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Kategorie: Fotos

Licht und Schatten

Licht und Schatten

Wenn sich der Aether erhebt, in hoher heiliger Klarheit,Wenn sich ein fliessendes Gold über die Erde ergiesst,Und vor dem stralenden Gott die Schatten leise zerrinnen,Freut dich der blendende Glanz und das allmächtige Licht.Aber bezaubernder, Freund, erscheint dir die liebliche Gegend,Dich erfreut der Contrast und das gebrochene Licht –Wenn die Wolke sich hebt, und wechselnd auf Thäler und Dörfchen,Tannenwälder und Seen dunkle Schattirungen streut,Oder der silberne Mond am Berge freundlich hervorsteigt,Und der Schatten des Bergs tief in die Thäler sich senkt.O!…

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Herbstliche Wege

Herbstliche Wege

Des Sommers weiße Wolkengrüße zieh’n stumm den Vogelschwärmen nach, die letzte Beere gärt voll Süße, zärtliches Wort liegt wieder brach. Und Schatten folgt den langen Wegenaus Bäumen, die das Licht verfärbt, der Himmel wächst, in Wind und Regen stirbt Laub, verdorrt und braun gegerbt. Der Duft der Blume ist vergessen, Frucht birgt und Sonne nun der Wein und du trägst, was dir zugemessen, geklärt in deinen Herbst hinein. (Joachim Ringelnatz)

Der Herbst beginnt

Der Herbst beginnt

Bunt sind schon die Wälder,gelb die Stoppelfelder,und der Herbst beginnt. (Johann Gaudenz von Salis-Seewis) Und so schön, ruhig und klar präsentiert sich der Herbst heute morgen, mit glitzernden Wiesen, auf denen Pferde und Esel ruhig vor sich hin grasen, die Windräder drehen sich nur sehr langsam, als genössen auch sie die Sonne und den strahlend blauen Himmel, mit nur einem Wolken-Prachtexemplar:

Die unmögliche Tatsache

Die unmögliche Tatsache

Palmström, etwas schon an Jahren,wird an einer Straßenbeugeund von einem Kraftfahrzeugeüberfahren. „Wie war“ (spricht er, sich erhebendund entschlossen weiterlebend)„möglich, wie dies Unglück, ja –:dass es überhaupt geschah? Ist die Staatskunst anzuklagenin bezug auf Kraftfahrwagen?Gab die Polizeivorschrifthier dem Fahrer freie Trift? Oder war vielmehr verboten,hier Lebendige zu Totenumzuwandeln, – kurz und schlicht:Durfte hier der Kutscher nicht –?“ Eingehüllt in feuchte Tücher,prüft er die Gesetzesbücherund ist alsobald im Klaren:Wagen durften dort nicht fahren! Und er kommt zu dem Ergebnis:Nur ein Traum war…

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September

September

Der Dornbusch prangt im Schmuck der roten Beeren,Die Dahlien in ihrer bunten Pracht,Und Sonnenblumen mit den StrahlenspeerenStehn stolz wie goldne Ritter auf der Wacht. Die Wespe nascht um gelbe Butterbirnen,Die Äpfel leuchten rot im Laub und glühnDen Wangen gleich der muntren Bauerdirnen,Die sich im Klee mit ihren Sicheln mühn. Noch hauchen Rosen ihre süßen Düfte,Und freuen Falter sich im Sonnenschein,Und schießen Schwalben durch die lauen Lüfte,Als könnt des Sommerspiels kein Ende sein. Nur ab und an, kaum dass der Wind…

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Sarah Knausenberger, Kerstin Marie Backes, Nie wieder Frühling

Sarah Knausenberger, Kerstin Marie Backes, Nie wieder Frühling

„Grandma wird immer weniger.Ich sehe es an ihren Wangen, da bilden sich Täler.Heute warte ich lange, lange. Da öffnet sie ein Auge und ihr Lächeln kommt zurück. Es hängt schief anihrem Mundwinkel. Aber es ist ihr Lächeln.“ Und es gilt ihm, ihrem Enkel, und den Pflanzen auf dem Fensterbrett. Durch’s geöffnete Fenster sieht man, wohin man auch schaut, nur Tristesse und Trostlosigkeit, obwohl es Mai ist. Nur im Zimmer der Großmutter gibt es zarte Knospen an einem Kaktus und die…

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Karin Michaëlis, Das gefährliche Alter

Karin Michaëlis, Das gefährliche Alter

„Das gefährliche Alter“ hat bei Erschienen 1910 Stürme der Entrüstung provoziert – eigentlich von allen Seiten: Ehemänner, Kritiker und auch Frauenrechtlerinnen echauffierten sich über das Buch, so dass sich die Autorin einmal bitter beklagte: “ ‚Ich werde gebissen und zerrissen, wir sind hier gegeneinander wie Wölfe, bald bin ich ganz gestorben.‘ Sie habe doch nur zeigen wollen, dass die meisten Frauen in den Wechseljahren leiden und dass sie mit der gleichen Rücksicht behandelt werden sollten wie Männer mit Zahnschmerzen.“ Das…

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Anfang

Anfang

Es kann kein Rausch sein – oder ich wäre nichtFür diesen Stern geboren – nur so von ohngefährIn dieser tollen Welt zu nah anSeinen magnetischen Kreis gekommen. Ein Rausch wär wirklich sittlicher GrazieVollendetes Bewusstsein? – Glauben an Menschheit wärNur Spielwerk einer frohen Stunde –?Wäre dies Rausch, was ist dann das Leben? Soll ich getrennt sein ewig? – ist VorgefühlDer künftigen Vereinigung, dessen, wasWir hier für Unser schon erkannten,Aber nicht ganz noch besitzen konnten – Ist dies auch Rausch? so bliebe der Nüchternheit,Der…

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