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Kategorie: Rezensionen

Robert Seethaler, Der Trafikant

Robert Seethaler, Der Trafikant

„Der Trafikant“ ist gerade als Taschenbuch erschienen und schon gelesen. Ich bin sehr angetan von diesem Roman. „An einem Sonntag im Spätsommer des Jahres 1937 zog ein ungewöhnlich heftiges Gewitter über das Salzkammergut, das dem bisher ereignislos vor sich hintröpfelnden Leben Franz Huchels eine ebenso jähe wie folgenschwere Wendung geben sollte.“ Franz muss seine eher bäuerlich geprägte Heimat verlassen, weil seine Mutter ihn nach dem Tod ihres Geliebten durch einen Blitzschlag beim Baden im See, nicht weiter ernähren kann. Franz…

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Volker Kutscher, Die Akte Vaterland

Volker Kutscher, Die Akte Vaterland

Die Akte Vaterland ist Volker Kutschers vierter Roman mit Gereon Rath als ermittelndem Kommissar und seiner Freundin Charlotte Ritter, die aus Paris zurückkommt und in der Mordkommission als Kommissaranwärterin mit Gereon zusammenarbeiten soll, was nicht gerade unkompliziert ist, zumal ihre Beziehung – sehr zu Gereons Leidwesen – immer noch geheim ist. Das will er möglichst rasch ändern und sich deshalb mit Charlotte verloben. Doch er wird genau da zu einem außerordentlich ungewöhnlichen Fall gerufen: Ein Spirituosenlieferant wird im Lastenaufzug des…

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Wilhelm Schmid, Die Liebe atmen lassen

Wilhelm Schmid, Die Liebe atmen lassen

Ich habe schon einmal daran gedacht , Bücher nicht – wie sonst – zu rezensieren, sondern nur im Buch vorkommende Wörter wiederzugeben. Vielleicht noch, wie Wildgans es mag, den ersten und den letzen Satz: „Aller Umgang mit Anderen hat mit Liebe zu tun.“ Monsterqualle atmende Liebe „Erfahrungstier“ Möglichkeit, die potentiell unendlich ist Selbstmächtigkeit Schrumpfseele Zufallsglück Wohlfühlglück Selbstliebe Selbstkenntnis „Ego-Deko“ Einsamkeit Bindung Freiheit Einzel-Ich Detail-Ich …. „Es liegt im Einzelnen selbst, frühzeitig dafür Sorge zu tragen, dass er vielfach lieben kann,…

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Wilhelm Schmid, Unglücklichsein

Wilhelm Schmid, Unglücklichsein

In diesem kleinen Büchlein nimmt Schmid die in der westlichen Welt so verbreitete Suche bzw. Jagd nach dem Glück unter die Lupe: Was ist, wenn das Glück mich nicht findet? Macht Glück immer glücklich? so die Titel der ersten beiden Kapitel. Er weist den Leser darauf hin, dass ewige Zufriedenheit ja Stillstand bedeuten würde und dass zur Fülle des Lebens nicht nur das Positive gehört. Lebenskunst besteht nach Schmid darin, „der Mehrdimensionalität des Lebens“ gerecht zu werden, indem man sie…

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Cay Rademacher, Der Trümmermörder

Cay Rademacher, Der Trümmermörder

Der Trümmermörder hat vier Menschen ermordet, die nackt nach und nach an unterschiedlichen Stellen der Stadt Hamburg im Hungerwinter 1947 aufgefunden werden, völlig steif gefroren. Sie alle sind versteckt in den Trümmern, sind mit einem dünnen Draht erdrosselt worden, relativ gut genährt – was in diesem Winter auf einen gewissen Wohlstand hinweist – und ihre Hände sind gepflegt, also keinen Arbeitstände. Kommissar Stave ist für diesen Fall zuständig. Im Verlauf der Ermittlungen muss er davon ausgehen, dass es sich um…

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Mechthild Borrmann, Wer das Schweigen bricht

Mechthild Borrmann, Wer das Schweigen bricht

In diesem (Kriminal-) Roman geht es in jeder Hinsicht um dunkle Zeiten, politisch und menschlich. Es geht um Vergessen, Verdrängen wollen, um Totschweigen und die Unmöglichkeit, wenn viele daran beteiligt sind. Robert Lubisch löst den Haushalt seines Vaters, eines ehemals mächtigen Industriellen, nach dessen Tod auf, weil er das Haus verkaufen will. Es ist zwar sein Elternhaus, doch zu seinem Vater hat er nie wirklich eine herzliche Beziehung gehabt, zudem ist er beruflich einen anderen Weg gegangen als den, den…

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Jennifer Teege, AMON Mein Großvater hätte mich erschlagen

Jennifer Teege, AMON Mein Großvater hätte mich erschlagen

Die Lebensgeschichte Jennifer Teeges, die sie gemeinsam mit der Journalistin Nikola Sellmair recherchiert und aufgeschrieben hat, ist atemberaubend, berührend und nahezu unfassbar. Jennifer Teege, eine dunkelhäutige, schlanke, große Frau, erfährt durch Zufall oder soll man es Schicksal nennen, dass sie die Enkelin Amon Göths ist, dessen Namen sie zwar aus dem Film „Schindlers Liste“ kennt, ohne aber auch nur zu ahnen, dass sie mit ihm verwandt ist. In einer Hamburger Bibliothek trifft sie auf ein Buch, aus dem sie ihre…

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Marcel Reich-Ranicki, Mein Leben

Marcel Reich-Ranicki, Mein Leben

Sein Tod war mir Anlass, die seit langem im Regal stehende Biografie zur Hand zu nehmen und zu lesen. Es ist das Buch eines Literaturkritikers über sein Leben mit und für die Literatur, vornehmlich die deutsche, was nicht unbedingt selbstverständlich ist, da Reich-Ranicki Jude war und es Zufällen und der Hilfsbereitschaft einer polnischen Familie verdankt, den Holocaust überhaupt überlebt zu haben. Literatur war ihm Lebensinhalt, Lebensunterhalt, Heimat, wo sie ihm im Außen fehlte. Er führte ein „monologisches Dasein“- lesen, schreiben…

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Dankbarkeit, Freude und Zufriedenheit

Dankbarkeit, Freude und Zufriedenheit

Du bist undankbar! Du musst dankbar sein! Gerd Achenbach bezeichnet den Vorwurf der Undankbarkeit an andere als „Denunziationsvokabel“ und erinnert an eine alte, aber oft in Vergessenheit geratene Tradition, dass man Dankbarkeit nicht erwarten solle. „Und zwar aus einem guten Grund. Als Eltern ist man ja für die Kinder nicht da, um von ihnen Dankbarkeit zu erwerben, sondern man ist da, weil man für die da sein will, weil dies zu unseren Eltern sein dazugehört. In dem Moment, wo ich…

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Peter Schneider, Die Lieben meiner Mutter

Peter Schneider, Die Lieben meiner Mutter

Jahrzehntelang hat Peter Schneider Briefe seiner Mutter ungelesen in einem Karton verwahrt. Sie haben ihn begleitet, wo immer er hingezogen ist. Erst mit fast siebzig Jahren fühlt er sich bereit, die Briefe zu lesen, muss diese aber in weiten Teilen transkribieren lassen, da sie in Sütterlinschrift geschrieben sind, die er nicht so beherrscht, dass er die Briefe seiner Mutter ohne weiteres lesen kann. Aus der Auseinandersetzung mit den Briefen und der eigenen Erinnerung an seine Kinder- und Jugendzeit entsteht ein…

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