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Kategorie: Rezensionen

Elias Canetti, Das Buch gegen den Tod

Elias Canetti, Das Buch gegen den Tod

„Das Buch gegen den Tod“ ist erst zwanzig Jahre nach Canettis eigenem Tod erschienen und von Peter von Matt mit einem Nachwort versehen worden. Canettis Aufzeichnungen, Gedanken, Fragen, Aphorismen sind chronologisch geordnet. Sie beginnen mit Aufzeichnungen 1942 für das Totenbuch, das nach Canettis eigenen Aussagen paradoxerweise nur entstehen wird, „wenn das Wort ‚Tod‘ darin sich vermeiden läßt.“ und endet mit Aussagen aus dem Jahre 1994, dem Jahr, in dem Canetti gestorben ist: „Es ist Zeit, mir wieder Dinge mitzuteilen. Ohne…

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Ferdinand von Schirach, Tabu

Ferdinand von Schirach, Tabu

Sobald sich das Licht der Farben Grün, Rot und Blau in gleicher Weise mischt erscheint es uns als Weiß. (Farbenlehre nach Helmholtz) Grün, Rot, Blau und Weiß sind denn auch – in sehr unterschiedlicher Länge – die Kapitelüberschriften, in denen der Leser mit den verschiedenen Lebensabschnitten des Protagonisten Sebastian von Eschburg bekannt gemacht wird. Sebastian ist sehr sensibel, ist sich als Kind und Jugendlicher weitgehend selbst überlassen, zu Hause und im Internat. Er flüchtet sich in die Welt der Bücher,…

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Anja Kieffer, Katja Pagel, Opas Reise zu den Sternen

Anja Kieffer, Katja Pagel, Opas Reise zu den Sternen

„Opas Reise zu den Sternen“ ist ein „Kinderbuch zu Tod und Trauer“, so der Untertitel. Jakob liebt seinen Opa. Die beiden verbringen regelmäßig die Samstage miteinander, liebevoll die Opa-Tage genannt. Sie spielen mit der Holzeisenbahn oder Opa liest Jakob Geschichten vor. Jakob sitzt dann auf Opas schoß, eng an ihn gekuschelt. Er hört zu und spürt Opas Wärme und seinen weichen Körper. Doch Opa stirbt – ganz plötzlich. „Gestorben“, das Wort kennt Jakob, hat es schon mehrfach gehört. Er weiß,…

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Peter Wawerzinek, Schluckspecht

Peter Wawerzinek, Schluckspecht

Nach „Rabenliebe“ nun „Schluckspecht“. Hier wie dort geht es um Liebe, um fehlende Liebe bzw. fehlgeleitete Liebe, hier ist es die „Liebe“ zum Alkohol. Dieser Roman erzählt anschaulich, auf die Wawerzineks eigene sprachliche Weise, die Karriere eines Trinkers, eines Säufers, einer Schnapsdrossel, eines Schluckspechtes und was der Bezeichnungen mehr sind. Deutlich wird, wie allgegenwärtig Alkohol sich nicht nur im täglichen Leben vieler Menschen, sondern folgerichtig auch in der Sprache eingenistet hat. Trinksprüche, Lieder, Redensarten zuhauf. Man kann ihm kaum entgehen,…

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Sofi Oksanen, Fegefeuer

Sofi Oksanen, Fegefeuer

„die Wände haben Ohren und in den Ohren schöne Ohrringe“ Paul-Erik Rummo Diese Zeilen von Rummo sind dem Roman vorangestellt, wie auch jedes Kapitel mit Zeilen von ihm beginnen. Das scheinbar Schöne und die Untiefen dahinter und wie das eine mit dem anderen zusammenhängt, das wird dem Leser erst im Laufe dieses bemerkenswerten hochspannendem Romans deutlich. Der Roman erzählt die scheinbar zufällige Begegnung zweier Frauen, die dennoch eine gemeinsame Geschichte haben, vor allem aber ähnliche Erfahrungen gemacht haben, wenn auch…

