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Kategorie: Gedichte

Erinnerung

Erinnerung

Hier will ich sitzen und ruhen An diesem lieblichen Ort, Will schweifen lassen das Auge In’s Weite von Ort zu Ort. Will stille sitzen und denken An Alles was ich geliebt, Will Alles, Alles vergessen, Was mich verletzt und betrübt. Und kann ich es denn verbannen, Woran ich nicht denken will? Wie bleibt es beim frohen Erinnern Im Herzen so öd‘ und so still! Es sind so innig verbunden In mir die Freuden und Weh’n, Daß nur vereint sie entschlummern,…

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Falter

Falter

Falter haben keine Tugend – geb‘ ich zu; Sie genießen ihre Jugend ganz schmafu! Rauben allen Blumenseelchen Glück und Ruh, Halten selbst in Lilienkelchen Rendezvous. Aber denkt, ein Falterleben, liebe Leut‘, Ist ja nur ein kurzes Schweben überm Heut‘. Darum laßt sie doch genießen, wie sie’s freut, Alles was in Wald und Wiesen schnell sich beut.

Sommerwolken

Sommerwolken

…Die Wolken lehren dem Sommer das Fliegen;Viel Sommer sind schon in die Lüfte gestiegen,Auf Wolken über die Auen. Sie reiten wie die Toten vorüber,Denen die Herzen starr stille stehen.Doch Lippen, die jungen sommerroten,Küssen, werden die Tage auch trüber. (Max Dauthendey)

Plötzlich und unerwartet

Plötzlich und unerwartet

Wenn uns unvermutet eine Person wegstirbt, deren innige und verständige Teilnahme uns von Jugend an begleitete, deren ununterbrochene Neigung uns gleichsam eine stille Bürgschaft für ein dauerndes Wohlergehen geworden war, so ist es immer, als stockte plötzlich unser eigenes Leben.    (Eduard Mörike)

Stille Schönheit

Stille Schönheit

Wieviel Schönheit ist auf Erden unscheinbar verstreut; möcht‘ ich immer mehr des inne werden; wieviel Schönheit, die den Taglärm scheut, in bescheidnen alt und jungen Herzen! Ist es auch ein Duft von Blumen nur, macht es holder doch der Erde Flur, wie ein Lächeln unter vielen Schmerzen. (Christian Morgenstern)

An einen, der vorübergeht

An einen, der vorübergeht

Du hast mich an Dinge gemahnet, Die heimlich in mir sind, Du warst für die Saiten der Seele Der nächtige flüsternde Wind Und wie das rätselhafte, Das Rufen der atmenden Nacht, Wenn draußen die Wolken gleiten Und man aus dem Traum erwacht. Zu blauer weicher Weite Die enge Nähe schwillt, Durch Zweige vor dem Monde Ein leises Zittern quillt. (Hugo von Hofmannsthal)

Ein Rudel kleiner Wolken

Ein Rudel kleiner Wolken

Ein Rudel kleiner WolkenSchwimmt durch die Abendhelle,Wie graue Fische im MeereDurch eine blendende Welle. Und Mückenscharen spielenIm späten Winde regeSie tanzen zierliche TänzeIm warmen staubigen Wege. Und zwischen Wolken und Erde,Über die Bäume, die schlanken,Ziehn auf der Straße zum MondeDie uralten Liebesgedanken. (Max Dauthendey)

Sommermorgen

Sommermorgen

O Sommermorgen, wie bist du so schön,So schön im Tal und auf den Höhn! Wenn’s Morgenrot aus Osten strahltUnd golden den Saum der Wolken malt, Und mit immer glänzend röterer GlutAuf den Wipfeln der dunkelen Wäldern ruht; Wenn Halm‘ und Blumen in Flur und AuFrisch duften im kühlen Morgentau; Wenn durch des Waldes Stille der QuellVorüber rieselt silberhell; Wenn durch die Blätter säuselt der WindUnd im Felde die Lerch‘ ihr Lied beginnt: Dann muß das Herz in Andacht bebenUnd auch…

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