Sonntag, 21. Dezember 2014 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (1)

Neue Laterne, neues Licht vorm Haus
dafür:
abgeschnitten von der Welt:
kein Telefon
kein Internet
Laufereien, wo ich sonst zum Hörer gegriffen oder Mails geschrieben habe :(

Die Bau-Firma hat das Telefonkabel gekappt, aber so kompliziert, dass erst der gerade neu gepflasterte Bürgersteig wieder aufgerissen werden muss, damit ein Techniker von der Telekom das aus der Muffe gezogene Kabel wieder dorthin beingen kann, wo es hingehört.

Bin mal gespannt, wie lange es dauert.
Helfe gerade jemandem beim Umzug – und da gibt es einen Internetzugang.

Also für alle Fälle:
allen LeserInnen ein friedliches, freudvolles Weihnachtsfest.
Ich melde mich, sobald das möglich ist!!

Donnerstag, 18. Dezember 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Die Ausgabe ist optisch sehr ansprechend. Das klare Rot des Balkens auf dem glatten Buchdeckel wiederholt sich auf den Innenseiten und in dem roten Lesebändchen. Schon das ein guter Anfang!

Am 22. September beginnt die Ich-Erzählerin mit ihren tagebuchartigen Aufzeichnungen, in denen es zunächst um ihren Entschluss geht: “Ich lerne Klavier spielen.” Sie enden am 20.12.

Dazwischen entwickelt sich eine autobiografisch gefärbte Handlung, in der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft ineinander übergehen, in ihren Bedingheiten gesehen und reflektiert werden.

So geht es vordergründig zunächst ums Lernen des Klavierspielens. Doch dabei bleiben die Gedanken und Überlegungen der Lernenden nicht stehen. Es fließen Erinnerungen ans Lernen in der Kindheit und Jugend während des zweiten Weltkrieges ein, an die Menschen, an die das Lernen, ihr Leben gekoppelt war, an ihre sehr selbstständige Mutter, an den später aus dem Krieg heimkehrenden Vater, an die Verwandten.

Aber auch an das Alter der Lernenden – sie ist über siebzig Jahre alt – ihre Wohnsituation allein in einem Haus, ihre Tätigleit als Schriftstellerin werden thematisiert. Sie erwischt sich immer öfter dabei, dass sich ein “Noch” in “die Sätze einzunisten versucht. Es ist ein wahres Wort, und darum weiß ich es zu schätzen. Aber ich möchte es nicht überhand nehmen lassen.”

Auch ganz alltägliche Begebenheiten, Beobachtungen werden auf sehr besondere, stille Art und Weise beschrieben wie die Wintersonne und ihr Eindrungen in die hintersten Winkel der Wohung, der Lieblingsbaum im Garten – eine Quitte – das Gärtnern überhaupt. Und immer wieder ist es das Lernen selbst bzw. unterschiedliche Arten zu lernen das im Vordergrund steht, seine Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele.

“Jetzt möchte ich zum ersten Mal genauer wissen, was mir beim Lernen zustößt, während es früher offenbar mehr um das ging, was dabei herauskommt. Und damit es nicht gleich wieder in der Masse des Vergessens versickert, habe ich mir vorgenommen, aufzupassen und es aufzuschreiben, so gut ich kann.”

Und das kann sie gut. Ergebnis ist das vorliegende Buch der in Bremen geborenen Autorin. Sehr empfehlenswert, wenn man Bücher mag, in denen es leise und nachaltig zugeht, in denen dem Denken, Erinnern Zeit gelassen wird, sich zu entfalten und gleichzeitig zum Gegenstand von Relexionen zu werden.

Hanna Johansen, Der Herbst, in dem ich Klavier spielen lernte, Dörlemann Verlag Zürich 2014, 320 S., ISBN 978-3-03820-011-6

Mittwoch, 17. Dezember 2014 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (2)

Ich habe “mich nie sonderlich an traditionelle Lebensentwürfe gehalten, wenn es so etwas denn gibt. Ich lebe, wie das Leben mich führt, und schreibe dieses Buch einfach als eine Frau, die eine Geschichte zu erzählen hat.”

So schreibt Bronnie Ware im Vorwort zu ihrem Buch “5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen” – ein Geburtstagsgeschenk, das im Gegensatz zu den vielen “Geburtstagsgeschenken”, die einem von Firmen neuerdings ins Haus flattern, nicht an Bedingungen wie Mindestbestellwert etc. geknüpft ist.

Ein Buch, das mich von der Thematik her interessiert und gleich zu Anfang Fragen aufwirft.

Fragen danach,
was man unter “traditionellen Lebensentwürfen” zu verstehen hat
oder danach,
wie ich herausfinde, wie das “Leben mich führt”
im Gegensatz zu:
wie ich “mein Leben führe”
und:
Worin besteht eigentlich der Unterschied?

Ich weiß, manchen Menschen gehe ich mit meinen Fragen auf die “Nerven”.

Ich liebe Fragen
und noch mehr:
Menschen, die mich mit meinen Fragen aushalten und bereit sind,
mich bei der Suche nach Antworten zu unterstützen.

Dienstag, 16. Dezember 2014 | Kategorie: Aufgelesen, Merk-Würdiges | Kommentare (0)

“Humane Erdbestattung für Haustiere” ????

