Lesen – eine Form der Auferstehung

Lesen – eine Form der Auferstehung

In ihrem neuen Buch „Tage in Vitopia“ von Ulla Hahn habe ich eine interessante Verbindung von Lesen und Auferstehung gefunden. Zunächst verwundert sich der Ich-Erzähler, ein Eichhörnchen, über die Formulierung, die er aufgeschnappt hat: „Nicht mehr unter uns.“ Er reagiert mit Erstaunen und Verwunderung:

„Tot? Kommt doch nur auf uns an, die Toten ins Leben zu locken. Ihnen die Hand ins Leben zu reichen. Ihnen unsere Augen, Hirn und Herz, unsere Sinne zu leihen.“

Und stellt eine Verbindung zwischen Lesen und einer Art Auferstehung her:

„Was ist denn lesen anderes als jedes Mal Wiederauferstehung feiern? Jede Autorin, jeder Autor bleibt in seinen Büchern lebendig. Mit jeder ihrer Silben, jedem seiner Sätze, die Herz und Verstand via Augen sich zu eigen machen.“

Abgsesehen von der – für Ulla Hahn ungewohnten – sprachlichen Holprigkeit gefällt mir der Gedanke.

(Gefunden in: Ulla Hahn, Tage in Utopia, S. 67 – Besprechung des Romans folgt )

2 Gedanken zu „Lesen – eine Form der Auferstehung

  1. Ich mag Ulla Hahn vor allem als Lyrikerin.
    Aber das hier Präsentierte (mit dem Eichhörnchen, das spricht) tönt auch interessant.
    Ist ja klar, dass das Geschriebene lebendig bleibt, sofern es denn gelesen wird.
    Einen lieben Heutegruss,
    Brigitte

    1. Und das ist dann die Aufgabe der Lebenden –
      wie das Eichhörnchen ziemlich bestimmt formuliert ;)
      Ulla Hahn begleitet mich, ich begleite sie schon sehr lange. Ich mag ihre Lyrik, habe aber – bisher jedenfalls – auch ihre Romane, vor allem die autobiografisch gefärbten mit großem Interesse gelesen.
      Dir einen entspannten Novembertag.

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