Kakteen

Kakteen

Sie stehen jahrelang im Topf aus Ton,
Verstockte in sich, selbstverliebte Käuze,
In einer rätselhaft verbißnen Fron
Der Form: sind Kugel, Kegel, Kreuze,

Sie gleichen Birnen, mißgebornen Köpfen,
Sind Stein-Gespenster, Schlange, Hand:
Verfeindet so dem Außen, daß in Schöpfen
Stacheln aufstehn um sie wie eine Wand,

Dahinter sie verharrn, anarchisch, kündend,
Prophet und Gott, ihr selbstbeseßnes Ich,
Bis sie auf einmal stumm, in Blumen mündend,
Sich ganz verschweigen, opfern, löschen sich.

(Maria Luise Weissmann)

6 Gedanken zu „Kakteen“

  1. Sie gefallen mir sehr, deine Kakteen-Bilder und das virtuose Gedicht von Maria Luise Weissmann.
    Dieses Stachelige kann immer wieder Bewunderung und Staunen auslösen.
    Einen lieben Gruss in den Oktober hinein,
    Brigitte

    1. Ihre Fähigkeiten, mit wenig auszukommen und dennoch zu sein und zu wachsen, ist schon beeindruckend.
      Hier startet der Oktober mit einem Landregen. Ich hoffe sehr, dass er anhält. Die Pflanzen im Garten brauchen erhebliche mehr Wasser als Kakteen.
      Herzliche Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert