Carole L. Glickfeld, Herzweh

Carole L. Glickfeld, Herzweh

Chenia, russisch-jüdische Emigrantin in New York, bemerkt mir 45 Jahren, dass sie noch einmal schwanger ist. Sie will das Kind nicht, zumal sie schon zwei Kinder im Teenageralter hat. Sie unternimmt alles Mögliche, um eine Fehlgeburt herbeizuführen. Ohne Erfolg. Devorah kommt gesund zur Welt und entwickelt sich zu einem aufgeweckten Mädchen, das eine sehr enge Bezie-hung zur Mutter hat. Aus Devorahs Perspektive  wird das scheinbar normale und dennoch ungewöhnliche Leben Chenias und ihrer Familie erzählt. Obwohl Chenia kaum über schulische Bildung verfügt, ist sie aufgeweckt, wiss- und lernbegierig und geht mit Spitzfindigkeit und praktischer Intelligenz durchs Leben und sorgt dafür, dass Devorah bereits die Vorschule besuchen kann.
Die gewählte Erzählperspektive, von einem Ich-Erzähler(in) präsentiert, der dann noch allwissend ist, führt schon zu einigen Irritationen, etwa wenn Devorah ihre vorgeburtliche Entwicklung beschreibt, gleichzeitig die Gedanken, Gefühle ihrer Mutter kennt und über die diversen Seitensprünge des eigenen Vaters informiert ist.
In einem Glossar sind  viele jüdischen Ausdrücke und Rede-wendungen Chenias übersetzt – leider nicht vollständig, was das Verständnis aber nicht mindert. Ein Roman mit einigem Unterhaltungswert!

Carole Glickfeld, Herzweh, Roman, A.d. Amerikanischen von Charlotte Breuer, FFM 2003, 434 S., ISBN 3-518-45541-9

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