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Kategorie: Gedichte

Morgenwonne

Morgenwonne

Morgenwonne mit Morgensonne!Dazu ein Bild und ein Gedicht: Ich bin so knallvergnügt erwacht.Ich klatsche meine Hüften.Das Wasser lockt. Die Seife lacht.Es dürstet mich nach Lüften. Ein schmuckes Laken macht einen KnicksUnd gratuliert mir zum Baden.Zwei schwarze Schuhe in blankem WichsBetiteln mich „Euer Gnaden“. Aus meiner tiefsten Seele ziehtMit NasenflügelbebenEin ungeheurer AppetitNach Frühstück und nach Leben. (Joachim Ringelnatz)

Der Rosmarin

Der Rosmarin

(Heute mal durch den Garten geschlendert und verwundert festgestellt: Ein Rosmarin blüht bereits. Gehört er zu den Frühblühern? Keine Ahnung! Wie auch immer: Ich freue mich.) Nur dort abwärts, grün wie immer,Stehst du noch mein Rosmarin!Willst du von dem bunten SchimmerErnst zu dir die Seele ziehn? Ja, du sagst: Wenn alle schieden;Wenn erlosch der Blumen Glanz,Biet‘ ich, stillen Orts, dem MüdenMeinen ernsten, dunklen Kranz. (Karoline Marie Luise Brachmann, die letzten beiden Strophen des Gedichts)

Die Vögel fliegen leichter um mich her.Die fremden Hunde wissen: das ist d e r.Nur einzig meine Mutter kennt es nicht,mein langsam mehr gewordenes Gesicht. (Rainer Maria Rilke)

Ein Hauch von Frühling

Ein Hauch von Frühling

Der Sonnenblume gleich steht mein Gemüte offen,Sehnend,Sich dehnendIn Lieben und Hoffen.Frühling, was bist du gewillt?Wann werd′ ich gestillt? (Eduard Mörike, Im Frühling, 2. Strophe) Auch wenn die Bäume von Weitem noch kahl und unbeblättert aussehen, so kann man es doch bei genauerem Hinsehen überall knospen sehen: Es ist morgens früher hell und abends später dunkel. Zugvögel habe ich schon rufen hören, allerdings des Nachts, so dass ich kein Foto machen konnte. Doch das war sicher nur die „Vorhut“, weitere werden…

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Ich liege wo am Wegrand

Ich liege wo am Wegrand

Ich liege wo am Wegrand übermattet –Und über mir die finstere kalte Nacht –Und zähl schon zu den Toten längst bestattet. Wo soll ich auch noch hin – von Grauen überschattet –Die ich vom Monde euch mit Liedern still bedachtUnd weite Himmel blauvertausendfacht. Die heilige Liebe, die ihr blind zertratet,Ist Gottes Ebenbild . . .!Fahrlässig umgebracht. Darum auch lebten du und ich in einem Schacht!Und – doch im Paradiese trunken blumumblattet. (Else Lasker Schüler)

Vorbei die goldenen Zeiten

Vorbei die goldenen Zeiten

… Die schönste Jungfrau sitzet dort oben wunderbar; ihr goldnes Geschmeide blitzet, sie kämmt ihr goldenes Haar. Sie kämmt es mit goldenem Kamme und singt ein Lied dabei; das hat eine wundersame, gewaltige Melodei. … (Heinrich Heine, 3. u. 4. Strophe der Loreley)

Der Welt Gesicht sind aller Welt Gesichter

Der Welt Gesicht sind aller Welt Gesichter

Der Welt Gesicht sind aller Welt GesichterDie Welt hat kein Gesicht von greifbarer Gestalt.Vor einem Kind malt sie sich stolz und wie ein Held,Vor einem Greise ohne Durst, wie tausendjährig Holz so alt,Den Dummen quält die Welt stets kopfgestellt.Dem Kühlen und dem Stummen ist sie kalt versteint,Die Schwachen fühlen sie als Tränensack, der greint.Dem Trotzigen ist sie voll Mühlen, gegen die er ficht,Dem Gütigen stets wohlgemeint voll Schwergewicht,Dem Richter ist sie ewiges Weltgericht.Ein unwirklich und tief Gedicht ist sie dem…

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O bunte Welt

O bunte Welt

O bunte Welt, was schillerst du mir her! Auf mich gestellt, bedarf ich dein nicht mehr. Nicht mehr? Und doch, wie bangt mich oft nach dir… Zu innig noch verschlingt sich Dort und Hier. (Christian Morgenstern)

Grau

Grau

I. Ist denn mein ganzes Sein verwirrt,   Daß alles ich jetzt anders schau‘;Erscheint mir doch die ganze Welt   Ein schmutzig Bild nur, Grau in Grau. Ich lebte gern und lachte gern   Wie sonst ein Menschenkind –Doch alles glotzt so fratzenhaft –   Dies Grau, es macht mich blind. II. Ein trüber, grauer Regentag,   Kalt und unheimlich öd;Der Himmel starrt so grau herein,   Die grauen Menschen so blöd. Da schnell ein rotes Licht herein –   Den roten Vorhang herab –Das lügt dann wieder die Rosen mir   Die ich längst verloren…

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