Der mit dem Roboter tanzt

Der mit dem Roboter tanzt

Die Ruhrfestspiele mit dem diesjährigen Motto „Erschrecken und Erstaunen“ haben begonnen. Und das ist gut so, kommt doch die Welt der Künste und Künstler in diese Ruhrgebietsstadt mit ihren interessanten Aufführungsorten.

Die Auftaktveranstaltung ist „Huang Yi & Kuka“. Der Taiwanesische Tänzer, Choreograf und Erfinder tanzt mit einem Industrieroboter auf der sonst leeren, nahezu schwarzen Bühne. Kuka kann man schon vor Beginn der Veranstaltung auf der Bühne betrachten und sich fragen, was einen da wohl erwartet.

Huang Yi und Kuka beäugen sich zunächst, nehmen scheu und vorsichtig Kontakt zueinander auf und beginnen nach und nach miteinander zu tanzen. Im Verlauf des Tanzes beginnt man sich zu fragen: Wer inspiriert da wen? Zumal dann noch ein Tänzerpaar hinzukommt, dessen Bewegungen stark an Roboterbewegungen erinnern. Oder sind sie vielleicht Roboter in menschlicher Gestalt?

Und Kuka? Ist er Werkzeug oder Partner?
Kuka ist – in über tausenden Stunden – so lange programmiert worden, bis „Bewegungsqualität, Präzision und Reaktionsgeschwindigkeit so fein aufeinander abgestimmt waren, dass ein poetischer Dialog zwischen Mensch und Maschine möglich wurde“ – so liest man im Programmheft.

Es entstehen Impressionen, die einen einfach nur staunen lassen, die man vorbehaltlos genießen kann: Denn „Die Produktion verbindet tänzerische, performative und visuelle Elemente. Musik, Licht, Klang, Mechanik und Körper formen eine präzise, fast mathematische Komposition, deren Poesie und emotionale Wirkung sich aus der engen Verbindung der menschlichen Tänzer*innen und ihres Maschinengegenübers speisen“ – so das Programmheft.
Und dann setzt das Denken wieder ein und man sich fragt, will man wirklich mit einem Roboter tanzen? Oder tanzt man dann nicht besser allein?
Aber vielleicht die Gesellschaft eines Roboters dann doch besser als gar keine. Mir fällt der Film „Ich bin dein Mensch“ ein, in der ein menschlicher Roboter sich ganz den Bedürfnissen seiner Auftraggeberin anpasst. Ist das sozialer Umgang der Zukunft, eine Möglichkeit, der Einsamkeit zu entgehen?

Mit vielen Fragen bin ich nach Hause gegangen. Dem Motto „Erschrecken und Erstaunen“ ist diese Veranstaltung auf jeden Fall gerecht geworden. Denn zum Staunen gab es so einiges.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert