Regen

Regen

Da draußen regnet es weit und breit.
Es regnet graugraue Verlassenheit.
Es plaudern tausend flüsternde Zungen.
Es regnet tausend Erinnerungen.
Der Regen Geschichten ums Fenster rauscht.
Die Seele gern dem Regen lauscht.

Der Regen hält dich im Haus gefangen.
Die Seele ist hinter ihm hergegangen.
Die Insichgekehrte ist still erwacht,
Im Regen sie weiteste Wege macht.
Du sitzt mit stummem Gesicht am Fenster,
Empfängst den Besuch der Regengespenster.

(Max Dauthendey)

6 Gedanken zu „Regen

  1. Wir brauchen den Regen ja mehr denn je. Und solange er nicht als Unwetter mit Sturm und Überschwemmungen auftaucht, ist er jederzeit höchst willkommen.
    Ich mag die Regenstunden, die tausend Erinnerungen heraufbeschwören. :–)
    Einen lieben Gruss (nach dem nächtlichen Regen) ins Heute,
    Brigitte

  2. Regen im Sommer entlastet Gartenbesitzer und Natur in hohem Maße. Die damit verbundene Schwüle ist manchmal ein wenig schwierig – allerdings eine Möglichkeit zu entschleunigen ;)
    Fröhliche Morgengrüße

  3. ganz wunderschön, gedicht und foto. ich mags ja, wenns draußen vor sich hin pladdert. bleibt man drin, versinkt in büchern. oder in fotos. oder in bildern. je nun.
    lieber regengruß
    Sylvia

  4. Hach, wie sehr ich solche Regenpfützen-, ‚Seh‘- und Wasserbilder mag! Man entdeckt so vieles darin – eine verschwommene Welt für sich – aber manchmal auch sich selbst, vorausgesetzt man ist aufmerksam genug während man sich anschaut was da rausschaut ;-).

    In dieses sehr gelungene, (mich) inspirierende Foto, das m. E. fast wie eine chinesische Tuschezeichnung wirkt, kann ich mich sehenden Auges fallen lassen und mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die schwarzen, durch Spiegelung erzeugten, Konturen, zum meinen Blick erwidernden Antlitz werden. Ob’s vielleicht sogar ein Regengespenst ist – wie im Gedicht? Ich weiß es nicht ;-).

    Liebe Grüße – Monika

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