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Kategorie: Rezensionen

Susanne Fröhlich, Constanze Kleis, Diese schrecklich schönen Jahre

Susanne Fröhlich, Constanze Kleis, Diese schrecklich schönen Jahre

Wer der Einladung: „Willkommen im Club!“ folgt, wird auf humorvolle Art und Weise über mögliche Veränderungen im „Mittel-Alter“ aufgeklärt bzw. mit Fragen konfrontiert, die sich in diesem Lebensabschnitt zuhauf stellen, deren wesentliche lautet: „Was will ich eigentlich noch vom Leben?“ Das Buch versteht sich als „Wechseljahre-Starterkit“ und basiert auf eigenen Erfahrungen, denen von Freundinnen, sowie einigen Expertenmeinungen und Forschungsergebnissen. Einige Post-its am Ende der Kapitel geben dann Hinweise, Ratschläge. Etwa den: Mit der Reife werden Ärzte jünger Sich unbedingt beizeiten…

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Martin Schleske, Der Klang: Vom unerhörten Sinn des Lebens

Martin Schleske, Der Klang: Vom unerhörten Sinn des Lebens

So lange habe ich noch nie an einem Buch gelesen. Und nicht weil es langweilig ist, eher im Gegenteil. Es eröffnet mir als Leserin völlig neue Welten: zum einen die Welt des Geigenbauers, vom Suchen der passenden Klangbäume bis hin zum letzten Schliff, den die Geige durch ihren besonderen Lack erhält, der dann noch feinfühlig auspoliert werden muss. Erst dann hat die Geige die Möglichkeit, Teil der Instrumenteneinheit eines Orchesters zu werden und die Gedanken eines Komponisten hörbar zu machen….

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Dieter Gurkasch, Leben Reloaded

Dieter Gurkasch, Leben Reloaded

„Sterben ist anders. Kein Licht, keine weite Wiese, keine Wesen, die einem entgegenkommen, mit offenen Armen, und schon gar kein Himmel und kein Gott. Zumindest habe ich das nicht erlebt. Und ich war bereits zweimal tot.“ So beginnt Gurkasch seine Autobiografie. Bei seiner Verhaftung 1997 wird er angeschossen, reanimiert, stirbt auf dem OP-Tisch ein zweites Mal und wird erneut zurückgeholt. Für ihn ist dieses Ereignis der Wendepunkt in seinem bisherigen Leben als Schwerverbrecher. Er ist sich sicher: „dass mein Leben…

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Erich Hackl, Abschied von Sidonie

Erich Hackl, Abschied von Sidonie

Das 1933 aufgefundene Findelkind war „von einer heimlichen und doch lebhaften Schönheit, ein schwarzer Flaum beschattete das dunkle Oval des Gesichts, dem die dichten Brauen über den verkrusteten Augen eine seltsam ergreifende Fremdheit verlieh.“ Es war offensichtlich ein „Zigeunerkind“, das zunächst niemand haben will, von einer Pflegefamilie in die andere kommt und schließlich von Hans und Josefa Breirather liebevoll aufgenommen und mit dem eigenen Kind aufgezogen wird. Ein weiteres Pflegekind komplettiert die Familie. Trotz der zunehmend schwierigeren politischen und finanziellen…

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Heinz-Peter Röhr, Narzißmus

Heinz-Peter Röhr, Narzißmus

Anhand des Grimmschen Kinder- und Hausmärchens „Der Eisenofen“ stellt der Psychotherapeut Heinz-Peter Röhr das Phänomen des Narzißmus in seiner ganzen Bandbreite – auch für Laien – verständlich dar. Er macht nachvollziehbar, dass Narzissten in einem inneren Gefängnis verhaftet sind, aus dem sie kaum herauskommen können. Denn sie wollen oder können zum einen ihre „Inhaftierung“ mit den damit einhergehenden Einschränkungen nicht wahrhaben und können dementsprechend Hilfe von anderen auch nicht annehmen, da sie Hilfe ja nicht brauchen. Ein Teufelskreis. „Die Therapie…

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Linda Benedikt, Eine kurze Geschichte vom Sterben

Linda Benedikt, Eine kurze Geschichte vom Sterben

Es ist tatsächlich eine kurze, in sieben Kapitel gegliederte Geschichte vom Sterben der eigenen, erst zweiundfünfzig Jahre alten Mutter, erzählt von der jüngeren Tochter, die eigentlich in London lebt. Es ist ein Countdown an Lebenstagen: sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei, eins. Ort des Geschehens: „Ein Zimmer, das nun bis an dein Ende auch das meine sein würde. Ein temporäres Daheim, aus dem mich nur dein Tod befreien würde.“ Die Handlung erschöpft sich in den wenigen noch möglichen Handreichungen der…

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Konstantin Wecker, Mönch und Krieger

Konstantin Wecker, Mönch und Krieger

Für mache mag es kaum vorstellbar und darum eine Enthüllung sein, sich den „Genussmenschen“ Konstantin Wecker, wie er sich selbst mehrfach bezeichnet, als Mönch bzw. mit mönchischen Eigenschaften vorzustellen. Da klappt es mit dem Bild des Kriegers sicher schon besser. Mönch und Krieger werden von Wecker als Dichotomie verstanden, die in ihrer Gegensätzlichkeit eine Einheit bilden, einen (inneren) Raum, in dem Platz ist, diese Gegensätzlichkeiten auszuloten, zu leben und in sich stimmig werden zu lassen. Es gilt da kein: entweder…

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günter abramowski, vom turm

günter abramowski, vom turm

„vom turm“ ist eine Sammlung von 50 Gedichten des aus Dortmund stammenden Günter Abramowski mit einem Einband so glatt, dass es bereits eine Freude ist, den schmalen Gedichtband in die Hand zu nehmen. Seine Gedichte führen einen an unterschiedliche Alltagsorte und in zeitlich nahe und weiter zurückliegende Erfahrungsdimensionen, wobei z.T. gängige Redewendungen, Metaphern in völlig anderen Zusammenhängen auftauchen und etwas Neuartiges entstehen lassen: ein guter hirte ein guter hirte seiner gedanken fragt wer er selbst wohl sein soll wenn jene…

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Wolfgang Herrndorf, tschick

Wolfgang Herrndorf, tschick

„tschick“ ist ein Jugendroman des 2013 verstorbenen Autors Wolfgang Herrndorf, ein Road-Movie, in dem Maik Klingenberg und Andrej Tschiatschow, genannt Tschick, sich in einem gestohlenen Lada in Richtung Walachai aufmachen. Beide sind in ihrer Klasse Außenseiter, obschon sie zunächst wenig miteinander zu verbinden scheint. Maik kommt aus einem „stinkreichen“ Elternhaus, Tschick aus einem der als Asi-Hochhäuser in Hellersdorf. Als vernachlässigt und verwahrlost bezeichnet ein „Typ von der Jugendgerichtshilfe“ allerdings beide, da keiner der beiden Eltern sich um die Jugendlichen zu…

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Joseph Roth, Hiob

Joseph Roth, Hiob

„Hiob“ ist der „Roman eines einfachen Mannes“, der zur Zeit des Zaren in Russland als Jude und Lehrer mit seiner Familie in einem Dorf wohnt und mehr schlecht als recht durchs Leben kommt. Mendel Singer hat vier Kinder, drei Jungen und ein Mädchen, wobei Menachim, der jüngste Sohn sich nicht richtig entwickelt, epileptische Anfälle hat, nicht gehen und sprechen lernt. Später ist „Mama“ das einzige Wort, was er spricht, sich damit aber durchaus verständlich zu machen weiß. Deborah Singer entspricht…

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