Eric-Emmanuel Schmitt, Oskar und die Dame in Rosa

Oskar ist ein zehnjähriger Junge. Leukämiekrank liegt er im Krankenhaus und erfährt durch “Zufall”, dass er sterben wird. Seine Eltern sind nicht in der Lage, ihm dies mitzuteilen, ihm in dieser Situation beizustehen. Oskar fühlt sich von ihnen im Stich gelassen und hasst sie dafür.

Zum Glück aber gibt es Oma Rosa, die das Vertrauen des Jungen hat, die ihm – oft sehr ungewöhnliche – Antworten auf seine Fragen gibt und nie ausweicht. “Kennen Sie Leute, die sich bei dem Gedanken an den Tod freuen?” fragt Oskar sie. “O ja, solche kenne ich: Meine Mutter zum Beispiel. Auf ihrem Sterbebett hat sie neugierig gelächelt, sie war voller Ungeduld, sie hatte es eilig herauszufinden, was passieren würde.” Dabei veschweigt sie nicht, dass Sterben mit Schmerzen verbunden sein kann, die man aushalten muss.

Sie überredet Oskar, in Briefen an den lieben Gott darüber zu schreiben, was ihn in den letzen Tagen bewegt, beunruhigt, ihm Angst macht, und darauf zu vertrauen, dass er eine Antwort erhält. Und die erhält er – oft auf verblüffende Art und Weise.

Ein bewegendes, ein zutiefst menschliches Buch, das jeden mit der Frage konfrontiert, wie er mit der Wahrheit umgehen will, wenn es um die eigene Sterblichkeit geht oder die naher Angehöriger.

Eric-Emmanuel Schmitt, Oskar und die Dame in Rosa, Fischer Verlag, 105 S. , ISBN 3 -596 – 16131 -2

Datum: 25. November 2006
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6 Kommentare

  1. Das Nest | Samstag, 25. November 2006 21:32
    1

    Ui, Du hast es aber im MOment mit tod und den Herbstthemen, was? Geht mir aber auch so im Moment. Das Buch kenne ich als sehr schönes Hörspiel.

  2. mona lisa | Samstag, 25. November 2006 23:09
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    Die Themen passen doch in den November?! Ich bin aber darüber hinaus auch der Meinung, dass die Beschäftigung mit dem Tod, der eigenen Vergänglichkeit Teil unseres lebens ist. Wir haben stets mit Abschied, Verlust kleinen "Toden" zu tun. Wenn wir das akzeptieren, können wir- vielleicht – auch bewusster leben.

    Ich lese aber auch noch andere Bücher. s.o.

  3. Das Nest | Sonntag, 26. November 2006 19:57
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    auf jeden Fall bin ich der Meinung, daß der Tod, auch im ursprünglichen Sinn, nicht nur auf unsere sonstigen ABschiede und Verluste, ein sehr, sehr wichtiges Thema ist. Ich hab das ja auch im Wa(h)renhaus geschrieben, als es um die drei Häftlinge und ihren Mord ging. wir kennen Tod ja fast alle nur noch aus dem Fernsehen oder aus Büchern, und da viele nur aus Krimis. wie das sterben ist, daß es dazu gehört, haben wir aus unserer Gesellschaft ja fast verbannt. Dabei ist es sogar bereichernd, dabei zu sein und noch kleine Wünsche erfüllen und letzte Gedanken teilen zu können. Das habe ich sehr deutlich während meiner Arbeit im Hospiz erfahren dürfen. Das war eine wundervolle Zeit, und viele von den mittlerweile verstorbenen haben mir Kraft und Impulse für mein eigenes Leben gegeben.

  4. mona lisa | Sonntag, 26. November 2006 20:04
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    Manchmal ist es schon merkwürdig. Auch ich interessiere mit für die Hopizarbeit, habe einige Zeit bei Omega mitgemacht, bisher aber immer den Schritt zur aktiven Begleitung gescheut. Immer ist etwas dazwischen gekommen, vielleicht bin ich noch nicht so weit, aber es lässt mich einfach nicht los – nicht nur im November!

  5. Das Nest | Dienstag, 28. November 2006 15:57
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    Na, da bin ich ja mal gespannt, ob Du irgendwann "so weit" bist. Aber man kann, wie Du, ja auch schon so viel helfen, indem man den Gedanken des Hospizes bekannt macht, in dem man mit Menschen drüber spricht und so. ich bin leider nicht mehr dabei. Möchte gern wieder. Ich hatte aber Schwierigkeiten mit der Geschäftsführerin des Hospizes, Gott sei Dank weder mit den Gästen noch mit dem Pflegepersonal. Sie hat irgendwann beschlossen, daß sie keine Behinderten als HelferINnen im Hospiz mehr will. In marburg gibt es ja zwei, aber das andere ist ambulant, und das ist für mich schwieriger, weil man da die Leute zu Hause besucht. Im Hospiz selber könte ich höchstens noch die Beratung angehöriger übernehmen. Aber in so viel verschiedenen haushalten kann ich mich halt nicht zurechtfinden, und dann würde ich den betroffenen Familien mehr Arbeit machen als helfen. Schade eigentlich. Aber vielleicht finde ich was in gießen oder in der Nähe.

  6. 6

    […] daran denken, dass mit einmal ähnliches vor einer Klasse passiert ist, der ich das Buch “Oskar und die Dame in Rosa” von Erich-Emmanuel Schmitt vorgelesen habe, und die Stelle an der Oskar stirbt, selbst nicht lesen […]

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