Samstag, 15. Dezember 2018 | Kategorie: Allgemein, Aufgelesen | Kommentare (1)

Eines Tages fragte Mahatma Gandhi: „Warum schreien die Menschen so, wenn sie wütend sind?“

„Sie schreien, weil sie die Ruhe verlieren“, antwortete ein Mann.
„Doch warum schreien sie, wenn die andere Person neben ihnen steht?“, fragte Gandhi erneut.

„Wir schreien, weil wir wollen, dass die andere Person uns zuhört“, erwiderte ein anderer Mann. Gandhi fragte weiter: „Ist es dann nicht möglich, mit leiser Stimme zu sprechen?“ Weitere Antworten folgten, doch keine konnte ihn überzeugen.

Nach einem Augenblick des Nachdenkens sagte er: „Wollt ihr wissen, weshalb man eine andere Person anschreit, wenn man wütend ist? Es ist so, dass sich bei einem Streit die Herzen zweier Menschen weit voneinander entfernen. Um diese Distanz zu überwinden, muss man schreien. Je wütender die Menschen sind, desto lauter müssen sie schreien, um einander zu hören.“

Darum laßt es nicht zu, dass eure Herzen sich bei einer Diskussion voneinander entfernen. Sagt keine Worte, die die Herzen auseinander treiben, denn der Tag wird kommen, an dem die Distanz so groß ist, dass es keinen Weg mehr zurück geben wird.

Ganz anders ist es zwischen zwei Menschen, die sich lieben. Sie schreien nicht, sie reden sanft miteinander. Weshalb wohl?

Weil ihre Herzen einander sehr nahe sind. Die Distanz zwischen ihnen ist klein. Manchmal sind sich die Herzen so nahe, dass sie nicht einmal sprechen, sondern nur flüstern. Und wenn die Liebe noch stärker ist, braucht es nicht einmal mehr ein Flüstern. Es genügt, sich anzusehen und die Herzen hören einander. Denn wenn zwei Menschen sich lieben, sind sie einander sehr nahe.

(Mahatma Gandhi)

Freitag, 14. Dezember 2018 | Kategorie: Allgemein, Aufgeschnappt, Fotos, Worte | Kommentare (3)


Töne aufblühen lassen

Donnerstag, 13. Dezember 2018 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (6)

„In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch. Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und materielle Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte. Was immer Du kannst, beginne es. Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie. Beginne jetzt.“

(Johann Wolfgang von Goethe)

Mittwoch, 12. Dezember 2018 | Kategorie: Allgemein, Alltägliches, Aufgeschnappt, Worte | Kommentare (5)

Ledigenheim
Kostgängerzimmer

Mittwoch, 12. Dezember 2018 | Kategorie: Aufgelesen, Denk-Würdiges, Fotos, Zitate | Kommentare (6)

Zwischen dem Kopf und den Füßen
eines jeden Menschen
liegen Millionen Kilometer
unerforschter Wildheit.

(Gabrielle Roth)

Dienstag, 11. Dezember 2018 | Kategorie: Aufgelesen, Worte | Kommentare (3)

Lackaffe

Dienstag, 11. Dezember 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

„Das Adelsgut“ liegt in einer Neuübersetzung im Manesse Verlag vor, im typischen Kleinformat, fein gestaltet mit Lesebändchen und farbig abgestimmter Bindung, die ab und zu zwischen den Seiten „aufblitzt“. Ich liebe diese kleinformatigen Romanausgaben, passen sie doch in jede Handtasche.

Fjodor Lawrezki kehrt nach Jahren im Ausland in seine russische Heimat zurück – ohne seine Ehefrau und ihr gemeinsames Kind. Er will das Gut seiner Eltern übernehmen, bewirtschaften und – vom Leben enttäuscht – zurückgezogen leben. Über das, was er im Ausland erlebt hat spricht er nicht. Der auktoriale Erzähler allerdings klärt den Leser darüber und auch über die schwierige Kindheit Fjodors auf. Er verspricht sich davon, dass der Leser das Verhalten Fjodors dann besser verstehen kann.

