, wenn die Königin bitten lässt? Ich nicht!
Jeden ersten Samstag im Monat gibt es in der Kirche St.Peter in Recklinghausen eine Orgelmatinée, z.T. mit renommierten Organisten und interessanten, oft ausgefallenen Musikstücken. So hat einmal eine Brasilianerin Tangos auf der Orgel gespielt. So etwas hatte ich bis dahin noch nicht gehört.
Heute lag dort ein 118 S. (!!!) starkes Programmheft, das mit dem Titel “Die Königin lässt bitten” auf das besondere Veranstaltungsprojekt die “ORGELLANDSCHAFT RUHR - EIN JAHR MIT DER KÖNIGIN” hinweist. Es ist ein Projekt im Rahmen der europäischen Kulturhauptstadt 2010. Ich habe es gleich mitgenommen und werde mich auf Entdeckungsreise begeben. Denn die Orgel ist für mich wirklich ein majestätisches Instrument, das ich am besten in einer Kirche genießen kann. Ich habe zwar auch einige CDs, doch mein Wohnzimmer ist halt keine Kirche. Vor allem in der Hitze eines Sommers ist es für mich ein Hochgenuss, in den einzutauchen ich mir gönne, wann immer es möglich ist.
Verbunden sind diese Orgelmatinées auch mit Erinnerungen an meinen jüngsten Sohn, der mich im Kleinkinderalter in Marburg samstags am frühen Abend beleitet hat, still sitzen geblieben ist und wirklich andächtig der Musik gelauscht hat - zum Teil sehr zur Freude anderer Besucher, die sich zusätzlich an dem Kind erfreut haben.

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Samstag, 6. März 2010 10:07

“Beherzt ist nicht,
wer keine Angst kennt,
beherzt ist,
wer die Angst kennt
und sie überwindet.”

(Khalil Gibran)

Beherzt hat lt. Duden die Bedeutung: mutig und entschlossen.
Ist jemand be-herzt, wenn er sich seines Herzens bewusst ist und/ oder davon Gebrauch macht?

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