Eiche

Eiche


Eiche,
Du fassest Wurzeln
Und stehst.
Uns aber treibt
Ein Unruh
Und Verlangen
Von hier nach dort.

Mir ruft die Höhe,
Mir ruft die Tiefe,
Der Engel der Mitte
Begnadet mich nicht.

Zerrissen, zerrissen,
Ich fasse am Ende
Die knochigen Hände
Des fraulichen Tods.

Aus meinem Grabe
Die Säfte sie steigen
In deine Wurzeln,
Beständige Eiche.
So finde ich Ruhe
Und Stärke
In dir.

(Klabund)

4 Gedanken zu „Eiche

  1. schöne geschenke, danke. ja, eigenwillig ist ein gutes wort für das gedicht. und auch ein wenig verstörend. aber das ist ja nichts verwerfliches…
    lieber gruß
    Sylvia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: