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Kategorie: Rezensionen

Joyce Carol Oates, Geheimnisse

Joyce Carol Oates, Geheimnisse

Ich lese Werke von Joyce Carol Oates gern, meistens bin ich zumindest vom Inhalt angetan, oft auch von der sprachlichen Präsentation. Dieses mal habe ich mich durch den Roman gequält, immer in der Hoffnung, dass es noch interessant werden könnte. Das war aber nicht der Fall. „Als schnelle handlungsgetriebene Geschichte “ , als Geschichte einer deutsch-amerikanischen Jüdin, die ihre „eigene ungewöhnliche Emanzipation mit Mut und Entschlossenheit“ vorantreibt, wird dieser Roman auf dem Cover angepriesen. Ja , es ist in gewisser Weise die Geschichte einer Emanzipantion…

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Maria Melcher, Draußen gibt’s nur Kännchen

Maria Melcher, Draußen gibt’s nur Kännchen

Draußen gibt’s nur Kännchen sind Geschichten aus der deutschen Servicewüste, wie sie jede(r) sicher schon des öfteren gemacht hat und seine eigenen Konsequenzen daraus gezogen hat: sich (maßlos) ärgern, den Mangel ansprechen oder wegbleiben, je nachdem, wie die Reaktionen ausfallen. Maria Melcher schreibt ihre Erlebnisse auf, wie sie passiert sind und sich vielfach mit den eigenen Erfahrungen decken. Sie nennt Ross und Reiter, also die Firmen beim Namen. Teilweise amüsant aus der Distanz des Lesers heraus, doch auf die Dauer…

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Haruki Murakami, 1Q84

Haruki Murakami, 1Q84

Endlich als TBausgabe zu haben! Ein über 1000 Seiten langer Roman über eine ver-rückte Welt, in der sich manchmal sowohl die Protagonisten, Aomame und Tengo, als auch der Leser fragen, ob sie oder die Welt verrückt sind. Eine Welt, in der es zwei Monde gibt, Little People und eine Puppe aus Luft, zunächst nur in einem Roman beschrieben, später dann aber auch als Realität sichtbar. Allerdings nicht für alle. Alles klar? Worum es in dem Roman geht, ist kaum erzählbar, welchem Genre…

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John Green, Das Schicksal ist ein mieser Verräter

John Green, Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Um es vorwegzunehmen: Es ist ein berührendes Buch, ohne rührselig zu sein. Ein Buch über Leben, Liebe, Freundschft, Erinnerungen, Krankheit, Sterben, Tod und Verletzungen, die Menschen sich zufügen, einfach weil sie Menschen sind und sterblich. „Man kann sich nicht aussuchen, ob man verletzt wird, …, aber man kann ein bisschen mitbestimmen, von wem.“ Es ist die Liebesgeschichte von Hazel und Augustus, von den meisten liebevoll Gus genannt. Beide haben Angst davor, sich zu verlieben, weil sie um ihr kurzes Leben wissen. Denn…

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Claudia Cardinal, Lebe und lerne sterben

Claudia Cardinal, Lebe und lerne sterben

Den Begriff der „Sterbeamme“ habe ich zum ersten Mal im Radio gehört, gegoogelt und bin dabei auf Claudia Cardinal und ihre Bücher gestoßen. Mein Interesse an diesem Themenkomplex, der mich schon als Jugendliche interessiert hat, war erneut wachgerufen. „Lebe und lerne sterben“ ist das erste Buch, was ich von ihr gelesen habe. In ihm weist Cardinal auf die Notwendigkeit, den Sinn von Sterbeammen und -helfern hin, die ähnlich wie eine Hebamme bei den Geburtsvorbereitungen Unterstützungen beim Sterben und der Vorbereitung auf den…

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When the mountain changed its clothing

When the mountain changed its clothing

Heute Generalprobe der Uraufführung „When the mountain changed its clothing“ in der Jahrhunderthalle in Bochum. Beides zusammen: ein Erlebnis!! 40 Mädchen des Chores Carmina Slovenica im Alter von 10-20 Jahren inszenieren in beeindruckenden Szenen Geschichten und Fragen von Kindern auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Einfache Bühnenbilder und Requisiten, z.T. an Schulmobiliar erinnernd, Texte verschiedener Dichter, gemischt, untermalt mit Kompositionen diverser Musiker – wie Brahms, Schönberg – und Musikrichtungen wie Partisanengesänge aus der Tito-Zeit, Popsongs, Mantra- und Obertongesänge bilden ein eindringliches…

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Alexandra Tobor, Sitzen vier Polen im Auto

Alexandra Tobor, Sitzen vier Polen im Auto

Alexandra, Ola gerufen, fährt mit ihren Eltern ins „Rajch“, das sie bisher nur aus dem QUELLEkatalog ihrer Oma Grete kennt und welches das Paradies zu sein scheint mit seinen aalglatten Autobahnen, frisch und bunt gestrichenen Häusern, Straßenlaternen und Läden, in denen die Regale übervoll sind. Hier gibt es offensichtlich alles. Für die, die Geld haben. Und genau das haben ihre Eltern nicht. Der erste deutsche Satz, den Olga fehlerfrei sprechen kann, lautet: „Ich habe kein Geld.“ Ihre Begeisterung legt sich…

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Peter Noll, Diktate über Sterben und Tod

Peter Noll, Diktate über Sterben und Tod

Peter Noll, Züricher Strafrechtsprofessor, erfährt, dass er Krebs im fortgeschrittenen Stadium hat und beschließt, sich nicht operieren zu lassen. Er will nicht als Patient sterben, sondern frei und bewusst seinem Tod entgegenleben. Er bringt damit seine Ärzte in Schwierigkeiten. Was sollen sie mit einem Patienten anfangen, der sich nicht behandeln lassen, sich also nicht als Patient in ihre Obhut begeben will? „Christoph … kämpft um mein Leben, das ist sein Beruf; zugleich gegen mich, das ist wahrscheinlich schwieriger.“ Ist es Stolz, Hochmut, was Peter…

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Jonas Jonasson, Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Jonas Jonasson, Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Allan Karlsson kann aus Ziegenmilch Schnaps brauen, kennt sich leidlich mit Sprengstoffen aus, lebt mittlerweile im Altenheim und soll in einer knappen Stunde gefeiert werden. Denn Montag, 2. Mai 2005, wird er 100 Jahre alt. „Nur die Hauptperson hatte nicht vor, zu dieser Feier aufzutauchen.“ Allan steigt in Pantoffeln aus dem Erdgeschossfenster seines Zimmers und verschwindet, eine Stunde vor seiner Geburtstagsfeier. Am Bahnhof soll er auf einen Koffer aufpassen, weil der Mann, dem der Koffer gehört, mit Koffer nicht in…

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wenige Augenblicke

wenige Augenblicke

„IM GESAMTEN LEBEN ZÄHLEN nur einige wenige Augenblicke. Meistens merkt man das erst im Nachhinein, wenn sie längst an einem vorbeigezischt sind:“ Von den Auswirkungen eines solchen Augenblicks erzählt Tana French in ihrem als TB erschienen Krimi „Sterbenskalt“ auf mehr als 600 Seiten. Für Wildgans auch noch den letzen Satz: “ ich hoffte bei Gott, dass wir alle auf die ein oder andere Art unseren Weg zurück nach Hause finden würden, ehe es zu spät war.“ Hört sich insgesamt nach viel Spannung…

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