Juninacht

Juninacht

(Einen Spaziergang habe ich heute Nacht nicht gemacht, wohl aber im Vollmond gebadet. Er schien genau in mein Schlafzimmer.)

Still wie der Mond, der dort entsteigt,
Und mir die dunklen Wege zeigt,
So geh ich, von Gedanken Trunken,
Die ganze Welt liegt schlafversunken.
In stillen Adern fließt das Leben,
Das spürsam alles erfüllt:
In tiefer Ruhe eingehüllt,
Wird jeder neuen Kraft gegeben.
Nur wen’ge, die der stillen Nacht
Die tiefsten Quellen aufgemacht:
Sie fühlen der Gestirne Bahnen,
Die warme Seele jeden Baums.
Zum Wissen wird ihr dunkles Ahnen,
Zum Leben der Gesang des Traums.

Ich greife in die grünen Ranken,
Ich geh, weiß kaum wohin, woher:
So schwer voll Liebe und Gedanken,
Und ringsumher ein blühendes Meer.

(Thassilo von Scheffer)

Und das blühende Meer lässt sich tagsüber auch besser fotografieren ;)

Ein Gedanke zu „Juninacht

  1. Schön ist beides, der Vollmond bei Nacht und das Mohnfeld bei Tage, ergänzt durch die Zeilen von Thassilo von Scheffer.
    Danke für diesen feinen Einstieg in den Juni
    und lieben Montagsgruss,
    Brigitte

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