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Kategorie: Rezensionen

Bodo Kirchhoff, Verlangen und Melancholie

Bodo Kirchhoff, Verlangen und Melancholie

An einem Prachttag, an dem man das Gefühl haben kann, „als sei man bis auf weiteres unsterblich“ liegt „ein Brief im Kasten, weiß mit einem Rand im Ton des (schwarzen) Panthers“. Auf dem Weg mit dem Fahrstuhl in die 10. Etage geht Hinrich, pensionierter Feuilletonist bei der „Zeitung der Zeitungen“, in Gedanken durch, von wem der Brief sein könnte: „Wen hatte ich in den letzen Jahren aus den Augen verloren, ohne dass er oder sie und die Hinterbliebenen mich aus…

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Harald-Alexander Korp, Am Ende ist nicht Schluss mit lustig

Harald-Alexander Korp, Am Ende ist nicht Schluss mit lustig

„Der Himmel hat den Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: Die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.“ Immanuel Kant „Humor angesichts von Sterben und Tod“ geht das überhaupt und wenn ja, darf das sein? Lachen im Hospiz oder anderswo am Kranken- und Sterbebett? Der Autor ist Lehrbeauftragter für Religionswissenschaft, Lach-Yoga Trainer, zertifizierter Humor-Coach und Sterbebegleiter in einem Berliner Hospiz, der in diesem Buch das Thema sowohl von der theoretischen als auch von der praktischen…

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Anselm Grün/ Walter Kohl, Was uns wirklich trägt

Anselm Grün/ Walter Kohl, Was uns wirklich trägt

Auf den ersten Blick haben Anselm Grün und Walter Kohl nicht viel gemeinsam, der eine lebt seit fast 50 Jahren als Mönch und Priester in einem Kloster, der andere ist Unternehmer, verheiratet und lebt in einer (Patchwork-) Familie. Aber beide kennen sich in wirtschaftlichen Angelegenheiten aus, schreiben und sind als Berater und Referenten tätig. Beide haben in ihrem Glauben eine Basis, die sie trägt, und beide sind auf dem Weg, auf der Suche nach Sinn und dem, was sie –…

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Jenny Offill, Amt für Mutmaßungen

Jenny Offill, Amt für Mutmaßungen

Der Roman hat mich thematisch an „Szenen einer Ehe“ erinnert und ist doch ganz anders. „Amt für Mutmaßungen“ ist assoziativ, mosaikartig, fast im Stil eines persönlichen Tagebuchs geschrieben, in dem man vieles unkoordiniert festhält: Zitate, Gedichte, Lieder, eigene Gedankensplitter und Fragen, die einem durch den Kopf rasen, Zeitungsausschnitte, Aphorismen bekannter Philosophen, Schriftsteller oder auch Wissenschaftler. Auf diese Weise erhält der Leser aus der Perspektive der Frau, die mal als Ich-Erzählerin auftritt, mal stärker distanziert als personaler Erzähler, Einblick in die…

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Cecilie Enger, Die Geschenke meiner Mutter

Cecilie Enger, Die Geschenke meiner Mutter

Es ist ein leises, ein berührendes, ein liebevoll geschriebenes Buch, das der Schriftstellerin und Journalistin da gelungen ist. Schon der Inneneinband ist verheißungsvoll und macht neugierig. Auf handgeschriebenen Listen mit unterschiedlich farbigen Kugelschreibern sind Fotos von diversen Gegenständen abgebildet. Man sieht ein Auto, ein knieendes Porzellanpferd, eine Kreamikfigur etc. und kann zunächst nichts damit anfangen. Nach der Lektüre weiß man: Sie symbolisieren ein ganzes Familienuniversum. „Ich war schon lange darauf vorbereitet, dass der Tag kommen würde, aber nur als ein…

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Oliver Bantle, Wolfs letzter Tag

Oliver Bantle, Wolfs letzter Tag

Die Kategorie „Lebenskunst-Roman“ ist mir – ehrlich gesagt – noch nicht untergekommen. Der Titel „Wolfs letzter Tag“ setzt eher Assoziationen von „einsamer Wolf“, „Tod und Sterben“ frei als von „Leben“ oder gar „Lebenskunst“. Der Roman ist die Geschichte von Wolf dem Wolf, einem ehemaligen Leitwolf, dessen Tag gekommen ist, an dem er sein Rudel verlassen muss, um zu sterben. Wobei dieses Wort lange vermieden wird. „Jetzt ist es also soweit, denkt er. Ab Morgen muss der Wald ohne mich klar…

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Doris Märtin, leise gewinnt

Doris Märtin, leise gewinnt

In diesem gut verständlich geschriebenen, übersichtlich strukturierten Sachbuch, geht es Doris Märtens darum, diverse Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich Introvertierte im Privat- und Berufsleben „Gehör verschaffen“. Man liest – m. E. mit einigem Gewinn – entweder das gesamte Buch oder als „eiliger Leser“ nur die jeweils zu seinem Verhaltensstil passenden Kapitel, die als Auflistung dem Inhaltsverzeichnis folgen. Anhand eines Fragenkatalogs kann man sich über die verschiedenen Arten des Leiseseins klar werden. Märtin unterscheidet vier Verhaltensstile: die Masterminds die Supersensiblen die Nerds…

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Ulla Hahn, Spiel der Zeit

Ulla Hahn, Spiel der Zeit

Nun liegt er vor der dritte Band über Hilla Palm aus Dondorf, 600 Seiten stark, mit Lesebändchen. Der Roman beginnt mit der Aufzählung des gesamten „Stammpersonals“, das die Leser schon aus „Das verborgene Wort“ und „Aufbruch“ kennen: „Ich kann sie doch nicht einfach sitzen lassen im hillije Kölle, meine Hilla, mit dieser Lichtung, dieser Nacht in ihrem jungen Leben, da muss einer her, der sie erlöst, muss Freude her, Party, Lebenslust. Hereinspaziert heißt es noch einmal für Vater Josef Palm…

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Jürgen Domian, Richtig leben…und dann tu, was du willst

Jürgen Domian, Richtig leben…und dann tu, was du willst

„Würden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, Ihr Leben genau so, wie es bisher verlaufen ist, noch einmal leben wollen?“ Der Konjunktiv verweist die Frage in den Bereich des Irrealen, des Wünschens, des (Un-) Möglichen, denn ein Neuanfang ist ja nicht möglich. Dennoch macht es Sinn, über eine Antwort nachzudenken, dann nämlich, wenn ich mich frage, will ich so weiter leben und wie sieht dann die Endbilanz aus? Auf der Grundlage der „sieben sogenannten Todsünden“ (Hochmut, Gier, Neid, Zorn, Wolllust, Völlerei,…

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Mitch Albom, Dienstags bei Morrie

Mitch Albom, Dienstags bei Morrie

Die Diagnose ALS ist immer noch ein Todesurteil. Diese erhält Morrie, ehemaliger Professor, eines Tages und verabschiedet sich auf seine ihm eigene Art von seinen Studenten: „Ich habe dieses Seminar zwanzig Jahre gehalten, und dies ist das erste Mal, daß ich sagen kann, es ist überhaupt kein Risiko, es zu belegen, da ich an einer tödlichen Krankheit leide. Möglicherweise werde ich nicht lange genug leben, um bis zum Ende des Semesters zu unterrichten. Wenn Sie das Gefühl haben, dies sei…

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