Montag, 15. Dezember 2014 | Kategorie: Zitate | Kommentare (2)

Mehr als alles hüte dein Herz,
denn von ihm geht das Leben aus.

(König Salomon)

Sonntag, 14. Dezember 2014 | Kategorie: Aufgeschnappt, Zitate | Kommentare (2)

Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren.

(Theodor W. Adorno, gefunden in der hörenswerten heutigen Sendung “Lebenszeichen” über die Verletzlichkeit)

Sonntag, 14. Dezember 2014 | Kategorie: Allgemein, Fotos | Kommentare (0)

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Samstag, 13. Dezember 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

“‘Ich bin heimweh’.”
Dieser Satz von Saskia trifft auch auf Elsa zu, Protagonistin dieser Erzählung. Sie ist nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater von Dresden nach Bayern gezogen, eine Landschaft, die ihr sehr fremd ist. “Elsa findet hier keinen Halt. Alles stürzt.” Für manche ist sie einfach nur das “Zonenkind”, das sie herablassend meinen behandeln zu können.

Doch da gibt es einige Menschen, die Elsa auf ihre jeweilige Art unterstützen und ihr helfen, sich zu finden. Mit Paul hat sie einen gemeinsamen Schulweg, mit ihm macht sie später auch ihre ersten sexuellen Erfahrungen. Und dann kommt noch Saskia, eine Deutschengländerin, in ihre Klasse. Sie werden Freundinnen und Elsa hilft ihr beim Eingewöhnen. Die Obstfrau des Ortes sammelt für Elsa Orangenpapiere, die die kostbaren Südfrüchte schützen sollen und Elsas Phantasie anregen:

“Sie sind so leicht, dass schon ein Lufthauch, ein Atemzug sie in die Höhe fliegen lässt. Ein Flickenteppich aus Farben und Figuren: Kaum hebt sie eines auf, äugt sie schon nach einem anderen, das in der Flut der bunten Muster aufmerksam betrachtet werden will. Sie buchstabiert die fremdländischen Namen der Händler, ihr wird fast schwindlig von den vielen Göttinnen, Landschaften, Tieren, Pflanzen, Helden und Initialen – und immer wieder “Sicilia”!”

Und da ist noch Kapuste, einer von Elsas Lehrern, den sie mag. Er erzählt ihr während einer Pause mit leuchtenden Augen vom Ätna und der Landschaft um diesen Vulkan. Direktor Ladiges beobachtet die beiden und wirft Kapuste vor, er mache sich “zum Gespött der Schule”, wenn er ihn “Zeit raspeln und Papierchen in die Luft halten” sehe, statt Pausenaufsicht durchzuführen. Doch Kapuste verabschiedet sich mit dem Hinweis: “Sie haben eine Fahne, Herr Kollege” und geht. Dann ist Elsa Ofper seiner Machtdemonstration:

“‘Das Papier!’
‘Es ist doch bloß eine Verpackung.’
‘Es ist Abfall, Schmutz, her damit!’
Sie gibt ihm das Ätnabildchen. Seine Hände zittern. Elsa entfernt sich.
Ladiges steht vor dem mannshohen, seit Jahren erkalteten Kamin und zündet das Papier an: Der Ätna zerstiebt zu einem hauchdünnen Gespinst und verglüht auf dem rußigen Stein.” Elsa greift den Satz Kapustes auf und entwischt dem Direktor in ihr Klassenzimmer.

“Das Mädchen mit den Orangenpapieren” ist Hanns Zischlers erster literarischer Text, der in kaum miteinander verbundenen Momentaufnahmen vom Aufwachsen einer Jugendlichen in den Fünfziger Jahren erzählt. Die zum Teil herzlose, autoritäre Grundstimmung, die Ablehnung alles Fremden, die Einsamkeit erspürt man beim Lesen ebenso wie das Wohltuende von Freundschaft, Zuneigung und Verständnis, man muss nur zwischen den Zeilen lesen können.

Es ist eine leicht erzählte Geschichte mit viel Tiefgang und auf jeden Fall lesenswert, auch wenn ich über einige Vergleiche und Metaphern gestolpert bin: über Wolken wie “gemalter Pulverdampf”, “Eichhörnchen schrauben sich am Stamm einer Platane in die Tiefe”, “Über verwegen aufsteigende Nadelwälder haben die Gipfel ihre zerzausten Schneekappen gestülpt.”
Aber vielleicht sind sie ja auch stimmig und ich komme nur an meine Vorstellungsgrenzen.

Hanns Zischler, Das Mädchen mit den Orangenpapieren, Galiani Verlag, 2. Aufl. Berlin 2014, 109 S., ISBN 978-3-86971-096-9

Freitag, 12. Dezember 2014 | Kategorie: Allgemein, Fotos | Kommentare (0)

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Freitag, 12. Dezember 2014 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (0)

Vor mir fährt ein Kleintransporter mit der Aufschrift:
“Katholischer Korrosionsschutz”

Was ist das denn?
Ein neuer Service der katholischen Kirche?

Er fährt noch ein wenig vor mir her und dann lese ich:
“Kathodischer Korrosionsschutz”

Kennt der Apple-Korrigierer übrigens auch nicht, will daraus ebenfalls ein “Katholisch” machen.

Na bitte!