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Angelika Kaddik, Wie aus Schmerzen Perlen werden

Angelika Kaddik, Wie aus Schmerzen Perlen werden

Wenn nicht mehr klar ist, wie man zu trauern hat, weil es kaum mehr gesellschaftlich normierte Trauerrituale und -vorschriften gibt, wo findet man dann Halt in einer Situation, die vielen den Boden unter den Füßen wegzieht, sie fassungslos macht? Was kann hilfreich sein, um wieder Fuß zu fassen, wie ist die körperlich, emotional und seelisch sehr anstrengende Trauerarbeit überhaupt zu bewältigen? Nach dem Suizid ihres Bruders stellt sich Angelika Kaddik ihrer Trauer, die sie nach dem Tod ihres Vaters vor…

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Robert Seethaler, Ein ganzes Leben

Robert Seethaler, Ein ganzes Leben

„Ein ganzes Leben“ auf 155 Seiten zwischen zwei Buchdeckel – geht das? Und dann auch noch lesenswert. Ja es geht. Der Roman ist die Lebensgeschichte von Andreas Egger, der als etwa Vierjähriger auf dem Hof eines entfernten Verwandten aufgenommen wird, weil er als billige Arbeitskraft angesehen und auch so behandelt wird, Schläge miteingeschlossen. Er muss von Anfang an mitanpacken und entwickelt mit der Zeit enorme Körperkräfte, trotz seines Hinkefußes. Irgendwann hält er sich auch den schlagenden Bauer vom Hals: “…

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Emile Vigneron, Der große Prinz

Emile Vigneron, Der große Prinz

Was macht der kleine Prinz, wenn er groß geworden ist? Dieser Frage geht der Ich-Erzähler nach, der schon mit sechs Jahren „eine großartige Laufbahn, die eines Philosophen nämlich,“ angestrebt hat. Statt im Sandkasten zu spielen, lernt er denken, hat dann aber das Problem, dass kaum jemand seine Leidenschaft mit ihm teilen will. Er stellt sich jedoch auf sein Gegenüber ein, „machte Sandkastenspiele und sprach über Kunst oder Autos.“ So bleibt er „in Gesellschaft, aber ohne jemanden, mit dem er hätte…

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Hanns-Josef Ortheil, Die Berlinreise

Hanns-Josef Ortheil, Die Berlinreise

„Die Erfindung des Lebens“ habe ich mit großer Begeisterung gelesen, das Buch über „Die große Liebe“ ebenso. Dieser „Roman eines Nachgeborenen“ hat mich nicht so begeistert. Er ist dennoch unterhaltsam und macht die Feinfühligkeit, die Beobachtungsgabe und Intelligenz des zwölfjährigen „Bubs“ deutlich, wie er sich selbst auf den Karten bezeichnet, die er der Mutter von der Berlinreise mit seinem Vater nach Hause schickt. Sie hat nicht mitkommen wollen, da Berlin für sie immer Kriegs- und Leidensort bleiben wird. Bis auf…

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Rainer Malkowski, Die Gedichte

Rainer Malkowski, Die Gedichte

Nico Bleutge bezeichnet die Gedichte Malkowskis als Denkbilder, in denen Malkowski auf der Grundlage seiner Wahrnehmung von sehr alltäglichen Dingen seine Gedanken zu Stilleben formt, die über die Alltäglichkeit hinausweisen. Für mich ist dieser Gedichtband eine Entdeckung. Gedichte, die mich in ihrer Schlichtheit und gleichzeitigen Feinheit an Gedichte von Erich Fried erinnern. Die Bandbreite der Themen ist vielfältig wie das Leben. Es geht um einfache Gegenstände, um menschliche Beziehungen, um Sprache … Die folgenden drei Gedichte mögen einen Einblick in…

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