Volker Kutscher, Olympia

Volker Kutscher, Olympia

„Olympia“ ist der 8. Rath-Roman. Er spielt 1936, zur Zeit der in Berlin stattfindenden Olympiade, die die Nationalsozialisten schamlos für ihre Propaganda ausnutzen: Juden diskriminierende Schilder an Bänken z.B. sind abmontiert worden, Schaukästen des Stürmers sind nun mit Olympiainformationen ausgestattet, so dass ausländische Touristen den Eindruck haben können, das Hitler-Deutschland sei gar nicht so schlecht wie sein Ruf. Dass das alles nur Makulatur ist, wird allen deutlich, die hinter die so fein konstruierte Fassade schauen können. Und das können die…

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Anaïs Barbeau-Lavalette, So nah den glücklichen Stunden

Anaïs Barbeau-Lavalette, So nah den glücklichen Stunden

„Mein Roman ist kein historischer Roman. Es ist der Bericht eines Lebens, jenes meiner Großmutter, die die Geschichte auf ihre Art durchwanderte: frei, intensiv, schockierend.“ Es ist die Geschichte der Suzanne Meloche, die in den 50 iger Jahren des letzten Jahrhunderts in Kanada durchlebt wird, einer Zeit, „erdrückt von der Herrschaft der Kirche und den klerikalen Gesetzen“, in der Frauen geächtet werden, die nicht die drei K’s (Kinder, Küche, Kirche) als Inbegriff ihres Lebens ansehen. Dagegen wehren sich sich Künstler*innen…

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Dankbar

Dankbar

„Wollte nur kurz Bescheid sagen, dass mir und S. nichts passiert ist. LG“ Ich konnte zunächst mit dieser Mitteilung meines in Trier wohnenden Sohnes nichts anfangen. Gut zu wissen, dass meinem Sohn und seiner Frau, nichts passiert ist. Aber: Was sollte Ihnen denn auch passiert sein? Dann habe ich recherchiert. Und war zutiefst dankbar über die Info meines Sohnes und die Tatsache, dass ihnen nichts passiert ist. Gleichzeitig aber war ich auch sehr erschüttert über das, was da in Trier…

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Göttliche Gesetze

Göttliche Gesetze

Auf die größten, tiefsten, zartesten Dinge in der Welt müssen wir warten, da gehts nicht im Sturm,sondern nach den göttlichen Gesetzen des Keimens und Wachsens und Werdens. (Dietrich Bonhoeffer, gefunden in: Andere Advent)

Immer ein Lichtlein mehr

Immer ein Lichtlein mehr

Immer ein Lichtlein mehrIm Kranz, den wir gewunden,Dass er leuchtet uns so sehrDurch die dunklen Stunden. Zwei und drei und dann vier!Rund um den Kranz welch ein Schimmer,Und so leuchten auch wir,Und so leuchtet das Zimmer. Und so leuchtet die WeltLangsam der Weihnacht entgegen,Und der in Händen sie hält,Weiss um den Segen! (Matthias Claudius)

Anna Stern, das alles hier, jetzt.

Anna Stern, das alles hier, jetzt.

Anna Stern ist für ihren Roman „das alles hier, jetzt“ mit dem diesjährigen Schweizer Buchpreis ausgezeichnet worden: «Anna Stern hat einem der ältesten Themen derLiteratur eine völlig neue Form und unerhörte Töne abgewonnen.“ So heißt es in der Begründung der Jury. In der Tat, der Tod eines geliebten Menschen ist zig mal literarisch verarbeitet worden. Jemand stirbt. In diesem Roman ist es Ananke, der sehr jung, nach kurzer Krankheit stirbt. Sein Freundeskreis trauert um ihn. Jeder versucht auf jeweils eigene…

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Morgenzauber

Morgenzauber

Das Gehen am frühen Morgen lohnt sich im Moment ganz besonders. Frühnebel liegt als Weichzeichner über der Landschaft, die aufgehende Sonne verbreitet ihren ganz eigenen Zauber. Ab und an Rehe, Graureiher auf den Wiesen. Nur wenige Spaziergänger sind schon unterwegs. Sie genießen ebenfalls die andächtige Stille. In der Ferne tauchen vorbeifahrende Züge auf: rote, weiße mit roten Streifen – alle zu schnell, um sie auf einem Foto „festzuhalten“. Und immer wieder gehen mir die Zeilen Hermann Hesses durch den Kopf:…

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Harald Krassnitzer, Rauhnächte

Harald Krassnitzer, Rauhnächte

Bald kommen sie wieder, die Rauhnächte, die auch „Innernächte, Glöckelnächte, Unternächte, Losnächte oder schlicht nur die Zwölfen“ heißen. Es sind die Nächte zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar, für die es unzählige Regeln, Gebote und Verbote gibt. Ich wohne in einer Gegend, in der die Rauhnächte kaum von Bedeutung sind. Mir sind also auch die Erzählungen rund um diese Nächte fremd, in dem Sinne, dass ich sie einfach nicht kenne, sie mir aber auch in ihrer Besonderheit, ihren…

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