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Kategorie: Rezensionen

Petra Anwar, John von Düffel, Geschichten vom Sterben

Petra Anwar, John von Düffel, Geschichten vom Sterben

Petra Anwar ist Palliativmedizinerin und betreut Schwerstkranke und ihre Angehörigen zu Hause. Mit der Hilfe von John von Düffel ist ein „Geschichtenbuch“ der besonderen Art entstanden, das anhand von elf PatientInnen Lebensgeschichten „auf den letzten Metern“ erzählt. „Dieses Buch enthält Geschichten, gegen die Angst, Geschichten der Zuversicht, dass sich auch schwierigste Situationen gemeinsam bewältigen lassen.“ So wie die Menschen sehr unterschiedlich gelebt haben, so gehen sie auch sehr unterschiedlich mit der Tatsache um, dass sie in absehbarer Zeit sterben müssen….

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Jesper Stein, WEISSGLUT

Jesper Stein, WEISSGLUT

Axel Steen ist Vizekriminalkommissar in Nørrebro, die er wie seine Westentasche kennt, und der erfolgreichste Ermittler des Kommissariats. Seit einiger Zeit muss er unter Jens Jessen, dem neunen Mann seiner Exfrau arbeiten. Die Konflikte sind also vorprogrammiert. Aber nicht nur deswegen. Steen, der sich selbst als „Haschischwrack“, „gewalttätigen Psychopathen“ und von „ständiger Todesangst verfolgten Workoholic“ bezeichnet, ermittelt immer wieder an der Grenze der Legalität oder auch darüber hinaus, wenn er es für richtig hält, gepuscht von seinem scheinbar untrüglichen Instinkt,…

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Mariela Sartorius, Die hohe Schule der Einsamkeit

Mariela Sartorius, Die hohe Schule der Einsamkeit

Mariela Sartorius ist überzeugte Einzelgängerin und lobpreist in ihrem als „Streitschrift“ bezeichneten Buch „Die Kunst des Alleinseins“ – so der Untertitel – die Vorzüge des Einzelgängertums. Pointiert beschreibt sie Einzelgängertum als eine Lebensform mit vielen Vorzügen, ja sogar als Voraussetzung für ein gutes Leben, wenn man sich über die eigene Selbstwirksamkeit im Klaren ist und man gelernt hat oder bereit ist, „mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen und sich anzupassen.“ Letztendlich aber liegt es an der Einstellung und Haltung gegenüber…

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Hanna Johanson, Der Herbst, in dem ich Klavier spielen lernte

Hanna Johanson, Der Herbst, in dem ich Klavier spielen lernte

Die Ausgabe ist optisch sehr ansprechend. Das klare Rot des Balkens auf dem glatten Buchdeckel wiederholt sich auf den Innenseiten und in dem roten Lesebändchen. Schon das ein guter Anfang! Am 22. September beginnt die Ich-Erzählerin mit ihren tagebuchartigen Aufzeichnungen, in denen es zunächst um ihren Entschluss geht: „Ich lerne Klavier spielen.“ Sie enden am 20.12. Dazwischen entwickelt sich eine autobiografisch gefärbte Handlung, in der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft ineinander übergehen, in ihren Bedingheiten gesehen und reflektiert werden. So geht…

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Hanns Zischler, Das Mädchen mit den Orangenpapieren

Hanns Zischler, Das Mädchen mit den Orangenpapieren

„‚Ich bin heimweh‘.“ Dieser Satz von Saskia trifft auch auf Elsa zu, Protagonistin dieser Erzählung. Sie ist nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater von Dresden nach Bayern gezogen, eine Landschaft, die ihr sehr fremd ist. „Elsa findet hier keinen Halt. Alles stürzt.“ Für manche ist sie einfach nur das „Zonenkind“, das sie herablassend meinen behandeln zu können. Doch da gibt es einige Menschen, die Elsa auf ihre jeweilige Art unterstützen und ihr helfen, sich zu finden. Mit Paul…

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Charles Jackson, Das verlorene Wochenende

Charles Jackson, Das verlorene Wochenende

Die Originalausgabe dieses Romans ist bereits 1944 in New York erschienen. Der Dörlemann Verlag in Zürich hat diesen Roman neu verlegt. Ich finde: eine gute Entscheidung. „‚Das Barometer seiner Gefühlsnatur zeigte eine Unwetterperiode an.’“ liest Don Birnam in einem Roman und spürt die „verstörende Wirkung“ dieses Satzes, eines Satzes, den er selbst geschrieben haben könnte. Don ist ein belesener, intelligenter Trinker, der gerne klassische Musik hört, wenn er trinkt. Er ist ein Quartalssäufer, beherrscht „alle Winkelzüge eines Trinkers“ (R.Moritz im…

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Volker Kutscher, Märzgefallene

Volker Kutscher, Märzgefallene

„Märzgefallene“ ist Gereon Raths fünfter Fall und beginnt zunächst ziemlich unspektakulär: „Der Mann saß an einem stählernen Pfeiler im Schatten der Hochbahntrasse, das Kinn auf die Brust gesunken, als sei er nur kurz eingenickt. Man hätte denken können, er schlafe seinen Rausch aus, so kauerte er da, in einem alten geflickten Soldatenmantel, in Wickelgamaschen und löchrigen Handschuhen, eine dicke Wollmütze auf dem Kopf.“ Es ist ein obdachloser Stadtstreicher, der offensichtlich schon Tage daliegt, ohne dass es jemandem aufgefallen wäre. Böhm,…

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Roope Lipasti, Ausflug mit Urne

Roope Lipasti, Ausflug mit Urne

Für Jalmari, den Stiefgroßvater von Teemu und Janne, ist es auf jeden Fall der letzte Ausflug. Die beiden ungleichen Brüder machen sich mit Jalmaris Urne auf den Weg zur Testamentseröffnung in Imatra. Anschließend wollen sie seine Asche dem Meer übergeben. Doch bis dahin haben die Brüder, die jahrelang keinen Kontakt hatten, allerlei Schwierigkeiten zu überwinden: Schwierigkeiten mit den Widrigkeiten der Welt und denen, die sich aus Beziehungen zu Menschen ergeben. „Gereinigt“ treten zum Schluss die Rückfahrt an, ohne Urne, dafür…

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Sonia Laredo, Das Glück der Worte

Sonia Laredo, Das Glück der Worte

Es war einmal eine Lektorin, Brianda mit Namen, die liebte ihre Arbeit über alles, verlor sie aber von einem Tag auf den anderen. Da ließ sie alles stehen und liegen, nahm nur das Notwendigste mit und machte sich mutterseelenallein auf in die Welt, aus ihrem Leben ein Kunstwerk zu machen. Bücher waren ihr dabei ein Kompass. Sie hatte viele Prüfungen zu bestehen, aber am Ende lebte sie glücklich und zufrieden, und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt sie noch…

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Raija Siekkinen, Wie Liebe entsteht

Raija Siekkinen, Wie Liebe entsteht

Wer darauf hofft, nach der Lektüre dieses Erzählbandes eine Antwort gefunden zu haben, der wird enttäuscht sein. „Ich kannte ihn schon, als er sich von seiner Familie trennte, und auch, als er sich von der Frau trennte, wegen der er seine Familie verlassen hatte.“ Man hat eher eine Ahnung davon, wie zerbrechlich Liebe ist, wie schnell sie zu Ende sein kann. Entweder verschwindet sie – mehr oder weniger unbemerkt – im Alltag oder endet jäh, von einer Minute zur nächsten….

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