Fließender Bach

Fließender Bach

Mir ist, als flösse dieser Bach da draussen
ein heimlich Bette in mir selbst herab
und spülte nun den lange trocknen Grund
zu neuem sonderbaren Leben auf;
wie Moos und Flechte legt’s gelöste Arme
in sein Gefäll, wie klein und grosse Kiesel
befreit es sich und läuft mit ihm des Wegs; –
mir ist, ich spürte, wie die Welle wühle
und nichts mehr fest und sicher in mir sei,
und fühle mich beunruhigt hingegeben
in eines wunderlichen Spiels Gewalt.

(Christian Morgenstern)

8 Gedanken zu „Fließender Bach

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