Mittwoch, 1. Mai 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

"Eintausend Namen für Freude" ist eine Art Dialog zwischen Byron Katie und Laotses Tao Te King, quasi zwischen Meister und Meisterin, wenn man der Definition von Stephen Mitchell in seinem Vorwort zu diesem Buch folgen will: "Der Meister hat nichts Mystisches oder Überhebliches an sich. Er (oder sie) ist einfach ein Mensch, der die Wirklichkeit von seinen Gedanken über die Wirklichkeit zu unterscheiden weiß. ... Er ist wie alle anderen Menschen, nur glaubt er nicht mehr, dass die Dinge in diesem Augenblick anders sein sollten, als sie sind. Deshalb fühlt er sich unabhängig von den Umständen auf der Welt zu Hause, ...weiterlesen...


Dienstag, 30. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Die großen Tiere trauern am Tisch und sind nicht satt. Aber die kleinlistigen Fliegen klettern auf Brotbergen und wohnen in Butterstadt. Nur eines allein ist wahr: im Ich ein Gewicht, ein kleiner Stein. Ein Auge, welches sieht, das andere, welches fühlt. Menschentier, Uhr aus Blut. Der Mond im Bahnhof: eine von den vielen Lampen im Wald: ein Tropfen im Bart am Berg: daß er nicht rollt! daß ihn der Kaktus nicht spießt! daß Ihr die Blase nicht zerniest! (Paul Klee) weiterlesen...


Montag, 29. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus. Jeden Morgen ein neuer Gast. Freude, Depression und Niedertracht – auch ein kurzer Moment von Achtsamkeit kommt als unverhoffter Besucher. Begrüße und bewirte sie alle! Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist die gewaltsam Dein Haus seiner Möbel entledigt. Selbst dann behandle jeden Gast ehrenvoll vielleicht reinigt er Dich ja für neue Wonnen. Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit – begegne ihnen lachend an der Tür und lade sie zu dir ein. Sei dankbar für jeden, der kommt, denn alle sind zu Deiner Führung geschickt worden aus einer anderen Welt. (Rumi) weiterlesen...


Montag, 29. April 2019 | Kategorie: Denk-Würdiges, Zitate | Kommentare (0)

Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe. Und wenn ihr nicht mit Liebe, sondern nur mit Unlust arbeiten könnt, dann ist es besser, eure Arbeit zu verlassen und euch ans Tor des Tempels zu setzen, um Almosen zu erbitten von denen, die mit Freude arbeiten. (Khalil Gibran) weiterlesen...


Sonntag, 28. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Willst du noch länger auf den kahlen böden Nach frühern vollen farben spähn Auf früchte warten in den fahlen öden Und ähren von verdrängten sommern mähn? Bescheide dich wenn nur im schattenschleier Mild schimmernd du genossene fülle schaust Und durch die müden lüfte ein befreier Der wind der weiten zärtlich um uns braust. Und sieh! die tage die wie wunden brannten In unsrer vorgeschichte schwinden schnell … Doch alle dinge die wir blumen nannten Versammeln sich am toten quell. (Stefan George) weiterlesen...


Samstag, 27. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Tröste dich, die Stunden eilen, Und was all dich drücken mag, Auch die schlimmste kann nicht weilen, Und es kommt ein andrer Tag. In dem ew'gen Kommen, Schwinden, Wie der Schmerz liegt auch das Glück, Und auch heitre Bilder finden Ihren Weg zu dir zurück. Harre, hoffe. Nicht vergebens zählest du der Stunden Schlag: Wechsel ist das Los des Lebens, Und - es kommt ein andrer Tag. (Theodor Fontane) weiterlesen...


Freitag, 26. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Ich muss endlich begreifen, dass ich Zeit habe. Zeit für den Vogel auf der Brüstung der mit mir redet, im Auftrag. Zeit für den Lampenfuß in dem sich das Erdenlicht spiegelt. ... (Elisabeth Borchers, Zeit.Zeit, gefunden in wandeln, Mein Fasten-Wegweiser 2019, s. 48f.) Der Käfer hat nicht mit mir geredet, habe mir aber dennoch Zeit für ihn genommen ;) weiterlesen...


Donnerstag, 25. April 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Herkunft" ist ein modern erzählter, stark autobiografischer Roman über ein uraltes, aber immer noch bzw. wieder sehr aktuelles Thema. Wie soll man die Frage nach der Herkunft beantworten? "Das Land, in dem ich geboren wurde, gibt es nicht mehr. Solange es das Land noch gab, begriff ich mich als Jugoslawe. Wie meine Eltern, die aus einer serbischen (Vater) bzw. einer bosniakisch-muslimischen Familie stammten (Mutter). Ich war ein Kind des Vielvölkerstaates, Ertrag und Bekenntnis zweier einander zugeneigter Menschen, die der jugoslawische Melting Pot befreit hatte von den Zwängen unterschiedlicher Herkunft und Religion." Der gesamte Roman ist der Versuch einer Antwort. "Komplexe Frage! ...weiterlesen...


Mittwoch, 24. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Ja ich sehne mich nach dir. Ich gleite mich verlierend selbst mir aus der Hand, ohne Hoffnung, dass ich Das bestreite, was zu mir kommt wie aus deiner Seite ernst und unbeirrt und unverwandt. ... jene Zeiten: O wie war ich Eines, nichts was rief und nichts was mich verriet; meine Stille war wie eines Steines, über den der Bach sein Murmeln zieht. Aber jetzt in diesen Frühlingswochen hat mich etwas langsam abgebrochen von dem unbewussten dunkeln Jahr. Etwas hat mein armes warmes Leben irgendeinem in die Hand gegeben, der nicht weiß was ich noch gestern war. (Rainer Maria Rilke, ...weiterlesen...


Dienstag, 23. April 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Dieses schmale Bändchen ist kein Krimi, wie vielleicht der Titel vermuten lassen könnte. Es wird aus der Sicht des Sohnes, der als Ich-Erzähler vorkommt, von einer - autobiografisch gefärbten - schwierigen Vater-Sohn-Beziehung erzählt: "Einmal schrieb ich in mein Heft über dich: Die Geschichte seines Lebens erzählen heißt, die Geschichte meiner Abwesenheit schreiben." Schon lange ist der Sohn aus dem Haus, Kontakt kaum vorhanden, schon früher redete der Vater nicht: "Letzen Monat habe ich dich in der kleinen Stadt im Norden besucht, wo du jetzt wohnst. ... Ich hatte dich einige Monate nicht gesehen - es ist lange her. Als du die ...weiterlesen...