Montag, 3. November 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle, Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen. Ein reines Blau tritt aus verfallner Hülle; Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen. Gekeltert ist der Wein, die milde Stille Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen. Und hier und dort ein Kreuz auf ödem Hügel; Im roten Wald verliert sich eine Herde. Die Wolke wandert übern Weiherspiegel; Es ruht des Landmanns ruhige Gebärde. Sehr leise rührt des Abends blauer Flügel Ein Dach von dürrem Stroh, die schwarze Erde. Bald nisten Sterne in des Müden Brauen: In kühle Stuben kehrt ein still Bescheiden, Und Engel treten leise aus den blauen Augen der Liebenden, die sanfter leiden. Es rauscht das Rohr; anfällt ...weiterlesen...


Sonntag, 2. November 2014 | Kategorie: Allgemein, Fotos | Kommentare (0)

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Sonntag, 2. November 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (1)

Wenn ich mich abends entkleide, Gemachsam, Stück für Stück, So tragen die müden Gedanken Mich vorwärts oder zurück. Ich denke der alten Tage, Da zog die Mutter mich aus; Sie legte mich still in die Wiege, Die Winde brausten ums Haus. Ich denke der letzten Stunde, Da werden's die Nachbarn tun; Sie senken mich still in die Erde, Dann werd ich lange ruhn. Schließt nun der Schlaf mein Auge, Wie träum ich so oftmals das: Es wäre eins von beidem, Nur wüßt' ich selber nicht, was. (Friedrich Hebbel) weiterlesen...


Samstag, 1. November 2014 | Kategorie: Aufgelesen, Zitate | Kommentare (1)

Die Wüste ist schön“, sagte der kleine Prinz. Und das war wahr. Ich habe die Wüste immer geliebt. Man setzt sich auf eine Sanddüne. Man sieht nichts. Man hört nichts. Und währenddessen strahlt etwas in der Stille. „Es macht die Wüste schön“, sagte der kleine Prinz, „dass sie irgendwo einen Brunnen birgt.“ Ich war überrascht, dieses geheimnisvolle Leuchten des Sandes plötzlich zu verstehen. Als ich ein kleiner Knabe war, wohnte ich in einem alten Haus, und die Sage erzählte, dass darin ein Schatz versteckt sei. Gewiss, es hat ihn nie jemand zu entdecken vermocht, vielleicht hat ihn auch nie jemand ...weiterlesen...


Freitag, 31. Oktober 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (1)

Uralter Worte kundig kommt die Nacht; Sie löst den Dingen Rüstung ab und Bande, Sie wechselt die Gestalten und Gewande Und hült den Streit in gleiche braune Tracht. Da rührt das steinerne Gebirg sich sacht Und schwillt wie Meer hinüber in die Lande. Der Abgrund kriecht verlangend bis zum Rande Und trinkt der Sterne hingebeugte Pracht. Ich halte dich und bin von dir umschlossen, Erschöpfte Wandrer wiederum zu Haus; So fühl ich dich in Fleisch und Blut gegossen, Von deinem Leib und Leben meins umkleidet. Die Seele ruht von langer Sehnsucht aus, Die eins vom andern nicht mehr unterscheidet. (Ricarda Huch) weiterlesen...


Donnerstag, 30. Oktober 2014 | Kategorie: Denk-Würdiges, Merk-Würdiges | Kommentare (4)

Der Zen-Meister Ikkyu wurde einmal aufgefordert, die Grundregeln der höchsten Form der Weisheit aufzuschreiben. Er schrieb nur ein Wort: Aufmerksamkeit. Der Besucher war nicht zufrieden. "Ist das alles?" Und Ikkyu tat ihm den Gefallen. Diesmal zwei Wörter. Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit. (gefunden in: Jenny Offill, Amt für Mutmaßungen, DVA, S.160) weiterlesen...


Mittwoch, 29. Oktober 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Der Roman hat mich thematisch an "Szenen einer Ehe" erinnert und ist doch ganz anders. "Amt für Mutmaßungen" ist assoziativ, mosaikartig, fast im Stil eines persönlichen Tagebuchs geschrieben, in dem man vieles unkoordiniert festhält: Zitate, Gedichte, Lieder, eigene Gedankensplitter und Fragen, die einem durch den Kopf rasen, Zeitungsausschnitte, Aphorismen bekannter Philosophen, Schriftsteller oder auch Wissenschaftler. Auf diese Weise erhält der Leser aus der Perspektive der Frau, die mal als Ich-Erzählerin auftritt, mal stärker distanziert als personaler Erzähler, Einblick in die Ehe von "der Frau" und "dem Mann" und "der gemeinsamen Tochter". Uns so fing alles, fängt auch der Roman, an: "Antilopen sehen ...weiterlesen...


Mittwoch, 29. Oktober 2014 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (1)

Leben ist das Einatmen der Zukunft. (Pierre Leroux) Oder ist es nicht eher: Einatmen der Gegenwart? Wie auch immer: Ich wünsche euch für alle Zeiten einen "langen Atem";) weiterlesen...


Dienstag, 28. Oktober 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Es ist ein leises, ein berührendes, ein liebevoll geschriebenes Buch, das der Schriftstellerin und Journalistin da gelungen ist. Schon der Inneneinband ist verheißungsvoll und macht neugierig. Auf handgeschriebenen Listen mit unterschiedlich farbigen Kugelschreibern sind Fotos von diversen Gegenständen abgebildet. Man sieht ein Auto, ein knieendes Porzellanpferd, eine Kreamikfigur etc. und kann zunächst nichts damit anfangen. Nach der Lektüre weiß man: Sie symbolisieren ein ganzes Familienuniversum. "Ich war schon lange darauf vorbereitet, dass der Tag kommen würde, aber nur als ein Tag in ferner Zukunft. Der Tag kommt am Samstag, dem 13. November 2010, mit tiefstenender, weißlicher Sonne hinter den Bäumen ...weiterlesen...


Montag, 27. Oktober 2014 | Kategorie: Denk-Würdiges, Zitate | Kommentare (4)

Folge deinem Herzen, solange du lebst, und tue nicht mehr, als man dir aufträgt. Verkürze nicht die Zeit für deine Vergnügungen, hör mal auf, dich um das Haus zu kümmern. (Ptahhotep, gefunden bei mass u. mitte) weiterlesen...