Nachtgedanken

(Und ja, es ist kein besonders scharfes Bild. Das ich sonst nie gepostet hätte. Hier steht’s sinnbildlich … )
Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen.
(Heinrich Heine, 1. Strophe seines Gedichtes „Nachtgedanken“)
Diese Zeilen sind mir gestern angesichts der Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt am 6.9. 26 durch den Kopf geschossen.
10 Gedanken zu „Nachtgedanken“
Das kann ich so gut nachvollziehen. Auch ich bin entsetzt nach diesem desaströsen Wahlergebnis.
Und ja, das hat viel mit Umnachtung zu tun.
Einen lieben Gruss,
Brigitte
@Brigtitte und CStern
Und ich überlege ständig, worin meine Aufgabe besehen könnte, daran etwas zu verändern, außer bei Wahlen Parteien zu wählen, die wahrhaftig demokratisch sind.
Reicht wach bleiben und sich für ein friedliches Miteinander einzusetzen?
Mit nachdenklichen Abendgrüßen
Umnachtung trifft’s bestens, @Brigitte.
Ich kann Dein Entsetzen ebenfalls sehr gut nachvollziehen. Dennoch war dieses Wahlergebnis leider zu erwarten.
Und nächstes Jahr wird auch in Österreich gewählt, es sind wichtige Wahlen – und man muss nicht Hellseher*in sein, um zu erahnen, was da los sein wird. Mir graut davor.
Nachdenklich, nachdenklich …
Liebe Grüße, C Stern
ja, sehr, sehr erschreckend. und am erschreckendsten: ich sehe keinen ausweg. als ob da etwas in gang geraten ist, das nicht mehr aufzuhalten ist. :((((
Den sehe ich auch nicht, wenn Rationalität, Fakten, Argumente so gar keinen Stellenwert, keine Bedeutung mehr haben und von Lautstärke, Ignoranz, Beharrlichkeit abgelöst werden.
Oft werden ja nicht einmal die einfachsten Regeln des Umgangs eingehalten.
es war zu erwarten, und ich verstehe nicht, wie unser Bundeskanzler sich (erst) jetzt schockiert zeigen kann. Auch ich wähle demokratische Parteien und muss dann sehen, wie manche Demokraten den Rechten nach dem Mund reden. Wenn nicht endlich etwas für die Bildung , für Kinder und Jugendliche getan wird, ist niemand da, der/die sich traut auch zu Hause eine Meinung zu haben. Auch keine Angst vor einer Schultoilette haben zu müssen, wäre hilfreich. Aber die Politik spart, wo es ihr selbst nicht weh tut.
LG Wolfgang
Ich habe den Eindruck, dass unserem Land, unseren Politikern so etwas wie eine Vision fehlt, Ziele, die langfristig, also über Legislaturperioden hinaus tragfähig sind.
Sie kommen aus dem Reagieren nicht hinaus, vor allem, wenn sie nicht wirklich frei entscheiden können/wollen/dürfen.
Und ja, Bildung ist ebenfalls etwas für das man einen langen Atem, Geduld und Ziele haben muss.
Liebe Grüße
Ich sehe das auch für Österreich – genau so erlebe ich es: Es fehlt an echten Visionen FÜR die Menschen. Viele wissen, was sie NICHT wollen, ich fände es sehr viel besser, FÜR etwas zu stehen, nämlich für die Menschen.
Dass die AfD die Schulpflicht auf Bildungspflicht ummodeln möchte, sehe ich mit Befremden. Das erinnert mich an fundamentale Christen, Stw. Amerika, wo Heimunterricht typisch ist. Auf der Strecke bleiben hier u. a. auch so wichtige soziale Begegnungen.
In Österreich ist es möglich, zuhause unterrichtet zu werden, dieses Recht stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es war allerdings damals nur einer gewissen Schicht möglich, Hauslehrer zu engagieren, Stw. Unternehmern bzw. dem Adel. Es wurde auch auf diese Weise bedauerlicherweise sehr früh transportiert und für völlig normal gehalten, dass eben Klassenunterschiede zwischen den Menschen bestehen.
Der AfD geht es sichtlich darum, das Bildungssystem zu schwächen – und warum das so ist, scheint mir auch sonnenklar zu sein.
Die setzen da genau da an, wo bisher andere Meinungen möglich waren in Schulen, Kunst, Medien etc.
Als nächstes bzw. gleichzeitig wird an der Justiz /der Verfassung gebastelt. Das verläuft doch eigentlich immer so, wenn man mal über die eigenen Grenzen hinaussieht.
Und: ganz wichtig: ein Feindbild, auf das man sich einigen kann, langläufig auch als Sündenbock bekannt. ….
Foto und Gedicht:
Auf den Punkt gebracht!