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Kategorie: Rezensionen

Juli Zeh, Neujahr

Juli Zeh, Neujahr

Die für ihre Romane vielfach ausgezeichnete Autorin hat einen neuen Roman geschrieben. Es ist die gut erzählte spannende Geschichte Hennings, verheiratet mit Theresa. Die beide sind ein modernes Ehepaar, das sich gemeinsam um die Erziehung ihrer zwei Kinder kümmert, wobei er als Lektor überwiegend von zu Hause aus arbeitet. Er hat im Dachgeschoss ein Home-Office, das allerdings ab und an von seiner Schwester Luna bewohnt wird, wenn sie mal wieder keine feste Bleibe hat. Sehr zum Ärger von Theresa, die…

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günter abramowski, darüberhinaus

günter abramowski, darüberhinaus

Der neue Gedichtband von Günter Abramowski ist erschienen. Es sind Gedichte, die mal mehr oder weniger sofort zugänglich sind. zum lesen tief einatmen alles ausatmen hören sie auf zu denken seien sie still lesen sie einfach weiter vertrauen sie sich darüberhinaus ist jetzt Bei manchen tue ich mich als Leserin eher schwer: hilflos wer von allen geistern verlassen ist noch bei sich den er nicht kennt realitäten verblassen erinnerungen bedarfsweise zu glaubensfragen hilflos aber potent mit erkauften fähigkeiten ungerührt zeit…

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Roland Schulz, So sterben wir

Roland Schulz, So sterben wir

Viele Menschen hegen die „alte Hoffnung; Der Tod? Das war doch immer der Tod der anderen, nie der eigene. Aber wir werden alle sterben.“ Der Tod ist unumstößliche Tatsache im Leben eines jeden von uns, ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht. Dass wir sterben, daran können wir nichts ändern, wohl aber, wie wir leben wollen mit dieser Tatsache. Die Debatte im Deutschen Bundestag über die gesetzliche Regelung von Sterbehilfe im Jahr 2014 war für den Journalisten Roland Schulz…

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Katherine Mansfield, Fliegen, Tanzen, Wirbeln, Beben

Katherine Mansfield, Fliegen, Tanzen, Wirbeln, Beben

Es ist wieder eine dieser wunderbaren kleinformatigen Ausgaben aus dem Manesse Verlag, in sinnlichem Rot, schön anzusehen. Eine poetischen Einladung in die Welt der Katherine Mansfield. Dieses tagebuchartig geführte Buch wird als „Vignetten eines Frauenlebens 1904-1922“ bezeichnet. Es enthält kurze Statements über ihren sehr wechselhaften Gemütszustand, über das, was ihr im Alltag passiert: „21. Juni. Was ist heute mit mir los? Der Tag ist dünn und weiß wie Spitzenvorhänge, voll hässlicher Geräusche (wenn etwa jemand die Schubladen einer billigen Kommode…

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Iwan Turgenjew, Das Adelsgut

Iwan Turgenjew, Das Adelsgut

„Das Adelsgut“ liegt in einer Neuübersetzung im Manesse Verlag vor, im typischen Kleinformat, fein gestaltet mit Lesebändchen und farbig abgestimmter Bindung, die ab und zu zwischen den Seiten „aufblitzt“. Ich liebe diese kleinformatigen Romanausgaben, passen sie doch in jede Handtasche. Fjodor Lawrezki kehrt nach Jahren im Ausland in seine russische Heimat zurück – ohne seine Ehefrau und ihr gemeinsames Kind. Er will das Gut seiner Eltern übernehmen, bewirtschaften und – vom Leben enttäuscht – zurückgezogen leben. Über das, was er…

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Dietrich Bonhoeffer, Behütet und getröstet

Dietrich Bonhoeffer, Behütet und getröstet

Gedacht ist dieses Büchlein von nur 41 Seiten, gestaltet als Doppelseite mit Gedanken Bonhoeffers und einer dazu passenden Illustration, als Trostbuch, „weil ein Mensch, mit dem Sie in Liebe verbunden sind, gestorben ist.“ Geschrieben hat Bonhoeffer diese Texte „voller Stärke und Zuversicht“ im Gefängnis, in einer Zeit, in der für ihn wenig Hoffnung bestand, je wieder aus dem Gefängnis entlassen zu werden. An Bonhoeffer wurde am 9. April 1945 das Todesurteil vollstreckt, wie dem Anhang zu entnehmen ist. Optimismus ist…

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Rainer Moritz, Mein Vater, die Dinge und der Tod

Rainer Moritz, Mein Vater, die Dinge und der Tod

Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg, erinnert sich anhand von Gegenständen, die er mit seinem Vater in Verbindung bringt, nach dessen Tod an das Leben mit ihm als Vater. Den Ausführungen, die er seiner Mutter gewidmet hat, stellt er folgendes Zitat von Gerhard Meier voran: „So hat man über die Dinge immer auch Kontakt mit dem Dahingegangenen.“ Moritz beginnt seine Erinnerungen mit dem Anruf seiner Mutter: „Rainer, Vati ist gestorben … Hat meine Mutter das so gesagt? Vermutlich, ein Ausdruck…

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Erling Kagge, Gehen. Weiter gehen

Erling Kagge, Gehen. Weiter gehen

In „Stille“ stand eher die Suche nach Stille im Lauten im Vordergrund als das Gehen selbst. In dem gerade erschienenen Band bietet Kagge dem Leser eine sehr persönlich gehaltene, mit vielen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen gespickte „Anleitung“ zum Gehen an. Seine Ausführungen beginnen mit seiner Großmutter: „Eines Tages konnte meine Großmutter nicht mehr gehen. An diesem Tag starb sie. Physisch lebte sie noch eine Weile, doch die neuen Knie, die man ihr anstelle der alten eingesetzt hatte, waren abgenutzt und…

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Shozo Kajima, Motomenai – Ohne Verlangen

Shozo Kajima, Motomenai – Ohne Verlangen

Es ist nur ein kleines Büchlein. Zunächst ein wenig irritierend, denn die Einführung steht hinten im Buch und ist so zu lesen, dass man nicht – wie gewohnt – von rechts nach links umblättern kann, sondern von links nach rechts. Der Buchhändler hat mir versichert, das habe seine Richtigkeit, in Japan würden Bücher so gedruckt. Ok, also anders herum, nach einiger Zeit haben meine Synapsen mitgemacht. Dennoch ein ungewohntes Gefühl. Auf fast allen Seiten steht oft nur ein Satz, der…

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Karen Duve, Fräulein Nettes kurzer Sommer

Karen Duve, Fräulein Nettes kurzer Sommer

Der Titel ist eher irreführend, zumindest für mich. Ich bin mit der Erwartung an den Roman herangegangen, etwas über „Nettes kurzen Sommer“ zu erfahren, in dem sie als Person im Mittelpunkt steht. Der Roman umfasst allerdings einen Zeitraum von 1817-1821, immerhin vier Jahre, also nicht nur einen Sommer. Der Roman beginnt mit Anmerkungen der Autorin über ihre Quellen und ihren Umgang damit und weist den Leser einerseits auf die historische Bezogenheit des Romans hin und andererseits auf die Notwendigkeit und…

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