(Vor dem ) Sommerregen

(Vor dem ) Sommerregen

Auf einmal ist aus allem Grün im Park
man weiß nicht was, ein Etwas fortgenommen;
man fühlt ihn näher an die Fenster kommen
und schweigsam sein. Inständig nur und stark
ertönt aus dem Gehölz der Regenpfeifer,
man denkt an einen Hieronymus:
so sehr steigt irgend Einsamkeit und Eifer
aus dieser einen Stimme, die der Guß
erhören wird. Des Saales Wände sind
mit ihren Bildern von uns fortgetreten,
als dürften sie nicht hören was wir sagen.
Es spiegeln die verblichenen Tapeten
das ungewisse Licht von Nachmittagen,
in denen man sich fürchtete als Kind.

(Rainer Maria Rilke)

4 Gedanken zu „(Vor dem ) Sommerregen

  1. Das (Regen-)Bild gefällt mir sehr. Ebenso das nicht ganz einfach zu verstehende, ambivalente Gedicht Rilkes.
    Einen leicht melancholisch angehauchten Gruss in die neue Woche,
    Brigitte

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