Ein Abend mit Hannelore Elsner

Ein Abend mit Hannelore Elsner

Es ist wieder so weit. Für mich haben die Ruhrfestspiele begonnen. Wunderbar!!
Schönes Wetter, interessante Leute auf dem Hügel, ansprechende Restauration, nette Begleitung, was will ich mehr?
Natürlich interessantes, anregendes, unterhaltsames Theater.
Aufdruck auf der Karte: „Abend mit Hannelore Elsner“. Mehr wusste ich nicht, ich liebe Überraschungen. Zu sehen, zu hören bekam ich Goethe-Texte, in einer Auswahl, die mir Spaß gemacht hat, da sie für mich einen Mix aus Altbekanntem und Neuem präsentierte, begleitet von Klaviermusik und Percussion und Keyboards und an die Wand projizierten Bildern der Werkstitel und Namen wichtiger Frauen im Leben Goethes, die eng mit seinen Werken verbunden sind.
„Sah‘ ein Knab‘ ein Röslein steh’n“ zog sich leitmotivisch durch den Abend, nicht immer passend, zum Schluss ein wenig nervend wie die z.T. extrem lauten Trommelwirbel, die mich daran erinnerten, dass Körper Resonanzböden sind. Leider war es mein eigener, was mir nicht so gut gefällt.
Hannelore Elsner rezitierte Gedichte, Briefe, Auszüge aus Romanen, Dramen – eine herrliche Auswahl, geschrieben auf einzelnen Blätter, als Briefe in Umschlägen, die zum Schluss teilweise verbrannt wurden. Schade, lieber hätte ich die Texte in einem Programmheft versammelt gesehen. Nun denn….
Rezitation ist immer auch Interpretation – nicht immer war ich einverstanden, doch immer wieder ist es spannend zu hören, was ein anderer mit Texten macht, wie er sie versteht.
Und: Goethe ist immer aktuell – wird es immer sein. Rezitiert von wem auch immer.
Bleibendes Erlebnis ist auf jeden Fall der Auftritt Hannelore Elsners in einem schwarzen Abendkleid – aber barfuß!! Für mich ein schöner Anblick, denn ich liebe es, barfuß zu laufen, selbst im Winter oder – wie einmal – vor Jahren – in der Frankfurter Oper, als es derart heiß war, dass ich kurzerhand die Schuhe in die Hand genommen habe.
Damals habe ich merkwürdige Blicke auf mich gezogen!
Mal sehen, was die „Profi- Rezensenten“ dazu schreiben, aber vielleicht übersehen sie es ja auch – ist ja auch nicht soooo wichtig!
Ein Satz ist mir in den Ohren hängen geblieben: „Sie nahm den Brief, erbrach und las ihn.“ –
Ob den heutige Jugendliche noch verstehen? Werde ich direkt morgen ausprobieren.

4 Gedanken zu „Ein Abend mit Hannelore Elsner

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