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Kategorie: Rezensionen

Joseph Roth, Hiob

Joseph Roth, Hiob

„Hiob“ ist der „Roman eines einfachen Mannes“, der zur Zeit des Zaren in Russland als Jude und Lehrer mit seiner Familie in einem Dorf wohnt und mehr schlecht als recht durchs Leben kommt. Mendel Singer hat vier Kinder, drei Jungen und ein Mädchen, wobei Menachim, der jüngste Sohn sich nicht richtig entwickelt, epileptische Anfälle hat, nicht gehen und sprechen lernt. Später ist „Mama“ das einzige Wort, was er spricht, sich damit aber durchaus verständlich zu machen weiß. Deborah Singer entspricht…

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Jacques Lusseyran, Das wiedergefundene Licht

Jacques Lusseyran, Das wiedergefundene Licht

„Das wiedergefundene Licht“ ist die beeindruckende „Lebensgeschichte eines Blinden im französischen Widerstand“. Mit nur acht Jahren hat Jacques Lusseyran durch einen Unfall sein Augenlicht verloren. Er bestreitet vehement, dass er blind ist. Er ist ein sehender Blinder. Blind empfindet er sich nur in Momenten völliger Verzweiflung und Angst, wenn er sich seines inneren Lichtes nicht mehr bewusst ist und es dann auch nicht mehr wahrnehmen kann. Dieses innere Licht ist für ihn die Anbindung an einen Schöpfergott, bei dem er…

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Luca Di Fulvio, Der Junge, der Träume schenkte

Luca Di Fulvio, Der Junge, der Träume schenkte

„Es geht um Gangster. Es geht um Liebe … das ist New York.“ Genau darum geht es in Fulvios Roman, der den Leser ins New York zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts mitnimmt, in Elendsviertel, in Bordelle, in Gangstermilieus, in denen alle auf sehr unterschiedliche Art und mit sehr unterschiedlichen Mitteln um ihr tägliches (Über-) Leben kämpfen, das in vielerlei Hinsicht bedroht ist – immer. Auch, wenn man in besten Verhältnissen lebt wie die junge Ruth, die sich in ihrer reichen…

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Frank Goosen, Sommerfest

Frank Goosen, Sommerfest

„Sommerfest“ ist nach „Radio Heimat“ der zweite Roman von Frank Goosen, den ich gelesen habe. Aber ganz ehrlich: „Radio Heimat“ hat mir um Längen besser gefallen, habe ich doch viel mehr Möglichkeiten gehabt, über dargestellte Situationskomik lauthals zu lachen. Das ein oder andere ist auch zum „Schießen“ wie man hier im Ruhrgebiet sagt. Doch die Story ist eher langweilig und zäh erzählt. Stefan lebt mittlerweile als Schauspieler in München und will nach dem Tod von Onkel Hermann das Elternhaus verkaufen,…

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Barbara Fredrickson, Die Macht der guten Gefühle

Barbara Fredrickson, Die Macht der guten Gefühle

Fredrickson will mit diesem Buch dem Leser „wissenschaftliche Einsichten über eine positive Lebenseinstellung“ vermitteln, mit dem er wie mit einem „Nachtsichtgerät das Restlicht der Sterne verstärkt“ und es ihm möglich ist, auch in der Dunkelheit zu sehen“ und so den „Lebensweg“ zu erhellen. Dazu muss jemand, in der Lage sein, langfristig seine guten und negativen Gefühlen in ein Verhältnis von 3:1 zu bekommen, da die negativen Erlebnisse langfristiger und besser erinnert werden als die guten Gefühle. Im ersten Teil des…

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Wilhelm Schmid, Gelassenheit

Wilhelm Schmid, Gelassenheit

Schmid weiß: „Alle gedankliche Vorbereitung darauf kann die Erfahrung nicht vorwegnehmen, wie es sich anfühlt, wenn es ernster wird.“ Dieser Satz erinnert mich an den damals gängigen Spruch vom „Ernst des Lebens“, als ich kurz davor war, eingeschult zu werden. Er hörte sich irgendwie bedrohlich an. Was kam, fand ich eher spannend und aufregend. Ich durfte lesen lernen und habe mir nach und nach die Welt der Bücher erschlossen. Welten wird man sich im Alter vielleicht nicht mehr erschließen können….

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Martin Miller, Das wahre „Drama des begabten Kindes“

Martin Miller, Das wahre „Drama des begabten Kindes“

Martin Miller, Sohn Alice Millers, selbst Psychotherapeut und Coach in den USA, versucht ein Portrait Alice Millers: als Mutter und als Kindheitsforscherin. Für den Sohn Martin Miller ein schwieriges Unterfangen, hat er doch als Sohn stets eine besondere Perspektive auf Alice Miller. So heißt es auf dem Einband: „Es war nicht schön, der Sohn Alice Millers zu sein. Im Gegenteil. Und trotzdem war meine Mutter eine große Kindheitsforscherin.“ Er versucht durch Familienforschung hinter das (Kriegs-) Geheimnis seiner Mutter zu kommen,…

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Sabine Bode, Kriegsenkel

Sabine Bode, Kriegsenkel

Hat sich Sabine Bode in „Die vergessene Generation“ mit den Kriegskindern beschäftigt, von denen einige in der Lage gewesen sind, ihr Schweigen zu brechen, so beschäftigt sie sich in diesem Buch mit der Frage: „Wie sind Menschen damit umgegangen, dass sie mit Eltern aufwuchsen, denen der Krieg immer noch in den Knochen steckte, was ihnen aber kaum bekannt war?“ Die Wege, die die Kriegsenkel für sich entdeckt haben, mit ihrer Situation klar zu kommen, sind höchst unterschiedlich, so wie Menschen…

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Susan Marletta-Hart, Leben mit Hochsensibilität

Susan Marletta-Hart, Leben mit Hochsensibilität

Zart besaitet zu sein wird – zumindest in der entsprechenden Fachliteratur – zunehmend als Gabe verstanden, obschon viele Hochsensible, vor allem, wenn sie nicht als solche erkannt oder vielmehr anerkannt und gewertschätzt werden, sie eher als Last empfinden, die weg muss. Weil sie sich als anders, als nicht normal erleben und in Folge davon oft als Außenseiter, Heimatlose, als jemand, der nirgends wirklich dazugehört. „Hochsensibilität ist eine Charaktereigenschaft – keine Störung oder Krankheit.“ Marletta-Hart beschreibt diese „Charaktereigenschaften“ und „Qualitäten“ in…

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Etty Hillesum, Das denkende Herz

Etty Hillesum, Das denkende Herz

„Wir dürfen zwar leiden, aber wir dürfen nicht darunter zerbrechen. Und wenn wir diese Zeit unversehrt überleben, … dann haben wir auch das Recht, nach dem Krieg ein Wort mitzureden. Vielleicht bin ich eine ehrgeizige Frau: Ich möchte ein sehr kleines Wörtchen mitreden.“ Ihr Wunsch konnte leider nicht in Erfüllung gehen, da Etty Hillesum in Auschwitz ermordet worden ist. Erhalten sind aber ihre Tagebücher aus den Kriegsjahren 1941-1943, in denen sie in bewegender Art Zeugnis davon abgibt, wie sie in…

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