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Kategorie: Rezensionen

Max Frisch, Aus dem Berliner Journal

Max Frisch, Aus dem Berliner Journal

Nun sind Teile seiner Tagebücher aus dem Nachlass veröffentlicht. Das Berliner Journal beginnt 1973 mit Max Frischs Umzug in die Sarrazinstraße in Westberlin. Beim Lesen begleitet man ihn bei Alltäglichkeiten: dem Einrichten seiner Wohnung, Fragen zu seiner Gesundheit, Problemen und Zweifeln seiner Schaffenskraft. Interessanter aber finde ich noch die diversen Kontakte mit deutschen Schriftstellern aus Ost und West, auf die er eine unbefangene und sehr diffizile Sicht hat, weil er als Schweizer nicht wirklich dazugehört. Meist ist er Beobachter, fragend,…

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Monika Bylitza, Schätzeken, GIB GAS!

Monika Bylitza, Schätzeken, GIB GAS!

Mit einer fürs Ruhrgebiet typischen Offenheit, Klarheit, Direktheit, gewürzt mit einer großen Portion Humor und Herzlichkeit kommt dieser Wegweiser für „Selbstcoaching für berufliche private und Ziele“ daher. Schnörkellos, präzise formuliert und praktisch umzusetzen, so waren auch die Ansagen des hilfsbereiten Nachbarn, der immer wieder geholfen hat, wenn das erste Auto der Autorin „inne Wicken“ war und er die Kiste wieder repariert hat. „Und jetzt gibste ma‘ richtig Gas, damitte auch ma‘ ankomms‘, Schätzeken.“ Doch um anzukommen, muss man ein Ziel…

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Christiane zu Salm, Dieser Mensch war ich

Christiane zu Salm, Dieser Mensch war ich

„Wenn Menschen denken, dass du stirbst, hören sie dir richtig zu – statt nur darauf zu warten, bis sie wieder dran sind mit reden.“ Aus Fight Club Damit beginnen die „Nachrufe auf das eigene Leben“, so der Untertitel dieses Buches. Die Autorin ist Sterbebegleiterin, hat also viel Kontakt mit Menschen am Ende ihres Lebens und sie hat zugehört. Herausgekommen ist dabei ein Buch mit vielen interessanten Rückblicken auf sehr unterschiedliche Leben und Möglichkeiten, mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen. Viele…

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Susanne Kranz, Pilgern als Therapie

Susanne Kranz, Pilgern als Therapie

In diesem Buch erzählt Susanne Kranz, wie ihr Krebs sie nach Santiago de Compostela führte, eine selbst verordnete Therapie, die ihr wesentlich dabei geholfen hat, mit ihrer Krankheit umzugehen. Dazu muss man wissen, dass Susanne Kranz auch vor ihrer Krankheit körperlich fit war, gelaufen ist, und sogar an Marathons teilgenommen hat. In vier Kapiteln berichtet sie detailliert von ihrer Krankheit und den diversen operativen Eingriffen, von ihrem Pilgerweg, den sie zusammen mit ihrem Mann bewältigt hat, von einem Rückschlag und…

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Michael Bordt, Die Kunst sich selbst auszuhalten

Michael Bordt, Die Kunst sich selbst auszuhalten

„Wer innerlich frei ist, kann handeln, als freier Herr seiner selbst.“ Wer will nicht schon gern innerlich frei sein? Und merkt immer wieder, dass Emotionen, Gefühle Auslöser sind für altbekannte Reaktionsmuster, die man sich angeeignet hat, die oft automatisch ablaufen. Da ist von innerer Freiheit dann wenig zu spüren. Sie setzt voraus, dass ich mich kenne, wirklich weiß, was ich will. Und dazu ist es laut Bordt notwendig, innere Stille und Einsamkeit zuzulassen, in der ich mir selbst begegnen und…

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Christina Krüsi, Das Paradies war meine Hölle

Christina Krüsi, Das Paradies war meine Hölle

„Guten Tag, ich bin die Wahrheit.“ Und die will beachtet werden! Doch Christina Krüsis Wahrheit ist „zu schwer, zu hässlich, abscheulich, ekelhaft und dunkel“ als dass sie diese ans Licht holen will. Doch eines Tages lässt sie sich nicht mehr unterdrücken, denn Christinas geschändeter Körper macht – lange nach den Ereignissen – einfach nicht mehr mit. Er zwingt sie, sich mit dem auseinanderzusetzen, was ihr passiert ist, was sie aber lange, lange Zeit verdrängt hat. Es geht nicht mehr nur…

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Cay Rademacher, Der Schieber

Cay Rademacher, Der Schieber

Dieser Krimi ist ein Krimi für Hamburgfans, die sich für das Hamburg nach dem Zweiten Weltkrieg interessieren. Man erfährt einiges über die zerbombte Stadt, ihre legalen Bewohner und die vielen illegalen, die niemand haben will und denen nichts anderes übrig bleibt, als sich mit Schmuggel, Diebstählen, Prostitution und anderen illegalen Tätigkeiten am Leben zu halten, unter ihnen viele Kinder, Waise meist und Wolfskinder, die sich aus dem Osten bis Hamburg durchgeschlagen haben. Die ungewöhnliche Hitze im Hamburg des Jahres 1947…

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Stephan Peeck, Was uns gesund macht

Stephan Peeck, Was uns gesund macht

Ausgehend von der Darstellung gängiger Therapieansätze und deren Menschenbild weist Peeck im ersten Teil seines Buches darauf hin, dass ihnen allen der Aspekt fehlt, den Menschen auch als geistiges Wesen zu sehen. Er macht aus der Praxis seiner logotherapeutischen Tätigkeit auf die Folgen geistiger Verwahrlosung aufmerksam, die es gilt zu überwinden, um dem einzelnen Menschen in seiner Ganzheit heilen zu können. Im zweiten Teil zeigt der Autor „Zugänge zur geistig-spirituellen Dimension“ auf, die er im „echten Gewissen“, in der Liebe,…

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Jonathan Littell, Die Wohlgesinnten

Jonathan Littell, Die Wohlgesinnten

Ein in den Sechzigern in New York geborener Jude schreibt aus der Perspektive eines SS-Offiziers dessen Erinnerungen an die Nazizeit auf. Das hat mich neugierig gemacht, zumal mich literarische Verarbeitungen dieses Themas schon immer interessiert haben. Doch das Buch ist in jeder Hinsicht eine Zumutung: – wegen des Umfangs von 1383 S. kaum zu halten, aber noch händelbar – der Inhalt ist erwartungsgemäß grauenvoll, aber durch den Detailreichtum der beschriebenen Liquidationen, die dabei entstehenden Probleme sowie der Suche nach Lösungen…

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Friedrich Dürrenmatt, Der Verdacht

Friedrich Dürrenmatt, Der Verdacht

Dieser Kriminalroman aus den 80igern des letzten Jahrhunderts ist immer noch lesenswert. Ironisch, sarkastisch, spitzfindig geschrieben, geht es um die Suche nach einem Mörder. Aber es ist nicht irgendein Mörder, sondern Emmenberger, ein Arzt, der im KZ Sutthof Menschen ohne Narkose operiert hat und das mit deren Einverständnis. Dieser Arzt hat nach dem Krieg Selbstmord begangen. Dass steht amtlich fest. Beim Lesen einer Zeitschrift entsteht in Kommissar Bärlach, der im Krankenhaus wegen seiner Krebserkrankung behandelt wird, der Verdacht, dass der…

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