Regen

Regen

Da draußen regnet es weit und breit.
Es regnet graugraue Verlassenheit.
Es plaudern tausend flüsternde Zungen.
Es regnet tausend Erinnerungen.
Der Regen Geschichten ums Fenster rauscht.
Die Seele gern dem Regen lauscht.

Der Regen hält dich im Haus gefangen.
Die Seele ist hinter ihm hergegangen.
Die Insichgekehrte ist still erwacht,
Im Regen sie weiteste Wege macht.
Du sitzt mit stummem Gesicht am Fenster,
Empfängst den Besuch der Regengespenster.

(Max Dauthendey)

4 Gedanken zu „Regen

  1. Regen ist in diesem Jahr noch immer höchst willkommen.
    Aber natürlich sind Regentage zu Hause manchmal auch monoton.
    Schön wie differenziert und poetisch Dauthendey darüber spricht, resp. schreibt.
    Einen lieben Gruss in den heute sonnigen Novembertag,
    Brigitte

    1. Regelmäßiger Regen – den brauchen die Landschaften und Gärten sehr dringend. Er hält uns ja auch nicht automatisch oder zwangsläufig im Haus gefangen. Entsprechend angezogen kann man/ frau sich schon nach draußen wagen.
      Liebe Grüße

  2. Ein schönes Stimmungsbild. Er geht gut mit Worten um. Er macht etwas aus dem Regen. Beinahe ist Regen zu etwas Besonderem geworden.
    Gruß von Sonja
    P.S.: Im Roman, den ich grad lese, regnet es nie, es ist unglaublich heiß, es brennt überall, mögen wir dergleichen nie erleben! „Ewig Sommer“ ist der Buchtitel.

  3. Regen ist einfach nur Regen.
    Die Interpretation, die Bedeutungszuschreibungen und Bewertungen sind sicher in hohem Maße von der seelischen Befindlichkeit abhängig.
    Herzlichen Dank auch für den Buchtipp.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

%d Bloggern gefällt das: