Julian Barnes, Lebensstufen

Julian Barnes, Lebensstufen

„Man bringt zwei Dinge zusammen, die vorher nicht zusammengebracht wurden, und die Welt hat sich verändert. Vielleicht merken die Menschen es nicht gleich, aber das ist egal. Die Welt hat sich trotzdem verändert.“ Die Kapitelüberschriften verweisen auf die drei Dimensionen, in denen Dinge zusammengebracht werden können, die vorher nicht zusammen waren: „Die Sünde der Höhe“, „Auf ebenen Bahnen“ und „Der Verlust der Tiefe“. Es geht vordergründig zunächst ums Ballonfahren und die ersten Luftaufnahmen sowie um Roziers ersten gescheiterten Versuch, mit…

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Sabine Lenz, Die Fähigkeit zu sterben

Sabine Lenz, Die Fähigkeit zu sterben

In „Geschichten vom Sterben“ erzählt Petra Anwar, unterstützt von John von Düffel von ihrer Arbeit als Palliativmedizinerin. Sabine Lenz schreibt über ihre Arbeit mit Krebskranken aus der Sicht einer Psychoonkologin, die meist bei ihr Hilfe suchen „gegen dieses Meer aus Angst, das sie hinaus und in die Tiefe zöge, wenn nicht Strände, Dünen und Wälle, soweit das Auge reicht, davor lagern würden.“ Es ist ein Kampf gegen „eine Todeslandschaft ohne jede Erhebung, nichts woran sich das Lebendige festmachen kann.“ Sie…

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Baden zur Entspannung!?

Baden zur Entspannung!?

„Baden ist die einzige Möglichkeit, sich den Dreck von den Füßen an den Hals zu hängen.“ Spricht mir aus der Seele, vor allem, wenn ich ans Baden in der Kindheit denke, an die „Schmandränder“ in der nur mit ein wenig Wasser gefüllten Badewanne. Wie sollte man da sauber werden können? Und da wollte die Hebamme mich bei der Geburt des dritten Kindes in die Badewanne stecken: zur Entspannung!! Ich habe mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt und ihr gesagt,…

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Julia Jessen, Alles wird hell

Julia Jessen, Alles wird hell

„Alles wird hell“ ist ein gelungener Debütroman! Ich habe schon lange keinen Roman mehr gelesen, der mich so fasziniert und gefesselt hat, trotz seiner Schlichtheit in Handlung und Sprache. Er verbindet Einfachheit mit Tiefgang. Und wie tief ich mich einlasse, das entscheide ich als Leser selbst, da mir nichts aufgezwungen wird. In fünf Kapiteln – fünf Lebensstationen und Zeitaltern entsprechend – erzählt Oda ihr Leben und das ihrer Familie, in die sie eingebunden ist, wenn auch als Grenzgängerin, die manchmal…

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Daphne du Maurier, Ein Tropfen Zeit

Daphne du Maurier, Ein Tropfen Zeit

„Ein Tropfen Zeit“ ist bereits 1969 erschienen, jetzt aber von der Edition Büchergilde in einer besonders schönen Ausgabe mit Gemälden von Kristina Andres neu aufgelegt. Ein bebilderter Roman? Natürlich schaut man sich zuerst die Bilder an: © „Kristina Andres/Edition Büchergilde“ Ölgemälde im Original – viele Stilleben ähnlich – die zunächst nicht sehr aussagekräftig zu sein scheinen. Beginnt man aber mit der Lektüre des Romans, bemerkt man, dass die Gemälde wesentliche Aspekte der Handlung in dem entsprechenden Kapitel gekonnt sichtbar machen,…

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Einsamkeit im Alleinsein

Einsamkeit im Alleinsein

„Bei der Einsamkeit in mir geht’s nicht bloß ums Alleinsein. Es geht um das, womit ich allein bin, wenn ich allein bin. Und ich weiß nicht, wie ich mit alldem allein sein soll, mit dem ich allein bin.“ (aus: Jon Bauer, Steine im Bauch, Kiepenheuer&Witsch, S. 343)

Jon Bauer, Steine im Bauch

Jon Bauer, Steine im Bauch

„Ich habe immer behauptet, ich sei ein Pflegekind. Als ich noch klein war, habe ich es jedem Fremden erzählt, bis es sich wie eine Gewissheit in mir festsetzte. Eine Gewissheit, die noch heute da ist und mich daran hindert dazuzugehören.“ Der Ich-Erzähler dieses Debütromans von Jon Bauer wollte immer Pflegekind seiner Mutter sein, um ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, Liebe und Zärtlichkeit zu bekommen, die ihm aus seiner Sicht vorenthalten wird, weil immer Pflegekinder im Haus sind. Sein Hass, seine Wut, seine…

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