Frühling

Frühling

Der Tag erwacht, und prächtig ist der Himmel,Entschwunden ist von Sternen das Gewimmel,Der Mensch empfindet sich, wie er betrachtet,Der Anbeginn des Jahrs wird hoch geachtet. Erhaben sind die Berge, wo die Ströme glänzen,Die Blütenbäume sind, als wie mit Kränzen,Das junge Jahr beginnt, als wie mit Festen,Die Menschen bilden mit Höchsten sich und Besten. (Friedrich Hölderlin)

Osterjubel

Osterjubel

Jetzt ist der Himmel aufgetan,jetzt hat er wahres Licht!Jetzt schauet Gott uns wieder anmit gnädigem Gesicht.Jetzt scheinet die Sonneder ewigen Wonne!Jetzt lachen die Felder,jetzt jauchzen die Wälder,jetzt ist man voller Fröhlichkeit. Jetzt ist die Welt voll Herrlichkeitund voller Ruhm und Preis.Jetzt ist die wahre goldne Zeitwie einst im Paradeis.Drum lasset uns singenmit Jauchzen und Klingen,frohlocken und freuen;Gott in der Höh sei Lob und Ehr. …(Angelus Silesius)

Der Frühling

Der Frühling

Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde, Die Tage kommen blütenreich und milde, Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen Vom Himmel abwärts, wo die Tag‘ entstehen. Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten Wie eine Pracht, wo Feste sich verbreiten, Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele, So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele. (Friedrich Hölderlin)

Ein Buch oder zwei oder ganz viele

Ein Buch oder zwei oder ganz viele

Seit ich lesen kann, waren Bücher meine Begleiter. Ich habe sie mir in Pfarr- und Stadtbüchereien ausgeliehen, später dann aus der Unibibliothek. Bei Streifzügen durch Antiquariate und Buchhandlungen habe ich das ein oder andere Buch gekauft. Manche mussten jahrelang im Regal darauf warten gelesen zu werden. Und manche warten immer noch. Aber auch Bücher haben ihre Zeit, mal passen sie, dann wieder so gar nicht. Sie sind zu früh oder zu spät dran. Aber sie sind nie ungeduldig, machen nie…

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Alles lassen

Alles lassen

Wenn du alles wissen willst, wolle nichts von etwas wissen.Wenn du alles sein willst, wolle nichts von etwas sein.Denn um letztlich alles zu erlangen, musst du letztlich alles lassen.Denn wonach er begehrt, darin ermüdet er.Nichts, nichts, nichts, nichts, nichts,Und auch auf dem Berg: nichts.Nada, nada, nada, y en el Monte nada“ (Johannes vom Kreuz)

Ein rostiger Nagel

Ein rostiger Nagel

Ein Nagel saß in einem Stück Holz.Der war auf seine Gattin sehr stolz.Die trug eine goldene HaubeUnd war eine Messingschraube. Sie war etwas locker und etwas verschraubt,Sowohl in der Liebe, als auch überhaupt.Sie liebte ein Häkchen und traf sich mit ihmIn einem Astloch. Sie wurden intim. Kurz, eines Tages entfernten sie sichUnd ließen den armen Nagel im Stich.Der arme Nagel bog sich vor Schmerz.Noch niemals hatte sein eisernes HerzSo bittere Leiden gekostet. Bald war er beinah verrostet.Da aber kehrte sein…

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Wer bin ich?

Wer bin ich?

Wer bin ich – das ist eine Frage, die zumindest ich mir immer mal wieder stelle, in unsicheren Zeiten, in denen das Ziel nicht klar ist, nur der Weg unter den Füßen noch spürbar. Wenn da kein Halt im Außen ist, Wegbegleiter still, oft heimlich eine andere Abzweigung genommen haben. Dann bin ich auf mich geworfen und kann wählen: wahrnehmen, lauschen, annehmen oder flüchten, verdrängen, am „Weiterso“ hängen, wohl wissend, ein „Weiterso“ ist nicht möglich. Ich kann mir selbst auf…

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Himmel auf Erden

Himmel auf Erden

Bei genauerem Hinsehen und Wahrnehmen gelingt es auch in diesen Tagen ein „Stück Himmel auf Erden“ zu erhaschen und als Foto, auf jeden Fall aber als Erinnerung mit nach Hause zu nehmen. Ich bin froh, dass Spaziergänge noch möglich sind. Sie erweitern den häuslichen Radius und die Beweglichkeit in Körper, Geist und Seele. Interessant ist auch zu beobachten, wie Menschen soziale Distanz einhalten. Da gibt es diejenigen, die selbst in der Natur, allein auf dem Fahrrad unterwegs Mundschutz tragen (aber…

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