Nebel

Nebel

Ein Nebel hat die Welt so weich zerstört.
Blutlose Bäume lösen sich in Rauch.
Und Schatten schweben, wo man Schreie hört.
Brennende Biester schwinden hin wie Hauch.

Gefangne Fliegen sind die Gaslaternen.
Und jede flackert, dass sie noch entrinne.
Doch seitlich lauert glimmend hoch in Fernen
Der giftge Mond, die fette Nebelspinne.

Wir aber, die, verrucht, zum Tode taugen,
Zerschreiten knirschend diese wüste Pracht.
Und stechen stumm die weißen Elendsaugen
Wie Spieße in die aufgeschwollne Nacht.

(Alfred Lichtenstein)

2 Gedanken zu „Nebel“

  1. Eine ziemlich krasse Abrechnung mit dem Nebel von Alfred Lichtenstein.
    Und es ist schon so, egal, wie schön er daherkommt (etwa auf deinem hauchzarten Foto), er kann auch schrecklich sein, sei es in den Bergen, auf unbekannten Wegen oder auf Autobahnen.
    Einen lieben Gruss zum Monatsende,
    Brigitte

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