Lawrezki lernt auf dem nahegelegenen Landgut seiner Cousine deren Tochter Lisa kennen und verliebt sich in sich, wehrt sich jedoch anfänglich dagegen, da er glaubt zu alt für sie zu sein:

„Lawrezki war kein junger Mann mehr und brachte es nicht fertig, sich lange etwas über das Gefühl vorzumachen, das Lisa in ihm weckte. Dieser Tag hatte seine letzten Zweifel ausgeräumt: Er liebte sie. Freude brachte ihm dieses Wissen kaum. ‚Habe ich mit fünfunddreißig Jahren‘, so dachte er, ‚wirklich nichts Besseres zu tun, als meine Seele erneut in die Hände einer Frau zu legen?'“Die Tatsache, dass er noch verheiratet ist macht ein „happy end“ undenkbar.

Zudem hat seine Cousine Marja Dmitrijewna für Lisa Panschin als Zukünftigen ausgewählt, einen Regierungsbeamten. Der versteht sich auch als Künstler und Unterhalter und ist nahezu täglich anwesend:
„Er tanzte wie ein Gott und kleidete sich wie ein Engländer. Schon nach kurzer Zeit galt er als einer der reizendsten und cleversten jungen Herren von ganz Petersburg. … kurzum ein willkommener Zeitgenosse und charmant garçon.“

Aber Lisa liebt ihn nicht und ist von ihm als Mensch in seiner Oberflächlichkeit überhaupt nicht überzeugt. Sie würde ihn nur aus Respekt und Gehorsam ihrer Mutter gegenüber heiraten. Doch davon raten ihr einige, ihr zugewandte Menschen ab, sehr zum Unmut ihrer Mutter.

Als Lawrezki aus einer Zeitungsnotiz erfährt, dass seine Frau gestorben ist, scheint der Weg für ihn und Lisa frei zu sein, denn Lisa ist sich mittlerweile ebenfalls sicher, dass sie Fjodor liebt. Doch es wird keine Liebesgeschichte mit märchenhaftem Ausgang. Soviel sei noch verraten.

Neben stimmigen Naturbeschreibungen enthält der Roman wunderbar zu lesende, psychologisch stimmige Charakterisierungen der Personen, nicht nur der Hauptakteure und zeigt ein sich im Umbruch befindliches Russland, in dem viele geistige, politisch und künstlerisch kontroverse Ansichten im Widerstreit zueinander stehen. Der Landsitze Marja Dmitrijewnas mit ihren dort ein- und ausgehenden Personen ist wie ein Mikrokosmos der Gesellschaft.

Michail Schischkin skizziert in seinem Nachwort das (schriftstellerische) Leben Turgenjews und die biografischen Bezüge zum Ator, die sich auch in diesem Roman wiederfinden.

Iwan Turgenjew, Das Adelsgut, Roman, Manesse Verlag, München 2018, 379 S., ISBN 978-3-7175-2448-9

Montag, 10. Dezember 2018 | Kategorie: Allgemein, Alltägliches, Fotos | Kommentare (4)


Es ist über zwanzig Jahre her, dass die Oma meiner Kinder für alle diese Stollen gebacken hat.
Nun habe ich nach dem Rezept geforscht und – zum ersten Mal in meinem Leben – selbst Stollen backen. In meiner Ursprungs-Familie gibt es nämlich keine Stollentradition.

Nun bin ich sehr gespannt, ob der aktuelle Stollen den Erinnerungsstollen „gewachsen“ ist.

Sonntag, 9. Dezember 2018 | Kategorie: Aufgelesen, Worte | Kommentare (0)

Panhas am Christbaum

Sonntag, 9. Dezember 2018 | Kategorie: Allgemein, Fotos, Gedichte | Kommentare (2)


Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh’ ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

(Joseph von Eichendorff)