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Kategorie: Rezensionen

Peter Schneider, Die Lieben meiner Mutter

Peter Schneider, Die Lieben meiner Mutter

Jahrzehntelang hat Peter Schneider Briefe seiner Mutter ungelesen in einem Karton verwahrt. Sie haben ihn begleitet, wo immer er hingezogen ist. Erst mit fast siebzig Jahren fühlt er sich bereit, die Briefe zu lesen, muss diese aber in weiten Teilen transkribieren lassen, da sie in Sütterlinschrift geschrieben sind, die er nicht so beherrscht, dass er die Briefe seiner Mutter ohne weiteres lesen kann. Aus der Auseinandersetzung mit den Briefen und der eigenen Erinnerung an seine Kinder- und Jugendzeit entsteht ein…

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Wiedergelesen: Albert Camus, Die Pest

Wiedergelesen: Albert Camus, Die Pest

Am Anfang sind es nur ein paar Ratten, die auffallen und für die diversen Concierge der Stadt Oran einen Skandal, gleichzeitig aber auch die Herausforderung bedeuten, diesem Skandal ein Ende zu bereiten. Doch die Ratten tauchen immer zahlreicher auf und immer mehr Menschen klagen über Schwellungen in Leisten und Achselhöhlen. Der Arzt Rieux ist beunruhigt und innerlich alarmiert. Er denkt sofort an die Pest, will und muss sich aber erst Klarheit verschaffen, um Panik in der Stadt zu vermeiden. Es…

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Ruhrtriennale: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern

Ruhrtriennale: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern

Das Mädchen mit den Schwefelhölzern: eine MusikAufführung mit Bildern, Schauspielern, einem Zuschauerkarree, derart beeindruckend, dass sie einem kaum aus dem Kopf geht. Surreale Märchenbilder, Traumbildern und -landschaften ähnlich, eine Angela Winkler, die wie immer nuancenreich und detaillgenau bis in die Fingerspitzen spielt. Zwei Stunden Faszination, Verstörung pur Stunden, die ich nicht missen, sondern eher noch einmal erleben möchte dann aber bitte mit Sitzkissen, die bei der Generalprobe in unserem Block vergessen worden sind, denn so ausgeprägt ist mein eigenes Sitzpolster…

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Marie-Sabine Roger, Das Labyrinth der Wörter

Marie-Sabine Roger, Das Labyrinth der Wörter

„Ich habe beschlossen Margueritte zu adoptieren. Sie feiert bald ihren sechsundachtzigsten Geburtstag, da sollte man nicht allzu lange warten. Alte Leute sterben gern.“ So beginnt dieser lesenswerte Roman über die Freundschaft zwischen Germain, einem etwa vierzigjährigen Mann, der von allen belächelt wird, da er es zu nichts gebracht hat, und Margueritte, einer alten, sehr liebenswerten, aufgeschlossenen Frau, die sehr gerne liest. Sie begegnen sich im Park, als beide Tauben beobachten, einzige Gemeinsamkeit. Und dennoch kommt es zu einer freundschaftlichen Annäherung…

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Lars Kepler, Der Hypnotiseur

Lars Kepler, Der Hypnotiseur

Der Täter, der offensichtlich seine ganze Familie auslöschen wollte, steht eigentlich schon zu Beginn des Kriminalromans fest, nachdem nämlich Eric Maria Bark einen lebensgefährlich verletzten Jungen im Krankenhaus unter Hypnose nach dem Geschehen bei ihm zu Hause befragt hat. Dafür hat Kriminalkommissar Joona Linna sich eingesetzt, da er befürchtet hat, dass Evelyn, ein weiteres Mitglied der Familie, in Lebensgefahr schwebt. Um die Ermordung der jungen Frau zu verhindern soll Bark, den Jungen hypnotisieren und im Beisein des Kommissars befragen. Bark…

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Vergeben und vergessen? Vergiss es!

Vergeben und vergessen? Vergiss es!

„Vergeben und vergessen? Vergiss es! Über Schuld und Entschuldigung.“ So der Titel der heutigen Sendung „Lebenszeichen“ im WDR 3, die gut nachvollziehbar darstellt, was Verzeihen und Vergeben bedeutet und welche Arbeit an einem selbst es voraussetzt. Vergeben als manchmal jahrelanger „dorniger Weg“, als ein Ringen „um eine neue Balance in einer alten Beziehung“, der verschiedene Stationen aufweist, ähnlich wie der der Trauerarbeit: – die eigene Verwundung eingestehen – das Grübeln über das, was geschehen ist – das Bewusstmachen und Ausdrücken…

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Roswitha Haring, Stadt Tier Raum

Roswitha Haring, Stadt Tier Raum

„Eines Tages lag eine Blaumeise auf den Stufen. Unversehrt lag sie auf der Seite, als ob sie schliefe, als ob sie jemand mit zarter Hand dahin gelegt hätte.“ So zart beginnt diese Erzählung, als erster Band des neugegründeten SPRUNGTURM Verlags in Köln erschienen, in graues Leinen gebunden, der Titel erspürbar, da er wie eingestempelt ist und einem dennoch in Orange entgegen leuchtet. (Ein Lesebändchen in der gleichen Farbe wie der Titel wäre das I-Tüpfelchen gewesen!). So wie andere Menschen sich…

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Martin Hecht, Lieber Jakob

Martin Hecht, Lieber Jakob

Der Untertitel „Brief an meinen Sohn über das Leben und Sterben seiner Mutter“ macht deutlich, worum es geht: Um das Leben mit (Brust-)Krebs, das dadurch verursachte Leiden – auch das der Angehörigen – und das Sterben, obwohl der Wille zum Leben mächtig ist, bis zum Schluss. Impuls des Vaters ist es, seinem Sohn Jakob, diese besondere Zeit mit seiner Mutter Gabriele festzuhalten, Einsichten, Einblicke zu gewähren, die er vielleicht später, wenn er größer ist, wissen will und dann auch anders…

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Bertold Ulsamer, Inneren Frieden finden mit den Eltern

Bertold Ulsamer, Inneren Frieden finden mit den Eltern

Bertold Ulsamer ist promovierter Jurist und Diplom-Psychologe, scheinbar eine gelungene Mischung. Sein nur 94 Seiten umfassendes Büchlein – es kommt optisch wie eines der vielen Geschenkbüchlein rüber, die man oft als Mitbringsel bekommt – zeigt in komprimierter, dennoch gut verständlicher Form die Bedeutung der Eltern für jeden Menschen auf und legt die grundsätzlichen Schwierigkeiten im Umgang miteinander dar, die daraus entstehen, wenn Kinder heranwachsen und aus der ursprünglichen Symbiose mit den Eltern herauswollen. Wie Walter Kohl in seinem Buch „Leben…

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Helen Heinemann, Warum Burnout NICHT vom Job kommt

Helen Heinemann, Warum Burnout NICHT vom Job kommt

Verständlich und gut lesbar räumt Heinemann in diesem Buch mit weit verbreiteten (Vor-) Urteilen hinsichtlich dieser Volkskrankheit auf und erklärt, warum auch die gängigen Maßnahmen und Ratschläge nichts verändern, da sie nämlich die Ursachen für das Burnout nicht beheben, die ihrer Ansicht nach in einer nicht mehr oder noch nie zu beantwortenden Sinnfrage liegt: „Burnout-Patienten verbrennen innerlich, weil sie nicht mehr wissen, wofür sie brennen sollen. Sie deckeln ihr Feuer, sie rauben ihm die Nahrung. Sie entfalten sich nicht, weil…

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