Den Durchschlupf benutzen

Den Durchschlupf benutzen

„Es gibt einen Durchschlupf. In mir. Man zieht sich ganz zurück und versammelt sich vor dem Durchschlupf. … Man kann ihn benützen oder nicht. Aber es gibt ihn, und ich weiß es. … Wenn man den Durchschlupf nicht benützt, muss man anderswo durchbrechen. Das ist nicht so sanft und sehr unangenehm. … Es gibt jetzt keine Eile mehr. Ich weiß, es gibt ihn, und ich weiß, wo er ist, ich bin ganz ruhig.“

Dieses Zitat ist von der Mutter André Hellers, der sie als über 90 jährige auch zu ihrer Vorstellung vom Sterben befragt hat, nachzulesen in seinem sehr lesenswerten Buch „Uhren gibt es nicht mehr“.
Ich finde, diese ihre Vorstellung sehr tröstlich.

Manche dagegen finden diesen „Durchschlupf“ nicht, sondern schaffen ihn sich selbst. Wie sanft und angenehm er auch immer ist, er ist zumindest selbstbestimmt und selbst festgesetzt:

„Heute, am Tag der Aprilnarren, habe ich nur den einen Wunsch, bis in alle Ewigkeit zu schlafen, also werde ich schlafen unter einer Decke aus Wasser. Und ganz gewiss bin ich eine Närrin, aber ich kann inzwischen an kaum etwas anderes mehr denken.“ (Gelesen in Benjamin Myers, Offene See)

4 Gedanken zu „Den Durchschlupf benutzen

  1. Diese Zitate machen nachdenklich. Schön, wer so einen Durchschlupf kennt oder für sich möglich macht.
    Selbstbestimmung in den Fragen des Lebens und Sterbens sind gefragter denn je.
    Dir gute, weite Tage!
    Lieben Gruss,
    Brigitte

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