Zeit haben
Die Tiere hielten Versammlung und beklagten sich über die Menschen, die ihnen immer Dinge wegnahmen. „Sie nehmen meine Milch“, sagte die Kuh. „Sie nehmen meine Eier“, sagte die Henne. „Sie nehmen mein Fleisch als Schinken“, sagte das Schwein. „Sie jagen mich wegen des Öls“, sagte der Wal. Schließlich sprach die Schnecke. „Ich habe etwas, das sie mir sicher wegnehmen würden, wenn sie könnten. Etwas, das sie mehr begehren als alles andere. Ich habe Zeit.“ (Sufi)
Thomas Blubacher, Das Haus am Waldsängerpfad
Im Berliner Ortsteil Nikolassee kann man auch heute noch das 1929 von Peter Behrens erbaute Haus besichtigen, dass Kurt Lewin und seine Frau Gertrud haben erbauen lassen. Es steht am Waldsängerpfad und war schon damals ein Hingucker, an dem sich die Geister scheiden konnten: „Wer jedoch durch den Waldsängerpfad flaniert, eine gut dreihundert Meter lange, idyllische Wohnstraße zwischen Reifträgerweg und Krottnaurerstraße, mit Kopfsteinpflaster belegt und von schattenspendenden Kastanienbäumen gesäumt, steht unvermutet vor einem asymmetrisch proportionierten, weiß verputzte Ziegelbau, bestaunt ineinander…
Abschiedslied der Zugvögel
Wie war so schön doch Wald und Feld!Wie traurig ist anjetzt die Welt!Hin ist die schöne Sommerzeit…Wir armen Vögel trauern sehr:Wir haben keine Heimat mehr,Wir müssen jetzt von hinnen flieh’nUnd in die weite Fremde zieh’n. (August Heinrich Hoffmann von Fallersleben) Sie waren gestern bei der Gartenarbeit Bindeglied. Mein Garten: ein Ort zwischen Himmel und Erde.
Holzwege
Holzwege führen manchmal in die Irre, oftmals zu neuen Ein- und Ansichten über Sein und Werden, Zeit im Allgemeinen und Vergänglichkeit und Ewigkeit im Besonderen … Auf jeden Fall bieten sie die Möglichkeit der Entschleunigung zu lauschen und wahrzunehmen.
Dasein
DASEINkann so leichtso einfach sein Kein woher, wohin, wozu Keinum zu Nur SEIN Wenn man sich sein lassen kann (c) mona lisa
Frost
Wärme, Wärme, mehr Wärme. Denn wir sterben an der Kälte und nicht an der Dunkelheit. Nicht die Nacht tötet, sondern der Frost. (Miguel de Unamuno) Und dennoch bezaubernd – bei Licht gesehen.
Michael Kleeberg, Glücksritter
Michael Kleeberg geht in seiner „Recherche über meinen Vater“ einer Frage nach, die viele seiner Generation – Kleeberg ist Jahrgang 1959 – beschäftigt: Wer war mein Vater, waren meine Eltern, die man geliebt, gehasst, oft nicht verstanden hat? Von ihnen selbst hat man nicht viel erfahren, sie haben – oft einsam – geschwiegen, sich selbst unverstanden, missverstanden gefühlt, konfrontiert mit der „wohlfeil zu habenden Moral der Nachgeborenen“, die sich als Kinder und auch noch als sich abnabelnde Jugendliche meist sicher…
Aufgeschnappt
Wellenbrecher
Herbststille
Es gibt eine Stille des Herbstes bis in die Farben hinein. (Hugo von Hofmannsthal)