Barbara Pachl-Eberhart, vier minus drei

Kann man nach dem Verlust seiner ganzen Fami-lie weiterleben? Und wenn ja: wie? Die Autorin hat im März 2008 ihren Mann und ihre beide Kinder durch einen Autounfall verloren. In ihrem Buch verarbeitet sie dieses einschneidende Erlebnis auf eine wunderbare, liebevolle Art, nachdem sie die Erfahrung gemacht hat, dass sie sich nicht krampfhaft an alles erinnern, es sogar auf-schreiben muss, um nichts zu vergessen:
” Es gibt … einen Weg, die Erinnerung lebendig zu halten. Dieser Weg heißt Leben. Die Erinnerung braucht Anknüpfungspunkte. Ich muss sie suchen und kann sie finden.
Hier. Jetzt. In der Gegenwart.
Die Bilder der Vergangenheit werden umso deutlicher und schärfer, je vitaler ich gerade bin. Wenn ich mich meinem gegenwärtigen Lebensgefühl voll und ganz anvertraue, kann es sein, dass längst vergessen geglaubte Erlebnisse an die Oberfläche kommen. Leben und Erinnern schlie-ßen einander nicht aus. … zurückschauen fällt dem leichter, der in Liebe weiter geht.”
Und das macht sie konsequent von Anfang an, erstaunt feststellend, dass sie sich fortan die Frage “Was hast du vor?” selbst beantworten muss, für die Gestaltung ihres Tages, ja ihres Lebens allein verantwortlich ist und dabei Hilfe braucht, um die sie bitten kann und die sie annehmen kann.
“Es konnte weitergehen. Ich konnte weitergehen. Musste weitergehen.” Und es geht, weil sie sich in der Liebe ihrer Kinder und ihres Mannes geborgen weiß und weil das Dasein als Clown ihr die Möglichkeit gibt mit Situa-tionen leicht und spielerisch umzugehen.

Barbara Pachl-Eberhart, vier minus drei. Wie ich nach dem Verlust meiner Familie zu einem neuen Leben fand. München 2010, 334 S. , ISBN 978-3-7787-9217-9

Datum: 19. Juli 2011
Themengebiet: Buch-Rezensionen, Rezensionen Trackback: Trackback-URL
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2 Kommentare

  1. 1

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  2. 2

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